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Zu Gast bei der Muslimischen Gemeinde Spaichingen

Es war für die drei achten Klassen des allgemeinbildenden Gymnasiums ein besonderer Schulnachmittag geworden. Zusammen mit ihren Religionslehrern Sr. Klingner-Huss und Br. Luz sowie dem Schulpfarrer Br. Fischer erlebten die Schülerinnen und Schüler in der Moschee Fathi Camii in Spaichingen einen abwechslungsreichen Religionsunterricht. Interreligiöses Lernen wurde durch die fachkundige Führung von Fadime Yildirim und Akin Eski eindrücklich und authentisch ermöglicht.

Die Zinzendorfschüler lernten nicht nur das Gebäude und den Gebetsraum der Moschee als für fast alle bisher unbekannte Umgebung kennen , sondern bekamen auch ein lebendiger Eindruck vom religiösen Leben der muslimischen Gemeinde. Selbst in der durch arabische Ornamente verzierten Umgebung zu sein, die zu einer Moschee gehörigen Einrichtungen und Ausstattungen wahr nehmen zu können und  vor allem auch mit Menschen dieser Gemeinde unmittelbaren Kontakt zu haben, stellte den hohen Wert der Exkursion dar.

Gerade in einer Zeit zunehmender Spannungen und Verunsicherungen wird Kenntnis und Erfahrung des je Fremden zu einem unschätzbaren Wert und bildet eine wichtige Grundlage für die je eigene Urteilsbildung. Durch viele Fragen der Jugendlichen wurde dieser Nachmittag als ein Dialogunterricht möglich und in seiner entspannten Form auch reibungslos miterlebt.

Die Schülerinnen und Schüler wussten auch zu schätzen, dass sie diese Reise im Doppelstockbus der Schwenninger Wildwings unterwegs waren.

Christoph Fischer


erstellt am 24.03.2017


Abwechslungsreiches Schulkonzert begrüßt den Frühling

Jazz meets Classic meets Pop meets  Folk – so in etwa könnte das vom Publikum im voll besetzten Kirchensaal mit Begeisterung aufgenommene Konzert der Zinzendorfschulen bezeichnet werden. Den Auftakt machte die Jazzband in neuer Besetzung, bei der vor allem die Sängerinnen Silke Vogt und Donjeta Spahija mit ihren souveränen Stimmen mal im Duett - wie bei Horace Silvers „Song for my Father“ oder Ben Tuckers „Coming Home Baby“ - mal abwechselnd ihre Zuhörer in den Bann zogen.  Der von Bart Howard komponierte Sinatra-Klassiker „Fly me to the Moon“ sprühte dabei ebenso vor Leben wie drei Songs von Duke Ellington, Nat Adderley und Charly Parker.  Die bewährte Bläserfraktion mit Annette Fritz, Sr. Marga und Michael Maurer sowie Hans-Beat Motel trug mit ihren launigen Improvisationen das Ihrige dazu bei, dass man sich bei geschlossenen Augen eher in einem gemütlichen Jazz-Keller denn im ehrwürdigen Kirchensaal wähnen konnte.

Die Orchester der fünften und sechsten Klassen hatten  vor allem Traditionals wie „He’s got the Whole World“ oder „Lach Jeruschlalajim“ im Programm, aber auch den barocken Kanon von Johann Pachebel und den Filmsong „Eye of the Tiger“. Sie hatten – wie übrigens alle Beteiligten des Frühjahrskonzerts unter der Leitung von Br. Ziegler – in der Musikwoche vor dem großen Konzert so fleißig geübt, dass es fast erstaunlich war, lediglich eine Violinistin des Fünfter-Orchesters bereits im großen Orchester wiederzufinden – was ohnehin eine erstaunliche Leistung ist. Aber die jungen Musiker haben ja alle Zeit der Welt, schließlich ist es an den Zinzendorfschulen üblich, dass im Schulorchester neben Schülern aller Jahrgangsstufen auch Altschüler, Eltern, Freunde und Mitarbeiter gemeinsam musizieren.

Vor dem Auftritt des Schulorchesters glänzten Dominik Schäfer (Trompete) aus der 9R, der Internatsschüler Wenqi Song (Klavier) aus der 10b und Sebastian Flaig (9b) auf der Posaune mit anspruchsvollen Stücken von Joy Webb, Jianzhong Wang und Leonard Bernstein.

Für das große Orchester hatte Br. Ziegler zwei Sätze aus George Bizets Arlésienne Suite und dem Balletto aus der ersten von Otto Respighis „Ancient Aires ans Dances“ gewählt. 
Zu seiner Arlésienne Suite wurde Georges Bizet von Melodien aus der Provence inspiriert. Er komponierte die Musik 1827 als Bühnenmusik für ein Theaterstück. Das Prélude ist ein Marsch, dessen Thema auf ein altes Dreikönigslied aus der Gegend um Arles zurückführt, beim Farandole griff Bizet das gleiche Motiv noch einmal auf und kombinierte es mit kombiniert es mit dem „Tanz der feurigen Pferde", einer provenzalischen Volksmelodie.

Das Konzert endete nach kurzweiligen eineinhalb Stunden mit einer Suite aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“ – aber nicht ganz: Als Zugaben wurden Medleys aus Bizets Oper „Carmen“ mit donnerndem Applaus gefeiert.

Eine Bildergalerie gibt es hier, bei Youtube ist ein kurzer Videoclip mit Impressionen vom Konzert zu sehen.


erstellt am 20.03.2017


Fair-Trade-Frühstück als Prüfungsthema

Dass Prüfungen sowohl für Prüflinge als auch ihre Mitschüler eine schöne Sache sein können, haben Letizia Galasso und Anna Marterer aus der Klasse 10R der Zinzendorfschulen gezeigt. Die beiden Realschülerinnen haben im Fach Mensch und Umwelt (MuM) eines von drei vorgegebenen Themen gewählt und ein Fair-Trade-Frühstück zubereitet.

Bei dem reichhaltigen Buffet fehlte es an nichts: Angefangen von frisch gepresstem Orangensaft über Kaffee, Kakao, Obst, selbst gebackenen Brötchen, Muffins und Müslibällchen war sogar die Tischdekoration – Rosen und Tulpen - fair gehandelt. Dass fairer Handel sich auch auf regionale Lebensmittel bezieht, zeigten sie unter anderem mit Getreide aus den umliegenden Mühlen.

Vier Wochen lang hatten sie sich im Rahmen des Unterrichts theoretisch mit der Herkunft von Lebensmitteln auseinandergesetzt und auf den praktischen Teil ihrer Prüfung vorbereitet. Daher konnten sie gelassen der Bewertung von Ulrike Rök und Birgit Helms aus der MuM-Fachschaft entgegensehen. Auch Schulleiter Johannes Treude ließ es sich schmecken und lobte das üppige Frühstücksbuffet.

Eine weitere Gruppe hatte als Prüfungsthema „Sport und Ernährung“  gewählt und bereitete zum Mittag Geschnetzeltes mit Reis und als Nachtisch einen Obstsalat vor, eine dritte Gruppe beschäftigte sich mit Upcycling von alten Jeans und T-Shirts, aus denen unter anderem Taschen und Kinderspielzeug entstanden. „Das Besondere an dem Fach MuM ist die Praxis“, so Ulrike Rök, „in der die Schülerinnen und Schüler viel Engagement zeigen können.“


erstellt am 17.03.2017


Vielseitige Ausbildung für einen Beruf mit Kindern und Jugendlichen

Die Ausbildung für einen Beruf mit Kindern und Jugendlichen ist an den Zinzendorfschulen sehr vielseitig und vor allem praxisbezogen. Schon im ersten Jahr der zweijährigen Berufskollegs steht ein sechswöchiges Praktikum auf dem Lehrplan. Benedikt Klein, der sich an der Fachschule für Sozialpädagogik zum Erzieher ausbilden lässt, hatte sich für einen Praktikumsplatz im Villinger Waldkindergarten entschieden, Evelyn Grossmann, die mit dem Ausbildungsziel Jugend- und Heimerzieherin die Fachschule für Sozialwesen besucht, absolvierte ihr Praktikum an der Luisenklinik in Bad Dürrheim. Beide fanden sich durch die Erfahrungen, die sie dabei sammeln konnten, in ihrem Berufswunsch bestätigt.

„Es ist toll, durch das Praktikum viele verschiedene Facetten der Arbeit kennen zu lernen“, sagt Benedikt Klein. Er ist sehr naturverbunden und interessierte sich daher für das Konzept des Waldkindergartens. Gerade die Monate zwischen November und Februar sind im Waldkindergarten eine Herausforderung, weshalb das Praktikum mitten im tiefsten Winter für ihn eine Art Indikator war: „Wenn es mir sogar bei diesen Temperaturen gefällt, dann ist es auch etwas für mich“, hatte er sich gedacht und diese selbst gewählte Bewährungsprobe bestanden: Er kann sich gut vorstellen, später einmal in diesem Bereich zu arbeiten. Der Bundesfreiwilligendienst hatte Benedikt schon vor seiner Ausbildung in Königsfeld an einen Kindergarten geführt. „Es war ein glücklicher Zufall“, erinnert er sich, denn dabei wurde ihm sein Berufswunsch klar.

Der Tag im Villinger Wald beginnt für die Kinder mit einem Morgenkreis, danach gibt es oft eine Wanderung. Benedikt konnte sich bei den drei Erzieherinnen in seiner Gruppe, die derzeit für 19 Kinder zuständig sind, viel abschauen, aber auch selbst erdachte Aktivitäten anbieten: Er bastelte beispielsweise mit den Kindern Meisenglocken und organisierte eine Tier-Rallye durch den Wald. Das Frühstück nehmen Kinder und Erzieher gemeinsam in den Hütten ein. Dort wird bei schlechtem Wetter auch gemalt oder den Jahreszeiten entsprechende Dekoration gebastelt. „Ansonsten gibt es hier keine fertigen Spielsachen, aber den Kindern fehlt es trotzdem an nichts“, konnte Benedikt feststellen. „Sie entwickeln ein hohes Maß an Kreativität, wenn sie etwa mit Kastanien und Waldfrüchten Kaufladen spielen.“

Im Unterricht fühlte er sich gut auf seinen Einsatz im Waldkindergarten vorbereitet, „aber in der Praxis sieht es ja doch immer wieder anders aus.“ Daher war er sehr froh über die Praxisbesuche seiner Lehrerin, die teils zur Benotung dienten, teils zur Hilfestellung. „Das gab mir Sicherheit in meinem Auftreten.“ Grenzen zu setzen war für ihn anfangs die größte Herausforderung.

Ganz andere, aber ebenso positive Erfahrungen machte Evelyn Grossmann, die sich erfolgreich um eine Praktikumsstelle an der Luisenklinik in Bad Dürrheim beworben hatte. In der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte sie unter anderem die Freizeitgestaltung und Hausaufgabenbetreuung übernommen und gerade bei der Umsetzung therapeutischer Ziele viel mit den Ärzten und Therapeuten zusammengearbeitet. Auch wenn viele der Erkrankungen, mit denen sie in der Tagesklinik zu tun hatte, im Lehrplan des ersten Jahres noch nicht vorkamen,  fand sie sich schnell zurecht: Während der Praxisbesuche Ihrer Lehrerin Beatrix Feldmann konnte sie alle Fragen loswerden, aber auch die Kollegen waren stets hilfsbereit: „Man merkt, dass die Klinik auch ein guter Ausbildungsbetrieb ist und Hilfestellung bietet.“  Die Krankheitsbilder der Patienten reichten von ADHS über Phobien, Autismus, Aggression bis zu Depressionen und Zwangsstörungen.  „Ich fand es sehr spannend, zu sehen, wie man positiven Einfluss nehmen kann.“ 
In der Freizeitgestaltung für die kranken Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren hatte sie weitgehend freie Hand. „Ich durfte sogar Veränderungen vornehmen wie etwa die Mal-Ecke umgestalten.“  Überhaupt fühlte sie sich vom ersten Tag an als vollwertiges Mitglied des Teams. „Im Rahmen meiner persönlichen Kapazitäten und Kompetenzen erhielt ich stets die Chance, Aufgaben mit zunehmender Verantwortung zu übernehmen.“

Diese Ideen und Anregungen hatte sie zum großen Teil während ihrer Ausbildung an den Zinzendorfschulen gesammelt, konnte aber auch aus ihren eigenen Erfahrungen als Tanzlehrerin schöpfen. Das Spektrum reichte von Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen, Mal- und Bastelarbeiten mit kunsttherapeutischem Ansatz bis zum ganzheitlichen Zirkeltraining.

Die festen Teams sowohl vom Waldkindergarten als auch von der Luisenklinik waren mit ihren Praktikanten sehr zufrieden: „Er ist eine große Hilfe und für die Kinder ein wunderbares Vorbild“, lobte die Leiterin des Villinger Waldkindergartens, Lydia Schaumann, den angehenden Erzieher Benedikt Klein: „Er ist eine Bereicherung im Team und hat mich darin bestärkt, öfter Praktikanten aufzunehmen.“ Auch Evelyn Grossmann hinterließ in der Luisenklinik einen positiven Eindruck: „Sie war sehr kreativ und einfühlsam“, fand die Leiterin der Tagesklinik, Corinna Angeles, „und konnte die Kinder mit ihren Ideen begeistern.“

 

Wer sich für eine Ausbildung zum Erzieher oder Jugend- und Heimerzieher interessiert, kann sich am 20. März an den Fachschule für Sozialwesen und Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen informieren  - auch über die Fördermöglichkeiten nach BAFöG und AFBG. Die Veranstaltung im Erdmuth-Dorotheen-Haus, Zinzendorfplatz 11 in Königsfeld, beginnt um 18 Uhr.


erstellt am 13.03.2017


Austausch mit Marokko

Der Schüleraustausch mit Marokko ist längst eine feste Institution an den Zinzendorfschulen. Auch in diesem Jahr ging es wieder in das Königsreich an der Straße von Gibraltar. Eine Gruppe der zehnten Klassen war im Herbst 2016 in Casablanca, und nun wurde mit Spannung der Gegenbesuch erwartet.

Leider hatte der Winter eine kurze Pause eingelegt, so dass die Schüler der Ecole AlJabr aus Casablanca teilweise frühlingshafte Temperaturen vorfanden.

So hatten sie aber genügend Zeit, das Schulwerk und den Ort kennenzulernen. Von Br. Fischer erfuhren sie einiges über die Geschichte der Brüdergemeine und die weltoffene Ausrichtung von Gemeine und Schule. Auch das Albert-Schweitzer-Forum gehörte zum Programm.

Besonders spannend fanden sie eine Chemiestunde bei Sr. Jehle, die mit den Gästen Rungebilder, also Bilder, die „sich selbst malen“, fertigte. 

Auch Besuche in Triberg und Stuttgart durften natürlich nicht fehlen, außerdem wurde das Forstamt Villingen aktiv und die Schüler konnten beobachten, wie ein riesiger Baum gefällt wurde und die modernen,  riesigen Forstmaschine bestaunen. 

Da der Gegenbesuch in diesem Jahr einige Ferientage beinhaltete, blieb viel Zeit für Aktivitäten in den Familien.


erstellt am 10.03.2017


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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