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12.09.2017

Gesunde Kommunikation im Schulalltag

Jeder Erwachsene kann sich an bestimmte Situationen seiner Schulzeit erinnern, viele sogar noch nach Jahrzehnten an Sätze, die ein Lehrer einst gesagt hat. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer und Erzieher nicht unbedacht formulieren. Die Zinzendorfschulen hatten für ihre Pädagogischen Tage am Ende der Sommerferien die renommierte Expertin für gesundes Kommunizieren Angela Dietz eingeladen.

Sie brachte den Lehrerinnen und Lehrern in einem spannenden, anschaulichen Vortrag, der mit vielen Beispielen angereichert war, die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg nahe,
wobei sie schon gleich zu Beginn feststellte, dass dies am Königsfelder Schulwerk eigentlich gar nicht mehr nötig sei. „Es geht dabei um das Verinnerlichen einer Haltung, mit der wir unserem Gegenüber begegnen“, sagte sie, „und genau diese Wertschätzung wird bei Ihnen ja bereits gelebt, Sie haben sie sich ja sogar in ihr Leitbild geschrieben.“

Abkürzungen, sprachliche Defizite, Hierarchien und vorgefasste Meinungen seien die häufigsten Hindernisse bei der Kommunikation. „Wir wollen oft gar nicht mehr zuhören, sondern uns nur in unserem Urteil bestätigt wissen“, so Angela Dietz. Deshalb sei es auch wichtig, sich auf seinen Gesprächspartner einzulassen und wenn dies gerade nicht möglich ist - etwa weil man gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist - den Dialog lieber auf einen späteren Zeitpunkt verlegen.

Nach dem mit vielen Beispielen aus der eigenen Biografie angereicherten Vortrag von Angela Dietz hatten die Pädagogen in verschiedene Workshops, die von der Referentin und ihren Mitarbeitern geleitet wurden, selbst die Möglichkeit, die Techniken einzuüben und verschiedene Situationen durchzuspielen.

Etwa anhand des fiktiven Beispiels, in dem ein Kollege an den Schreibtisch kommt und sich wortlos ein Lineal nimmt. Der erste Impuls wäre vielleicht ein lauter Protest. In den Workshops haben die Lehrer jedoch eine gesündere Art der Kommunikation eingeübt, bei der Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und schließlich eine Bitte artikuliert werden, zum Beispiel: „Du hast ohne zu fragen das Lineal genommen, das finde ich ärgerlich und ich möchte meine persönlichen Bereich respektiert wissen. Kannst du nächstes Mal bitte fragen?“ Die sogenannte Wolfsshow – also eine Bewertung im Sinne von „das ist ja ein unmögliches Benehmen“ – sollte in dieser Kommunikation nicht stattfinden. „Natürlich muss man seinen Dampf ablassen, aber nicht in Gegenwart des Gesprächspartners.“ Denn um eine negative Äußerung zu neutralisieren, sind fünf bis sieben positive Äußerungen nötig.

Der Vortrag und die Workshops kamen bei allen Lehrerinnen und Lehrern gut an. „Es ist ein wichtiges Thema“, sagt Realschul-Leiter Br. Hertnagel, der den Vortrag und die Workshops organisiert hatte. „Kommunikation gehört für uns zum Handwerk und ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen.“

Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
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