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Jahresrückblick auf 2014

Ein spannendes Jahr war auch 2014 wieder für die Zinzendorfschulen. Den Schülerinnen und Schülern konnte ein Vielfaches dessen geboten werden, was der Lehrplan vorsieht. Immer ganz vorne dabei war der Bezug zur Praxis, zum „wirklichen Leben“.  Das begann mit einer fiktiven Gemeinderatssitzung, an der zunächst die Realschüler, ein paar Wochen später auch die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen teilnahmen. Die erste Gruppe nahm dafür sogar die Plätze der Gemeinderäte im Rathaus ein, beide Male war neben dem Sozialpädagogen Udo Wenzl auch Bürgermeister Link anwesend und vermittelte den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in politische Strukturen.

Ebenso anschaulich schnupperten die Zinzendorfschüler während ihrer Praktika in ihr mögliches Berufsleben, etwa  bei der Firma Conti. Ob für sie eher eine Arbeit im sozialen Bereich in Frage kommt, konnten die Realschüler beim Sozialpraktikum testen und die Gymnasiasten bei einem Projekt zum Thema Demenz, das zwei Studentinnen der Hochschule Furtwangen im Religionsunterricht vorstellten.

Manchmal kamen die Firmen auch nach Königsfeld, wie etwa der Bildungspartner EGT, dessen Auszubildende Rede und Antwort zu ihrem Tageablauf standen. Einen guten Überblick über die beruflichen Möglichkeiten gab auch im vergangenen Jahr wieder die Berufsfindungsmesse Campus Comenius

Immer wieder luden die Zinzendorfschulen Referenten und Gesprächspartner zu unterschiedlichen Themen ein: Zeitzeugen, die in den 1930er Jahren in Königsfeld die Schule besuchten, sprachen über ihre Erlebnisse,  die Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser beeindruckte die Oberstufe mit ihren Schilderungen aus Palästina. Es gab Vorträge von Fachleuten über Magersucht und ADHS, der ADHS-Referent Uwe Metz, der auch Kinderbücher schreibt, las vor Unterstufenschülern aus seinen Werken und machte mit ihnen in einem Literaturworkshop Schreibübungen.

Um die Abiturienten besser auf das Sternchenthema Büchner vorzubereiten, wurde das Mobile Theater eingeladen, das mit einer Collage einen Einblick in die Welt des hessischen Autors ermöglichte. Den hatte zuvor schon die Theater-AG gewagt und unter der Regie des Zehntklässlers Maximilian Holm mit großem Erfolg „Woyzeck“ inszeniert. Auch der Literatur- und Theater-Kurs hat mit einer eindringlichen Inszenierung überzeugt, die Gymnasiasten hatten das dänische Skandalstück „Nichts“ gewählt, in dem Sinnfragen gestellt wurden. Die angehenden Erzieher zeigten ebenfalls, dass sie sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wohl fühlen: Sie hatten anhand zweier kurzer Stücke vor allem gelernt, was es organisatorisch zu bedenken gibt, wenn sie später mit einer Gruppe Kinder oder Jugendlicher ein Stück aufführen wollen. 

Das Frühjahrskonzert stand unter dem Motto „Narnia“, neben klassischen Stücken des Orchesters begeisterte hierbei auch die Jazz-Band.  Bei der Sommerserenade, die vor allem dem Orchester-Nachwuchs Gelegenheit bietet, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln, spielte das Wetter im vergangenen Jahr leider nicht mit, so dass sie in den HKG-Saal verlegt werden musste. Beim sommerlichen Schulkonzert im Kirchensaal ließen schließlich verschiedene Chöre und das Blasorchester Hits aus 100 Jahren Revue passieren. Mit dem Kindermusical „Israel in Ägypten“ stimmte der Unterstufenchor die Altschüler zu ihrem jährlichen Treffen ein, den musikalischen Abschluss des Jahres bildete die von den Zinzendorfschulen gestaltete Singstunde, bei der unter anderem Werke von Telemann und Schubert zu hören waren.

Einen Abschluss für einen Lebensabschnitt gab es im vergangenen Jahr auch für mehrere Mitarbeiter des Schulwerks, darunter die langjährige Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik, Sr. Lütkebohmert-Schilling, die im großen Kreis von ihren Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen verabschiedet wurde. 

Im der Gesamtleitung der Zinzendorfschulen gab es Umstrukturierungen: Rainer Wittmann hat das Schulwerk verlassen, Br. Treude und Br. Schaible bilden seit Beginn des laufenden Schuljahres eine Doppelspitze aus pädagogischer und kaufmännischer Leitung. Sr. Schoo-Schemmann, Sr. Lutz-Marek, Br. Dassler und Br. Giesel wurden jeweils in ihrem Bereich zu stellvertretenden Schulleitern ernannt.

Es wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, die in den Sommerferien beendet und von drei neuen Active Boards - die großzügigen Spenden vom Verein der Freunde und Förderer, der EGT und der Firma Jerger zu verdanken sind - gekrönt wurden.

Die Internate wurden ebenfalls neu organisiert: Alle Jungen bis hin zur Oberstufe leben jetzt im Haus Früauf, während das Erdmuth-Dorotheen-Haus weiterhin den Mädchen ein Zuhause ist. Internats-Schülerinnen und –schüler der Unter- und Mittelstufe lernen gemeinsam mit den Besuchern des Tagesinternats auf dem neu erschaffenen Lerncampus im Haus Christian Renatus.

Immer wieder waren die Zinzendorfschulen im vergangenen Jahr auch ein magischer Anziehungspunkt für Besucher, die staunend das Schulwerk bewundern – sei es auf der Wirtschaftsleiterkonferenz der Evangelischen Schulbünde, die im vergangenen Jahr in Königsfeld tagten, sei es für Besucher der Südwestprovinz der Herrnhuter Brüdergemeine oder aber auch eine Busladung angehender Erzieher aus Polen, die sich für unsere Fachschulen interessieren. Letztes war ein eher spontaner Besuch – aber beide Seiten haben Interesse an einer Vertiefung der Beziehungen bekundet. Vielleicht gibt es dazu im nächsten Jahr an dieser Stelle mehr zu berichten.


erstellt am 29.01.2015


Gemeinde ehrt Zinzendorfschüler

Für ihre tollem Leistungen wurden beim Neujahrsempfang der Gemeinde Königsfeld acht aktuelle und ehemalige Schüler der Zinzendorfschulen geehrt: Eine Schülergruppe bestand aus Kira Schick, Steffi Caramanico, Maximilian de Geus, Valerie Knöbel und Hannah Schaetz, die mit ihrer fiktiven Firma „Breathless Beats“ den ersten Platz beim regionalen Wettbewerb zum „Deutschen Gründerpreis für Schüler" gewonnen hatten.
Auch Lukas Ebner, Valentin Melvin und Lennard Fiehn, die in verschiedenen Formationen den landesweiten Musikwettbewerb „Jugend jazzt“ gewonnen hatten, wurden beim Neujahrsempfang geehrt.


erstellt am 15.01.2015


Kulturpreis Schwarzwald-Baar für Theater-AG der Zinzendorfschulen

 Spannung bis zur letzten Minute: 17 Künstler und Ensembles haben sich im vergangenen Jahr um den Kulturpreis Schwarzwald-Baar beworben, drei von ihnen hat die Jury für die renommierte Auszeichnung als würdig erachtet und ihnen am Freitag die mit insgesamt 7500 Euro dotierten Preise überreicht. Einer von ihnen ging an die Theater-AG der Zinzendorfschulen, die im vergangenen Schuljahr mit der Inszenierung von Büchners Woyzeck für Furore gesorgt hatte. Das zehnköpfige Schülerensemble um den jungen Regisseur Maximilian Holm, der inzwischen die elfte Klasse des Zinzendorfgymnasiums besucht,  kam auf den zweiten Platz  – nach der Theater-AG des Gymnasiums am Hoptbühl und vor dem Donaueschinger Musiker und Komponisten Sebastian Schnitzer.

Der geniale Wurf des 23-jährigen Büchner sei „ein vielmals vom Theater geschundener Text in sperriger Sprache mit riesigem Personal“, meinte die Intendantin des Rottweiler Zimmertheaters, Bettina Schültke, in ihrer Laudatio. Woyzeck sei ein Drama, an dem Profi-Theater scheitern können. „Wer sich daran wagt, ist entweder größenwahnsinnig oder wurde von diesem Text gepackt.“ Letzteres war zweifelsohne der Fall,  weshalb sie und ihre Mitjuroren - der Kulturamtsleiter von Villingen-Schwenningen, Andreas Dobmeier, und der ehemalige Konrektor der Bickebergschule, Heinrich Greif - der Theater-AG der Zinzendorfschulen den renommierten Preises zugesprochen hatten.

Auch die Tatsache, dass die Schüler ohne Instruktion durch einen Lehrer ein dreiviertel Jahr mit Elan und Ausdauer geprobt hatten, beeindruckte die Jury, ganz zu schweigen vom Resultat, das „sich sehen lassen konnte“. „Nichts wirkt aufgesetzt und ausgedacht“, befand die promovierte Theaterwissenschaftlerin Schültke, die an etlichen der berühmtesten Bühnen des Landes als Dramaturgin tätig war und Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen innehat. Die Schüler hätten es geschafft, die Texte an sich heranzuholen, ohne sie banal zu machen, ihr konzentriertes Spiel habe überzeugt und nicht zuletzt seien die szenischen Übersetzungen gelungen.

Arendt Gruben,  Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, die gemeinsam mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis das Preisgeld stiftet, bewunderte, dass junge Menschen in  der Zeit des Nachmittagsunterrichts noch die Zeit finden, lange Texte zu lernen und sich in AGs zu engagieren. Landrat Sven Hinterseh zitierte in seinem Grußwort Albert Schweitzer, der einst sagte: „Kultur fällt uns nicht wie eine reife Frucht in den Schoß. Der Baum muss gewissenhaft gepflegt werden, wenn er Frucht tragen soll.“ 


erstellt am 12.01.2015


215 Jahre für die Zinzendorfschulen - Schulleitung ehrt langjährige Mitarbeiter

Manchmal könnten sich Eltern beim Gang durch das Amos-Comenius-Haus der Zinzendorfschulen wie in einer Zeitschleife fühlen. Die zierliche Gestalt mit dem fröhlichen Lachen und schier unbändiger Energie – die kennen sie doch irgendwoher? Nach einigem Grübeln wird ihnen klar: Das ist Lubi, die sorgte doch schon zu ihrer eigenen Schulzeit dafür, dass alles blitzblank ist. Tatsächlich arbeitet Ljubica Trajkovic seit 1974 im Bereich Hauswirtschaft des Königsfelder Schulwerks, weshalb der Wirtschaftsleiter der Zinzendorfschulen, Br. Schaible, sich bei der Weihnachtsfeier für 40 Jahre treue Dienste bei ihr bedankte. Und nicht nur er: Alle Mitarbeiter und ihre Familien erhoben sich von ihren Plätzen und spendeten „Lubi“ gebührenden Applaus.

„Zusammen kommen ist ein Beginn, zusammen bleiben ist ein Fortschritt und zusammen arbeiten ist ein Erfolg“, zitierte Br. Schaible Henry Ford. Diesen Erfolg konnten noch mehrere Jubilare verzeichnen: Die Hauswirtschaftsleiterin vom Jungeninternat Haus Früauf, Marta Riesterer, ist mit 35 Jahren fast ebenso lang im Team und Irene Fangrat arbeitet seit immerhin schon zehn Jahren im Bereich Hauswirtschaft.

Auch bei den pädagogischen Mitarbeitern gehören viele schon fast zum Inventar. Schulleiter Br. Treude konnte sich bei acht Mitarbeitern für insgesamt 130 Jahre bedanken. Die Lehrer Sr. Helms, Br. Bick, Br. Färber sowie der Erzieher Br. Stefan arbeiten seit zehn Jahren an den Zinzendorfschulen, der Musiklehrer Br. Ziegler, die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik und Sozialwesen, Sr. Schoo-Schemmann und Sr. Bippus sind doppelt so lange dabei. Den Ehrentitel „Urgestein des Schulwerks“ hat sich Br. Beller nach 30 Jahren verdient. Vor allem die „Beller‘sche Kompetenz“, die sich aus dem reichen Erfahrungsschatz des Pädagogen speise, sei sprichwörtlich, so Br. Treude.


erstellt am 08.01.2015


Angehende Erzieher gestalten Gottsdienst für Unterstufe - Kollekten am letzten Schultag ergeben rund 1300 Euro

Da kann im späteren Beruf nichts mehr schief gehen: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2BKSP2a der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen haben einmal mehr bewiesen, dass sie „kinderleicht“ ihren späteren Aufgaben gerecht werden. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien haben die angehenden Erzieherinnen und Erzieher den Gottesdienst für die Unterstufe gestaltet und dabei alle Register gezogen. Mit ihrem kurzweiligen, kindgerechten und dennoch feierlichen Programm konnten sie zeigen, was sie in Religions-, Theater-, Kunst- und Musikpädagogik gelernt haben.

Im Mittelpunkt des einstündigen Gottesdienstes unter dem Motto „Achtung, Achtung Weihnachten fährt ein“ stand ein Weihnachtsspiel von Tobias Petzold. Vor den selbstgemalten Kulissen eines Bahnsteigs wartet ein bunt gemischter Haufen Reisender am Heiligabend auf den Zug, der nicht kommt. Ein bisschen erinnert es an ein Beckett, jedoch macht hier das Warten durchaus einen Sinn, stiftet es doch Gemeinschaft, die zum Schluss sogar darin gipfelt, dass sich wildfremde Menschen gegenseitig aus der Bibel vorlesen und Geschenke überreichen.

Neben Fürbitten und Gebeten nahm auch Bilder und Musik einen wichtigen Teil des Gottesdienstes ein. Mit Gitarre, Flöte und Gesang interpretierten die angehenden Erzieher sowohl das traditionelle „Stille Nacht“ als auch den Popsong „Do they know it's Christmas“ inklusive deutscher Übersetzung.

Insgesamt gab es drei Gottesdienste für die verschiedenen Jahrgangsstufen und in allen wurde für einen guten Zweck gesammelt. Die Klassen 5-7 spendeten 240,36 Euro, in den Klassen 8-10 kamen 351,94 Euro zusammen, die Kollekten gingen jeweils an das Kinderhilfswerk UNICEF.

Die Oberstufe hat sich für zwei Projekte entschieden, auf welche die Kollekte von insgesamt 217,33 Euro aufgeteilt wurde. Mit 30 Prozent davon wird das haitianische Patenkind der Klasse ZG1b unterstützt. Die Gymnasiasten unterstützen Luce Carlène, die mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in der Nähe von Port-au-Prince lebt, seit 2010 mit monatlich 30 Euro, womit ihr der Schulbesuch ermöglicht wird. Es fließt nicht nur Geld, auch ein reger Briefkontakt hat sich im Laufe der Jahre entwickelt.

Der Großteil der Oberstufen-Kollekte geht an das Projekt CENIT im Süden der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Der Kontakt zu dem Projekt für Kinder und Jugendliche in problematischen Lebenslagen ist durch die ehemaligen SMV-Mitglieder und Altschüler der Zinzendorfschulen Désirée Barthel und Jonas Bauer entstanden, die dort einen internationalen Jugendfreiwilligendienst geleistet haben.

Eine sehr praktische Spende machten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik: Sie überreichten Asylbewerbern in St. Georgen 130 Flaschen Duschgel und Shampoo.

Aber nicht ausschließlich die Schüler, auch die Mitarbeiter der Zinzendorfschulen zeigten sich bei ihrer Weihnachtsfeier großzügig: Sie spendeten 483,73 Euro für die Flüchtlinge im Villinger Wohngebiet Erbsenlachen. Fast 1300 Euro plus Sachgeschenke kamen insgesamt an dem letzten Schultag zusammen, bevor sich Schüler und Mitarbeiter gut zwei Wochen lang erholen dürfen. Der Unterricht beginnt am 7. Januar nach dem normalen Stundenplan.


erstellt am 06.01.2015


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
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  • Fachschulen für Sozialpädagogik
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