Erste Jahresbilanz des HKG
Nach Aufnahme des regulären Schulbetriebs im „HKG“ Haus Katharina v. Gersdorf liegt zwischenzeitlich eine erste Jahresbilanz des Modellprojektes vor. Im Auftrag der DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt –, als öffentlicher Träger des Projektes, wurde für den Zeitraum von Januar 2009 bis Januar 2010 eine erste repräsentative Bewertung der eingesetzten Passivhaustechnologie und des thermischen Erdwärmetauschers vorgenommen.
Aktuelle Betriebsdaten wurden hierzu online erfasst, so dass auch jahreszeitlich bedingte Witterungseinflüsse detailliert in die Bilanzdaten eingehen.Nebenstehendes Diagrammzeigt exemplarisch die Kurvenverläufe von Temperatur und CO2 in einem Klassenraum sowie der Außentemperatur im Vergleich wie sie sich im Verlaufe eines repräsentativen Schultages darstellen. Die Auswertung der Messergebnisse sowie die Optimierung der Betriebsdaten erfolgte im Monitoring-Team.
Der Energieverbrauch, eines der zentralen Bewertungskriterien für das Modellprojekt, betrug im Zeitraum von Januar bis Dezember 2009 insgesamt 18981 kWh. Bei beheizter Nutzfläche von 1251 m² ergab sich daraus ein Energieeinsatz von 15,17 kW/m². Der projektseitig geplante Zielwert von 15 kW/m² wurde damit bereits im ersten Referenzjahr erreicht. Das ist ein sehr bemerkenswertes Ergebnis, da durch die in der Bauphase eingetragene Gebäudefeuchtigkeit aller Erfahrung nach im ersten Betriebsjahr ein deutlich überhöhter Energieverbrauch von bis zu 30% zu erwarten wäre.
Die thermische Funktion des Erdwärmetauschers (EWT) verdeutlicht das Temperaturdiagramm über den Referenzzeitraum des Jahres 2009. Die beiden Kurven Tmin- und Tmax-Außenluft beziehen sich auf die minimale und maximale Temperatur der vom EWT angesaugten Außenluft und stellt diese in einer monatlichen Übersicht dar. Die Kurven Tmin- und Tmax-EWT stellen hierzu die minimalen und maximalen Temperaturverläufe der Luft nach Durchlaufen des 800m langen EWT-Erdkanales dar. Der Vergleich von Sommer- und Wintermonaten belegt die nachhaltige thermische Pufferwirkung des EWT. Im Dezember 2009 erreichte die angesaugte Luft trotz Außentemperatur von bis zu minus 19°C nach Durchlaufen des EWT einen Temperaturanstieg um 18 Kelvin auf minus 1°C. Im Sommermonat August wurde hingegen die angesaugte Außenluft von plus 33°C um 15 Kelvin auf 18°C heruntergekühlt.
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