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Realschüler spielen Gemeinderatssitzung durch

 "Ich wähle doch meinen Urlaubsort nicht danach aus, ob mir das Gehwegpflaster gefällt", war eines der Argumente, mit denen sich die Neuntklässler der Zinzendorfrealschule ganz klar gegen den 2. Punkt der fiktiven Gemeinderatssitzung von Grafenhausen stellten. Bürgermeister Nicolas Neininger, den die Klasse zuvor aus ihrer Mitte gewählt hatte, gab sich größte Mühe, seinen Standpunkt zu behaupten und die Vorzüge eines Mosaikpflasters - unter anderem für den Tourismus - hervorzuheben. Letztlich stand er bei 21 Gegenstimmen mit seiner Meinung alleine da.

Wie schon vor ihnen die Parallelklasse machte auch die 9Ra der Zinzendorfschulen bei dem Planspiel mit, durch das der Dipl. Sozialpädagoge (FH) Udo Wenzel auf Einladung der Gemeinde die Zinzendorfschüler leitete. Der Politworkshop wurde als LEADER-Projekt vor dem Hintergrund der Änderung des Wahlrechts in Baden-Württemberg umgesetzt, hier dürfen seit April vergangenen Jahres Jugendliche bereits im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal bei Kommunalwahlen zur Urne gehen.

Fünf Punkte umfasste die Tagesordnung für die Sitzung, die sich mit den typischen Problemen einer Gemeine mit 6200 Einwohnern auseinandersetzt. Der Eintrittspreis fürs Schwimmbad soll erhöht werden, ein geeigneter Platz für Seniorenwohnanlage und Skaterfläche muss gefunden werden, Jugendliche sollen sich stärker an der Kommunalpolitik beteiligen und eine Verschönerung der eingangs erwähnten Gehwege steht zur Debatte.

Auch ansonsten war alles realistisch: Das Planspiel wurde im Sitzungssaal des Rathauses abgehalten, für die Räte gab es Brezeln, Saft und Wasser und selbst die geladene Presse wurde an ihre üblichen Stammplätze gebeten. Im Unterricht im Fächerverbund EWG (Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde) hatten sich die Schülerinnen und Schüler schon gut auf ihre Rollen als Gemeinderäte vorbereitet, so dass es zu Beginn der fiktiven Sitzung keine Fragen an Fritz Link, den realen Bürgermeister von Königsfeld, gab, der beide Workshops begleitete.

Trotzdem zeigten es vor Beginn der Sitzung einige Unsicherheiten. Die Frage von Udo Wenzl, ob die Interessen von Jugendlichen in der Politik berücksichtigt würden, wurde lediglich von drei jungen Menschen bejaht. "Sonst wären wir ja nicht hier" meinte eine Schülerin und ein Junge schlussfolgerte aus der Existenz der Skateboardanlage, dass die Gemeinde sehr wohl an die Jugend denke. "Die Skater-Rampe wurde ja eher nicht für die Rentner gebaut."

Auf die Frage, wer sich als politischen Menschen sieht und wer mit Politik nichts zu tun hat, bekannten sich die meisten als unpolitisch. "Ich verstehe es nicht", "ich habe mich damit noch nicht auseinandergesetzt", "ich kenne mich damit nicht aus", hieß es aus der Gruppe.

Nach der fiktiven Gemeinderatssitzung waren die politischen Prozesse den meisten zumindest auf kommunaler Ebene um einiges klarer. "Es hat viel Spaß gemacht zu sehen, wie es hinter den Kulissen aussieht und wie politische Entscheidungen zustande kommen", fand Nicolas Neininger. "Sonst bekommt man ja immer nur das Ergebnis mit."

Schon seine Wahl zum Bürgermeister was das Ergebnis eines politischen Prozesses. "Ich wollte mich eigentlich gar nicht zur Wahl stellen. Es gab mehrere Kandidaten, deren Wahlreden ich kommentiert hatte. Daraufhin meinten meine Mitschüler, ich sollte doch selbst kandidieren." Er will auf jeden Fall am Ball bleiben und kann sich durchaus vorstellen, sich politisch zu engagieren.


erstellt am 28.01.2014


Das war 2013 - ein Jahresrückblick

Ganz Königsfeld war im vergangenen Jahr im Spendenfieber. Die Gemeinde organisierte eine ganzjährige Sammelaktion zugunsten des Kindergarten-Neubaus am Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene. Die Zinzendorfschulen haben durch verschiedene Aktionen einen beachtlichen Beitrag dazu geleistet. Beim Bemalen von Stelen, die öffentlich auf dem Zinzendorfplatz versteigert wurden, beteiligten sich gleich mehrere Schulklassen und Gruppen von Internatsschülern. Ein besonderer Erfolg war der Sponsorenlauf durch Königsfeld, den die achten Klassen der Realschule als Projekt selbst organisiert hatten. Dabei kam an einem Vormittag die stolze Summe von 12616 Euro zusammen.

Doch nicht nur Lambarene wurde mit Spenden bedacht: Zu Weihnachten sammelten Schüler und Mitarbeiter für Bildungsprojekte in Afrika und die Christian-David-Schule in Lettland. Das Benefizkonzert im Kirchensaal, für das die Zinzendorfschulen das weltberühmte Bläser-Quintett Harmonic Brass engagieren konnten, wurde spontan umgewidmet: Ursprünglich sollte auch der Erlös dieses Abends nach Lambarene fließen. Der verheerende Taifun Hayan, der kurz zuvor auf den Philippinen vielen Menschen das Leben oder ihre Existenzgrundlage gekostet hat, ließ Schulleitung, Musiker und Konzertbesucher kurzerhand umdisponieren.

Eine Altschülerin der Zinzendorfschulen, die als Lehrerin auf den Philippinen arbeitet, setzt diese Spendengelder für gezielte Projekte ein, ihre Berichte darüber sind regelmäßig auf der Webseite der Zinzendorfschulen zu lesen.

Ebenso wurde dort über alle anderen Aktivitäten berichtet, die über die Lehrpläne hinausgingen und immer wieder das Schulleben bereichern. Auf dem Campus an der Mönchweilerstraße entstand beispielsweise ein ambitioniertes Projekt, von dem noch viele Schülergenerationen profitieren werden: Die Zehntklässler des Zinzendorfgymnasiums haben in wochenlanger Arbeit ein Backhaus vor das Haus Christian David gesetzt. Handwerksbetriebe der Umgebung standen mit Rat und Tat zur Seite, so dass das Backhaus pünktlich zum Sponsorenlauf den erschöpften Läufern mit Pizza wieder zu Kräften verhalf.

Im Wahlfach Diakonie besuchten die Realschüler über einen längeren Zeitraum mehrfach die Christy-Brown-Schule für körperbehinderte Schüler, zwei Klassen der Berufsfachschule begleiteten sinnesbehinderte Menschen, die in den Werkstätten der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn arbeiten, auf ihrem Sommerausflug.

Technisches Verständnis waren unter anderem bei einem Roboter-Workshop und in der Kooperation mit dem Bildungspartner EGT gefordert. Wer sich bei all diesen verschiedenen Projekten und Angeboten noch nicht entschieden hatte, womit er später einmal seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte, konnte sich bei der mittlerweile dritten Berufsfindungsmesse Campus Comenius informieren, die im Vergleich zum Vorjahr abermals größer und schöner geworden ist. Sogar das Fernsehen berichtete in diesem Jahr darüber.

Im vergangenen Schuljahr ging mit der Fachschule für Sozialwesen ein neuer Zweig der beruflichen Ausbildung an den Start. Die Fachschule bildet Jugend- und Heimerzieher aus und wird - ebenso wie die Fachschule für Sozialpädagogik und das Berufskolleg für Praktikanten - von Sr. Schoo-Schemmann geleitet. Die langjährige Abteilungsleiterin Sr. Lütkebohmert-Schilling tritt ihren wohlverdienten Ruhestand in diesen Tagen an.

Eine weitere wichtige Personalie hat sich aus der Berufung von Pfarrerin Carstens in die Direktion nach Herrnhut ergeben. Ihr Mann Br. Carstens, der zuletzt das HCR leitete, in dem jetzt die Internatsschüler der Oberstufe wohnen, folgte ihr nach Sachsen. Br. Sendlbeck ist nun neben dem Haus Früauf auch für das HCR verantwortlich.

Was wären die Zinzendorfschulen ohne ihre Fülle an kulturellen Höhepunkten: Die Konzertsaison 2013 begann mit dem umjubelten Frühjahrkonzert, bei dem im Klassik-Teil unter anderem Jacques Offenbach und Rossini gespielt wurden. In der ersten Konzerthälfte begeisterte die neu formierte Jazz-Band, die im Lauf des Jahres immer mehr zum Geheimtipp avancierte. Das Sommerkonzert stand unter dem Motto "Freedom is coming", eine Sommerserenade der Unterstufenorchester entzückte an einem herrlich milden Sommerabend auf dem Campus zwischen dem Haus Spangenberg und dem Haus Katharina von Gersdorf Eltern und Passanten gleichermaßen.

Auch die verschiedenen Theater-Inszenierungen zogen das Publikum in ihren Bann: Die Theater-AG inszenierte "Die Hölle, das sind die anderen", mit "Mutter Courage und ihre Kinder" debütierte das "Theaterkollegium Zinzendorf". Ganz ohne Anleitung von Lehrern oder anderen Erwachsenen wagte sich eine Schülergruppe unter der Regie eines Zehntklässlers an "Woyzeck". Das Experiment glückte auf Anhieb so gut, dass sogar ein Gastspiel in St. Georgen geplant ist.

Im Bereich der bildenden Künste staunten zum Altschülertreffen hunderte Besucher über die Installation "Der aufstrebende Mensch", bei der Abiturienten - unter anderem inspiriert von Michelangelo - im Treppenhaus vom Haus Jan Hus den Weg vom Paradies mit einem Umweg über die Unterwelt bis hin zur Auferstehung zeigten.


erstellt am 21.01.2014


Ehrungen für langjährige Mitarbeit

Wie bei jeder Weihnachtsfeier wurden auch diesmal Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihr Engagement im Schulwerk geehrt.

Auf dem ersten Bild sind es für die Schulbereiche Br. Wittmanns von links:

Br. Rist (Fachschule Sozialpädagogik)  und Br. Bihler (Realschule/Werkrealschule) sind 10 Jahre bei uns, Sr. Maier (Realschule/Werkrealschule)  und Br. Müller (Berufsfachschule) gehören seit 20 Jahren zur Schulgemeinschaft und last but not least trifft man Sr. Lütkebohmert-Schilling seit 30 Jahren in der Fachschule für Sozialpädagogik, die sie bis Sommer auch geleitet hat.

Br. Treude (2. Bild, 2. von rechts) sprach die Laudatio für Sr. Kuner (Gymnasium, zehn Jahre) , Br. Kobilke (Internat, 20 Jahre), Sr. Gunnarsson (Gymnasium, zehn Jahre), Br. Jehle (Gymnasium, 30 Jahre), Sr. Zwick (Gymnasium, 10 Jahre). Außerdem ist Br. Fischer seit 10 Jahren als Schulpfarrer bei uns.

Br. Schaible (3. Bild rechts) zeichnete Sabine Petermann-Neumann (2. von rechts) und Hedwig Vogler (links) für 10 Jahre, sowie bei der Schneiderin Frieda Angst für 20 Jahre treue Dienste im Bereich Hauswirtschaft aus.

Allen Jubilaren gilt unser Dank, der sich in kleinen Präsenten manifestiert hatte!


erstellt am 16.01.2014


Schülerinnen texten auf Spanisch

Die Schülerinnen der Klasse ZG2 beschäftigen sich im Spanisch-Unterricht bei Sr. Prescha gerade mit einer Anthologie namhafter zeitgenössischer Autoren, die "vivir en tiempos difíciles" - das Leben in schwierigen Zeiten - beleuchten.

Die Kurzgeschichten beschreiben die Spaltung der spanischen Gesellschaft während der 2. Republik, das Grauen des spanischen Bürgerkriegs und der Francozeit, aber sie zeichnen auch die Kraft der Liebe und der Solidarität nach.

"Un ruido extraño" von Juan Eduardo Zúñiga schildert minutiös das Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges durch eine gewöhnliche und zufällige Begebenheit in einer Atmosphäre von großer Spannung und Angst: Ein Soldat hört in einem verlassenen Haus merkwürdige Geräusche und geht ihnen nach...

Zúñigas Geschichte überlässt das Ende der Fantasie seiner Leser und genau die haben die Schülerinnen spielen lassen. Auf Spanisch haben sie ein Ende der Geschichte getextet. 

So verschieden wie die Schülerinnen der ZG2 sind auch ihre Plots: Der Krieg, der Familien trennt und durch ein Zufall wiedervereint, der Sohn, der die Mutter wiederfindet, das Wiedersehen eines desertierten Freundes, eine weiße Blume inmitten von Zerstörung, der Obdachloser, der sich in der Hoffnung auf etwas Essbares ins schleicht, der Soldat, der eine Hündin und ihre Welpen vom sicheren Tod rettet, die Tränen der Freude eines Soldaten, der nicht glauben kann, seine geliebte Clara wiedergefunden zu haben, der Kämpfer, der seine tote Frau Lucia findet und die gemeinsame Tochter Pili doch noch kennenlernen kann.

Neugierig? Hier sind die literarischen Beiträge der Schülerinnen zu lesen.


erstellt am 15.01.2014


Küchenteam befragt Schüler

Lecker, gut gewürzt, guter Nachtisch und abwechslungsreicher Salat: So haben die meisten der 343 Schülerinnen und Schüler in der Woche vor dem ersten Advent das Kantinenessen bewertet. Das Küchenteam um den neuen Küchenleiter Jens Bergmann hatte die Fragebögen verteilt. „Interessanterweise hat das Essen hat den externen Schülerinnen und Schülern noch besser geschmeckt als den Internatsschülern“, stellte der kaufmännische Leiter des Schulwerks, Br. Schaible, fest.

Als kleiner Anreiz, sich an der Befragung zu beteiligen, wurde unter allen Teilnehmern ein Gutschein für die Buchhandlung Hornscheidt verlost. „Ich finde das Essen hier gut“, meinte Stella Žinić vom SG, die sich darauf freut, sich einen spannenden Roman auszusuchen.


erstellt am 08.01.2014


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Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen