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Großes Interesse an G8, G9 und Realschule

Einen guten Einblick in das facettenreiche Leben an den acht- und neunjährigen Zweigen des Zinzendorfgymnasiums und an der Realschule konnten sich Grundschüler und ihre Eltern bei der Viertklässlerparty verschaffen. Weit mehr als 200 Erwachsene ließen sich von Schulleitung, Lehrern, Schülern und Eltern die Besonderheiten des Schulwerks erklären, das besonderen Wert darauf legt, jedes Kind als Individuum wahrzunehmen. Die Grundschüler wurden währenddessen in mehreren Gruppen von der SMV betreut und bekamen unter anderem in Werkraum, Chemiesaal, Kunstatelier und Turnhalle einen ersten Eindruck von der mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern größten  evangelischen Privatschule mit Internat in Baden-Württemberg. 

Während Schulleiter Br. Treude zunächst das gesamte Schulwerk mit seinen Besonderheiten - wie der Anrede der Lehrer als Bruder und Schwester, den Stillen Fünf Minuten und dem Morgensegen - vorstellte, erklärte parallel dazu in einem anderen Raum der stellvertretende Schulleiter Br. Hertnagel die Realschule. Hier knüpfen junge Menschen besonders früh Kontakte zur Berufswelt und erlernen mit erlebnispädagogischen Elementen spielerisch Teamfähigkeit.

Damit es nicht bei der Theorie blieb, konnten sich die Eltern bei beiden Teilen der   Informationsveranstaltung anhand kleinerer musikalischer und dramaturgischer Einlagen selbst davon überzeugen, zu welchen Leistungen die Kinder an den Zinzendorfschulen befähigt werden.

„Bereits in der fünften Klasse werden die Schülerinnen und Schüler in Rhetorik geschult“, sagte die stellvertretende Schulleiterin und Abteilungsleiterin des Gymnasiums, Sr. Lutz-Marek. Mit Schauspieltechniken wie Atem- und Haltungstraining, aber auch Elementen aus dem Deutsch- und Musikunterricht lernen die Fünftklässler so ganz nebenbei, unbefangen vor größerem Publikum zu sprechen, was ihnen im Laufe ihrer Schulzeit bei Präsentationen und Referaten und später auch beim Studium und im Berufsleben zugutekommt.

Weitere Besonderheiten sind der differenzierte Unterricht (DU), der in Mathematik und Englisch jeweils eine Stunde im Wochenplan einnimmt und das Selbstorganisierte Lernen, bei dem sich die Kinder innerhalb des normalen Unterrichts selbstständig zwei Wochen lang einem bestimmten Thema widmen. Selbstverständlich bekommen sie wenn nötig Hilfestellung und die Ergebnisse werden später auch in geeigneter Form überprüft. „Das kann als Präsentation sein oder auch Teil einer Klassenarbeit“, so Sr. Lutz-Marek. Die verschiedenen Schulprofile Sprachen, Naturwissenschaft und Technik sowie Bildende Kunst und Design kamen ebenso zur Sprache wie der bilinguale Unterricht.

Großer Wert wird auf die Gemeinschaft an den Zinzendorfschulen gelegt, was sich in einer Vielzahl von Schulveranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften zeigt, in denen nicht nach Schulzweigen unterschieden wird. Zur Schulgemeinschaft gehören am Königsfelder Schulwerk selbstverständlich auch die Eltern, weshalb der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Gymnasien, Roland Brauner, die Elternarbeit vorstellte. Dazu gehört unter anderem die zweijährliche Ausrichtung eines großen Schulfestes. „Mit dem dabei eingenommenen Geld finanzieren wir Dinge wie etwa die Slackline auf dem Pausenhof oder T-Shirts für das SMV-Team.“

Nach den umfangreichen Informationen waren viele Eltern noch neugierig und ließen sich durch das Schulwerk führen, bevor sie ihre Kinder wieder in Empfang nahmen.


erstellt am 22.02.2017


Informativer Abend für angehende Erzieher und Jugend- und Heimerzieher

Einen guten Einblick in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und vor allem die Ausbildung zu solchen Berufen bekamen  junge Menschen und ihre Eltern beim Info-Abend für angehende Erzieher und Jugend- und Heimerzieher. Die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik und Sozialwesen an den Zinzendorfschulen, Sr. Schoo-Schemmann, und die Lehrerin Sr. Bippus erklärten die unterschiedlichen Ausbildungswege und Einsatzmöglichkeiten. Anhand von Kennenlernspielen war die Stimmung schnell aufgelockert und die Interessenten sahen sofort, worauf es bei den beiden Berufen ankommt: Flexibilität und ständiges Eingehen auf neue Situationen.

Während Jugend- und Heimerzieher eher mit älteren Kindern und Jugendlichen arbeiten, liegt der Einsatzbereich für Erzieher vor allem im Vorschulalter. Aufgrund des akuten Fachkräftemangels sind die Grenzen zurzeit jedoch fließend. Nicht jedoch in der Ausbildung: bei den Erziehern liegen die Schwerpunkte im kreativ-künstlerischen Bereich und auch Pädagogik spielt im Unterricht eine große Rolle. Die angehenden Jugend-  und Heimerzieher lernen dagegen mehr über die Bereiche Recht, Gesundheit und Umwelt sowie Alltagsgestaltung.

Ob die Auszubildenden lieber mit jüngeren oder älteren Kindern arbeiten, merken sie bei den zahlreichen Praktika sehr schnell. In beiden Ausbildungsgängen ist es an den Zinzendorfschulen möglich, mit zusätzlichem Unterricht und Prüfungen die Fachhochschulreife zu erlangen, die Katholische Hochschule Freiburg bietet Absolventen der Königsfelder Fachschulen ein verkürztes Studium des Bachelorstudiengangs „Pädagogik“.

Seit vergangenem Jahr ist an beiden Fachschulen neben dem BAföG auch die Förderung von Schulentgelt und Unterhalt durch das AFBG möglich. Dieses sogenannte Aufstiegs-BAföG wird elternunabhängig und teilweise einkommensunabhängig ermittelt.

Wer nicht zur Informationsveranstaltung kommen konnte, hat am 20. März um 18 Uhr eine weitere Gelegenheit, sich im Erdmuth-Dorotheen-Haus, Zinzendorfplatz 11 in Königsfeld über die Ausbildung für einen Beruf mit Kindern und Jugendlichen an der Fachschule  für Sozialwesen und der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen zu informieren.


erstellt am 16.02.2017


Drei Internatsschüler beim Landeswettbewerb Mathematik ganz vorne

Algebra, Geometrie, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Zahlentheorie – Mathematik ist für viele Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung. Jiaan Tian, Qian Chen und Wenqi Song vom Zinzendorfgymnasium stellten sich ihr mit Bravour und wurden für ihre überdurchschnittlichen Leistungen beim Landeswettbewerb Mathematik mit Urkunden und Buchpreisen ausgezeichnet. Qian aus der Klasse 9c und Jiaan (10c) belegten in der ersten Runde jeweils einen dritten Platz, Wenqi aus der 10b hat sich mit seinem ersten Preis für die nächste Runde des Wettbewerbs qualifiziert, der in diesem Jahr bereits zum 30. Mal ausgeschrieben wurde. Insgesamt hatten sich 613 Jugendliche aus Gymnasien, Realschulen und Gemeinschaftsschulen bis einschließlich Klassenstufe 10 an dem Wettbewerb beteiligt. Die drei Chinesen leben in Königsfeld im Internat, gehören in ihren Klassen im Mathematikunterricht jeweils zu den Klassenbesten und haben großen Spaß daran, in ihrer Freizeit Aufgaben zu lösen. „Die waren nicht so ganz einfach“, fand Wenqi, der auch im vergangen Jahr schon erfolgreich an dem Wettbewerb teilgenommen hatte. Seiner Mitschülerin Qian gefällt an mathematischen Aufgaben das logische Denken.


erstellt am 13.02.2017


Zinzendorfschüler landesweit auf Platz 1 beim Planspiel Börse

Nachhaltigkeit ist Trumpf: Ein Team der Zinzendorfschulen hat sich beim Planspiel Börse, einem Online-Wirtschaftsspiel der Sparkassen, in der Nachhaltigkeitsbewertung gegen 3800 teilnehmende Teams im ganzen Bundesland durchgesetzt und den ersten Platz in Baden-Württemberg erzielt. Jetzt wurden sie an einem erlebnisreichen Tag in Stuttgart, bei dem neben der Besichtigung der Börse und einem Mittagessen in der Landesbank auch ein Besuch im Porsche-Museum auf der Tagesordnung stand, für den mit 1000 Euro dotierten ersten Platz vom Sparkassenverband Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Julia Vieira da Silva, Hanna Hauber und Verena Nagel vom Wirtschaftsgymnasium machten als Team „Die BöseBörse“ einen Gewinn in Höhe von 4 402,96 Euro, wobei sie ausschließlich auf nachhaltige Aktien setzten. Der Themenschwerpunkt „Nachhaltigkeit” soll zukunftsorientiertes und verantwortungsvolles Handeln schon bei jungen Leuten fördern. „Langfristige Strategien sollen kurzfristiges Handeln ersetzen - ohne dabei ökonomische Faktoren aus dem Blick zu verlieren“, hieß es in der Ausschreibung.

Die nachhaltigen Aktien im Planspiel Börse gehören dem Nachhaltigkeitsindex Ethibel Sustainability Index (ESI) Global an. In diesem Index sind ausschließlich nachhaltige Unternehmen aus Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik gelistet.

„Es war eigentlich ganz einfach“, sagte Hanna Hauber, „besonders viel Zeit haben wir auch nicht in das Planspiel Börse investiert, einfach immer mal wieder auf den Stand geschaut und entsprechend reagiert.“ Sie fand es toll, dabei einen Einblick in den Börsenhandel zu bekommen und spielerisch ohne Risiko hautnah zu erlebenn, wie die Märkte funktionieren. Den Gewinn in Höhe von 1000 Euro vom Sparkassenverband teilen die drei Schülerinnen der Klasse WG1 genauso auf wie schon die 300 Euro, die sie von der Sparkasse Schwarzald-Baar für ihren ersten Platz bekommen hatten. Das Geld sparen sie für Klassenfahrten und Autos. Irgendwann einmal selbst Börsenmakler zu werden kommt für Hanna trotz aller Freude über den Gewinn nicht in Frage: „Das ist mir dann doch zu riskant.“

Ein weiteres Team vom Wirtschaftsgymnasium der Zinzendorfschulen war auf Kreisebene ebenfalls erfolgreich:  "Global Industries" aus der WG2 belegte den vierten Platz bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar mit einem Depotwert von 55 448,27 Euro. Sie verfehlten den dritten Platz um nur knapp um 5 Euro. Alicia Elkmann, Luna Tröltzsch, Thomme Dannert und Alexander Baier dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von 150 Euro freuen.

Fotos: Sascha Baumann, Stuttgart


erstellt am 06.02.2017


"Schwarz ist nicht die Farbe der Trauernden"

„Im Himmel haben alle Flügel“,  sagte einmal ein kleines Mädchen, dessen Mutter im Hospiz nach langer Krankheit starb. Die Kunsttherapeutin und Sterbe- sowie Trauerbegleiterin Barbara Hummler-Antoni wählte dieses Zitat als Titel für ihren Vortrag an den Zinzendorfschulen, in dem sie zahlreichen Betroffenen und Interessierten erläuterte, wie Kinder trauern und Erwachsene sie dabei am besten betreuen können.

Der Tod als unumkehrbares Ende aller lebensnotwendigen Körperfunktionalitäten aus physikalischem oder biologischem Grund sei die dramatischste, aber nicht die einzige Verlustsituation, erklärte sie. Neben dem Tod von Verwandten oder Haustieren betrauern Kinder auch beispielsweise den Wegzug des Freundes in eine andere Stadt, wenn ihre Eltern nicht mit ihnen den Tag im Kindergarten verbringen oder die Abenddämmerung.

Die meisten Menschen hätten keine Angst vor dem Tod, jedoch vor dem Sterben.  Kleine Kinder gehen oft unbefangen mit dem Tod um, da sie ihn zunächst als eine vorübergehende, befristete Trennung ansehen, so Barbara Hummler-Antoni. „Erst mit zunehmendem Alter lernen sie, dass der Tod nicht rückgängig zu machen ist, dann steigt auch die Abwehr.“ Im Grundschulalter wird der Tod oft figürlich dargestellt, etwa als Skelett oder Sensenmann, aber auch das Bild von einem Loch oder Keller wählen Kinder häufig. Besonders schwer trifft sie der Verlust  eines Familienmitglieds, denn „das ist immer auch ein Identitätsverlust.“

Um darüber hinwegzukommen, bräuchten Kinder Zeit, Zuwendung und Zuversicht. Trauerrituale könnten helfen, auch Hilfsangebote von Außenstehenden sollten durchaus angenommen werden. „Wer mit einem trauernden Kind zu tun hat, darf auch selbst Gefühle zeigen“, sagte sie. Ehrlichkeit sei wichtig und die Wahl der richtigen Worte. Metaphern wie „Opa ist eingeschlafen“, könnten Ängste auslösen:  „Kleine Kinder trauen sich dann oft nicht mehr, zu schlafen.“

Zum Tod durch Krankheit und Alter ist in den letzten Jahren auch verstärkt der Tod durch Gewalt  - zumindest in den Medien – für viele Kinder und Jugendliche präsent. Seit Winnenden ist Sterben auch bei jungen Menschen, die noch keine Familienangehörigen verloren haben, ein Thema.  „Eine Studie aus dem Jahr 2004 hat ergeben, dass jeder Mensch bis zu seiner Volljährigkeit 18000 reale und fiktionale Todesfälle mitbekommen hat.  

Das sei das Alter, in dem Jugendliche allein den Tod eher verdrängen. In einer Gruppe dagegen, etwa im Konfirmandenunterricht, seien sie sehr an Themen rund um den Tod interessiert und neugierig, etwa im Gespräch mit einem Bestatter, was auch in der Diskussionsrunde bestätigt wurde.

Am Nachmittag hatte Barbara Hummler-Antoni einen Workshop angeboten, an dem Schüler und Lehrer verschiedener Schularten der Zinzendorfschulen teilnahmen.   „Der Tod begegnet früher oder später jedem, daher ist es gut, wenn man sich damit auseinandersetzen kann“, erklärte ein Schüler, warum er an dem Workshop teilnahm.

Beim zirkulären Malen bekamen die Teilnehmer Einblick in die Situation von Menschen, die nicht mehr viel Zeit zum Leben haben.  Jeder Teilnehmer hatte ein Blatt Papier und eine Schachtel Wachsmalkreiden vor sich und malte ein Motiv seiner Wahl darauf. Die einen entschieden sich eher für geometrische Muster, andere für  Blumen oder das Meer, einige füllten das ganze Blatt, die nächsten nur eine Ecke. Nach jeweils einer Minute ertönte ein Gong und das Blatt wurde im Uhrzeigersinn für eine Minute so oft weitergereicht, bis die Bilder wieder beim Urheber waren. „Man erfährt dabei sehr viel“, erklärte die Kunsttherapeutin. Wie bei einer lebensverkürzenden Diagnose müssen die Maler die Kontrolle abgeben, sie haben nur begrenzt Zeit, sie wissen nicht, was diejenigen, in deren Hände sie ihr Werk weiterreichen, damit tun.“

Die Teilnehmer hatten dieses spannende Experiment ganz unterschiedlich aufgenommen. Die einen empfanden es als schwierig, ihr eigenes Bild weiterzugeben, andere hatten Skrupel, das Werk des Nachbarn zu verändern. Menschen setzte niemand in das gemeinschaftliche Bild und  - obwohl Tod und Abschied das Thema des Tages waren – wählte kaum jemand dunkle Farben. Alle Bilder strahlen Wärme und Fröhlichkeit aus. „Schwarz ist nicht die Farbe der Trauernden“, weiß die Trauerbegleiterin aus langjähriger Erfahrung.

Der thematisch ausgerichtete Tag mit Workshop, Ausstellung diverser Vereine und Institutionen sowie einem Vortrag am Abend gehörte zum umfangreichen Programm der Hospizbewegung ambulant Schwarzwald-Baar e. V., das dieser im Rahmen seiner Jubiläumsfeierlichkeiten organisiert hat.


erstellt am 03.02.2017


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen