Archiv

Seite: Page 1 Page 2 Nächste >

Hebamme berichtet aus Isoko

Knapp 1500 Euro hatten die Klassen 5-7 sowie die Mitarbeiter der Zinzendorfschulen bei der Weihnachtskollekte für Waisenkinder im tansanischen Isoko Hospital gesammelt, in dem immer mal wieder Freiwillige der Herrnhuter Missionshilfe arbeiten.

Ende vergangenen Jahres war auch die Hebamme Christiane Klingner aus Königsfeld für zwei Monate dort, um ihr Wissen weiterzugeben. Jetzt zeigte sie den Klassen 6 und 7 der Zinzendorf-Realschule bei einem spannenden Dia-Vortrag, wie es dort aussieht und wie der Alltag abläuft. „Wenn jemand in dieses Krankenhaus kommt, muss immer ein Angehöriger dabei sein, um ihn zu verpflegen und die Bettwäsche zu waschen“, erklärte sie. Die Patienten lägen in Zimmern mit acht bis zehn weiteren Kranken und müssen ihre Decken selbst mitbringen.

Christiane Klingner zeigte Bilder von einem Gottesdienst, der in Tansania schon mal 4-5 Stunden dauern kann und von Konfirmanden, die sich schön herausgeputzt, aber ihre Schuhe schon mal vorausschauend ein paar Nummern zu groß gewählt haben.

Ebenfalls ein paar Jahre zu früh dran sind viele Mädchen mit ihrer Elternrolle: „In Tansania werden viele Teenager schwanger, weil sie dort erst aufgeklärt werden, wenn es für viele schon zu spät ist.“ Durch die Baby-Pause seien viele Schülerinnen auch schon Anfang 20, wenn sie ihren Abschluss machen.

Das dem Krankenhaus angegliederte Waisenprojekt ermöglicht elternlosen Kindern den Schulbesuch und eine Ausbildung. Rund 1900 Waisen in der Region werden derzeit betreut, die Spenden finanzieren hauptsächlich Schulgebühren, Schuluniformen und Materialien oder auch mal eine nötige Operation. Aber den Kindern werden auch praktische Fähigkeiten wie die Hühner- oder Bienenzucht beigebracht, andere erlernen die Herstellung von Schmuck, so dass sie nicht vollständig auf fremde Hilfe angewiesen sind.


erstellt am 16.03.2016


Überragendes Schulkonzert begeistert Publikum

Ein Konzert allererster Güte durfte das Publikum am Samstag  im vollbesetzten Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine genießen. Mit Unterstützung von Berufsmusikern - darunter dem mehrfach mit internationalen Preisen bedachten Pianisten Jochen Ferber - haben Schüler, Lehrer, Ehemalige und Freunde der Zinzendorfschulen sowie das Kammerorchester St. Georgen Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3, c-Moll,  gespielt.  Das feurige, grimmige und zugleich humorvolle Werk entstand in mehreren Arbeitsphasen zwischen 1796 und 1803 und wurde von dem Komponisten in Wien selbst uraufgeführt.

In Königsfeld gelang den unterschiedlichen Musikern unter der Leitung von Br. Ziegler ein harmonisches Zusammenspiel, bei dem sich nicht zuletzt in den temporeichen Passagen die intensive Probenarbeit – auch in der Musikwoche – bemerkbar machte. „Wir bekommen beinahe täglich zu hören, dass die Schüler heute neben der Schule und verschiedenen Freizeitverpflichtungen fast keine Zeit mehr hätten, Musik zu machen“, sagte die Abteilungsleiterin der allgemeinbildenden Zinzendorfgymnasien, Sr. Lutz-Marek, als sie die Konzertbesucher zu „zwei Stunden seelischem Wohlbefinden“ begrüßte. „Heute Nachmittag erleben wir das Gegenteil.“

Im Hauptteil des Konzertnachmittags wurde neben Beethovens 3. Klavierkonzert die Akademische Festouvertüre von Johannes Brahms und ein Quartett aus Beethovens einziger Oper „Fidelio“ gegeben. Im „Fidelio“-Arrangement von Reinhard Ziegler übernahmen je zwei Oboen (Siegfried Weisser und Br. Färber) und zwei Trompeten (Christian Obergfell und Dominik Schäfer) die Rollen von Marzeline, Fidelio, Rocco und Jaquino.

In dem mit Spannung erwarteten Klavierkonzert überzeugte der Pianist Jochen Ferber schon vom ersten Takt an. In atemberaubendem Tempo reihte er die Noten wie Perlen aneinander und übernahm im Wechselspiel mit dem hochmotivierten Orchester immer wieder das Hauptthema. Beethoven notierte in sehr kleinen Notenwerten, so dass die Partitur nur so von Zweiunddreißigstel, Vierundsechzigstel, Hundertachtundzwanzigstel und sogar Zweihundertsechsundfünfzigstel Noten wimmelt.  Viele ruhiger war dagegen das einfache Thema in E-Dur im Largo des zweiten Satzes. Auf den weißen Bankreihen kuschelten sich Kinder an ihre Eltern, sogar die Abendsonne tauchte kurzfristig auf und den Kirchensaal in ein sanftes Licht, bevor im Rondo Allegro das Tempo wieder anzog.

Zu Beginn des Konzertes hatten die Orchester der fünften und sechsten Klassen gezeigt,  dass auch sie das Zeug dazu haben, bald mit den Profis zu musizieren. Aus dem Fünferorchester waren bereits einige mutige Soli zu hören, das Orchester der sechsten Klassen bewies mit dem „Fluch der Karibik“ eine erstaunliche Klangfülle und Präzision.

Der Schüler Daniel Kopp berührte m Chopins Walzer cis-Moll, op. 64, Nr. 2 und Donjeta Spahija beeindruckte stimmgewaltig mit einem Song der kosovarischen R & B-Sängerin Dafina Zeqiri.

Am Ende des mit stürmischem Applaus gefeierten Konzertes gab es noch einmal den zweiten Teil der Akademischen Festouvertüre – diesmal sogar mit den Nachwuchsmusikern der fünften und sechsten Klassen.


erstellt am 12.03.2016


Handys voller problematischer Rohstoffe

Sie sind klein, flach, praktisch und die meisten Menschen benutzen sie, ohne sich wirklich Gedanken über ihre Entstehung zu machen: Handys und Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch was steckt drin und vor allem: wie und unter welchen Bedingungen kommt es hinein? Zwei Referenten des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums (EPIZ) in Reutlingen haben in Königsfeld drei gleichsam spannende wie aufwühlende Vorträge gehalten.

Am Morgen klärten sie Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen von Realschule und Werkrealschule der Zinzendorfschulen über die globalen Zusammenhänge auf, die hinter den nützlichen Geräten verbergen. Der gebürtige Kongolese Tshamala Schweizer erklärte sehr authentisch, was die Werkzeuge moderner Kommunikation mit den kriegerischen Auseinandersetzungen um die dafür nötigen Rohstoffe in seinem Heimatland zu tun haben.

Eine spontane Umfrage zu Beginn des Workshops bestätigte die Statistiken: So gut wie jeder der 50 Schüler besitzt ein Smartphone oder Handy, ein guter Teil von ihnen hat in den vergangenen drei Jahren mindestens zwei Mal ein neues Gerät bekommen. Auch Schweizer selbst wollte sich nicht davon ausnehmen, habe er doch ebenfalls das dritte Handy in zehn Jahren.  „Wir sind die Verursacher des Krieges im Kongo“, sagte Schweizer. „Unser Konsumverhalten ist die Ursache dafür, dass jeden Tag im Ostkongo mehr als 100 Personen sterben. Nur zehn Prozent aller Kinder dort gehen zur Schulen, die anderen arbeiten, um ihre Familie zu ernähren.“ Besuche in seiner Heimat hätten ihm gezeigt, dass die Situation noch viel schlimmer sei als es die europäischen Medien vermitteln.

In einem Rollenspiel ließen die Referenten die Jugendlichen in die Haut verschiedener Menschen auf dem ganzen Globus schlüpfen, die an den mobilen Telefonen beteiligt sind. Ein halbes Dutzend Schüler verkörperten das kongolesische Kind, das in den Coltanminen arbeitet, die ecuadorianischen Arbeiter in den Goldminen,  südafrikanische Familien, die ohne Entschädigung umgesiedelt werden, weil auf ihrem Land Platin abgebaut wird, und die ausgebeutete  Arbeiterin in China, die für wenig Geld unter schlechten Arbeitsbedingungen die Telefone zusammenbaut.

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler sprudelten nur so vor Ideen, was man besser machen könnte: Sie schlugen etwa das Fairphone vor, oder die Rohstoffe zu recyclen. Sie waren gut vorbereitet und haben unter anderem im Technikunterricht alte Handys auseinandergenommen.

Die meisten der 2000 Kleinminen im Ostkongo seien von Rebellen kontrolliert, erklärte Tshamala Schweizer. „Diese töten und vergewaltigen Menschen“, sagte er. Es gebe zwar auch unabhängige Minen, aber auch in denen sind die Arbeiten gefährlich. Die Bergleute gehen immer tiefer unter Tage, bis sie kaum noch Luft bekommen. Ein Film, den die Deutsche Welle produziert hat, unterstrich das Gesagte. Gerade einmal 100 Minen seien als konfliktfrei zertifiziert, so Schweizer. „Und ich persönlich glaube nicht an die Zertifizierung.“ Der Herkunftsnachweise für Gold seien oft gefälscht, viele Drahtzieher sitzen im Ausland, etwa im benachbarten Ruanda, und auch das belegte der Film.

Noch deutlicher wurden die Referenten bei ihren Vorträgen am Nachmittag und am Abend:  „Für dieses kleine elektronische Gerät sterben täglich Tausende von Menschen“, erklärte Schweizer mit Blick nicht nur auf sein Heimatland. Die belgische Kolonialzeit sei brutal gewesen, so Schweizer,  aber es starben nie so viele Menschen wie jetzt. Internationale Unternehmen - darunter auch deutsche Firmen  - ermöglichen erst den Krieg im Kongo. Sie liefern den unterschiedlichen Rebellengruppen Waffen und bekommen dafür die begehrten Rohstoffe, ohne die kein Handy und kein Smartphone funktioniert.

 Die moderne Kommunikation wollten die beiden Referenten niemandem versagen, nutzen sie sie doch auch selbst. Doch sie wollen das Bewusstsein schärfen, dass man ein Handy auch mal reparieren lassen kann, wenn es kaputt ist und – sollte es doch einmal nicht mehr zu reparieren sein – es ein Lieferant für die wertvollen Rohstoffe ist. In den Müllhalden von Indien und Ghana werden die Geräte nicht sachgemäß verschrottet. Der einfachste Weg, ein neues Handy zu vermeiden ist, sein altes zu behalten: „Es ist wichtig, dass die Handys möglichst lange benutzt werden“, sagte Eva Mund und ihr Kollege war froh über die Gelegenheit zur Aufklärung: „ Nicht nur Afrika braucht Bildung, wie alle müssen uns bilden, um die weltweiten Zusammenhänge zu verstehen“


 http://www.handy-aktion.de


erstellt am 09.03.2016


Eigener Internetauftritt des Zinzendorfinternats

Das Zinzendorfinternat hat nun seinen eigenen Internetauftritt. Sie erreichen ihn über www.zinzendorfinternat.de oder über einen Klick auf das blaue Feld Internat auf dieser Seite unter dem Titelbild. Viel Vergnügen beim Durchstöbern!

 

 


erstellt am 07.03.2016


Tag der offenen Tür zeigt Vielfalt der Erzieher-Ausbildung

Die ganze Vielfalt der Ausbildung zum Erzieher sowie zum Jugend- und Heimerzieher zeigten die Zinzendorfschulen bei ihrem Tag der offenen Tür.  Schon am Eingang empfing die Jugendlichen, die zumeist mit ihren Eltern gekommen waren, ein verlockender Duft aus der gläsernen Küche, in welcher österliches Backen auf dem Stundenplan stand, denn gesunde Ernährung für Kinder ist ebenso Inhalt der Ausbildung wie beispielsweise Religionspädagogik, Theater- , Medien- und Kunstpädagogik und Konflikttraining.

In mehreren Räumen des Erdmuth-Dorotheen-Hauses informierten nicht nur Lehrer, sondern auch angehende Erzieher über die Ausbildungswege, die Voraussetzungen und die Perspektiven.  Welche Praktika werden gemacht, wie sind die Voraussetzungen, um BAföG zu beantragen, wie schwer ist es, nebenbei  zusätzlich die Fachhochschulreife zu erlangen? Das waren die Fragen, die mit am häufigsten gestellt wurden.

Eine Ausstellung zeigte die verschiedenen didaktischen Handlungsansätze, ein Film die Herangehensweise vom Konfliktmanagement, ein anderer die Theaterarbeit. In einem Raum konnten Besucher selbst kreativ tätig werden und Exponate für das „Kleinsten Museum der Welt“ kreieren, das mit einer feierlichen Vernissage eröffnet wurde.

Die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik, Sr. Schoo-Schemmann, stellte die Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen noch einmal kompakt in einer kurzen Präsentation vor. „Moderner Unterricht in traditionellem Ambiente, Wertschätzung des Einzelnen, engagierte und intensive Elternarbeit, enge Zusammenarbeit mit der Praxis sowie ein umfangreiches AG-Angebot sind uns besonders wichtig.“

Die Besucher waren sehr angetan von der Vielseitigkeit der Ausbildung an den Zinzendorfschulen. Sarah aus Donaueschingen hatte sich zuvor in Richtung Wirtschaft orientiert, „aber das war nicht das Richtige für mich“, sagte sie. Eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin an der Fachschule für Sozialwesen würde ihr eher entsprechen, meinte sie und war daher froh, sich in Königsfeld informieren zu können.

„Ich habe schon viel Gutes über die Zinzendorfschulen gehört“, sagte Mika Fleischmann. Noch geht er in Schwenningen zur Schule, kann sich aber gut vorstellen, sich nach seinem Abschluss an der Fachschule für Sozialpädagogik zum Erzieher ausbilden zu lassen. „Im Fußballverein trainiere ich Kinder, da habe ich gemerkt, dass mir der Umgang mit ihnen Spaß macht.“


erstellt am 04.03.2016


Seite: Page 1 Page 2 Nächste >

Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen