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Installation „Wir sagen nein“ der Klassen 5-12

Eine gleichsam beeindruckende wie bedrückende Installation von rund 100 Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-12 von Realschule, allgemeinbildenden sowie beruflichen Gymnasien  ist derzeit im Haus Katharina von Gersdorf zu sehen. Im Mittelpunkt stehen drei Filme, die gleichzeitig in Dauerschleife gezeigt werden: In „Death Instruments“ – so der Name einer Waffenfirma  – geht die Tochter des Firmeninhabers für ihren Wohlstand über Leichen. Sie bringt eine neu entwickelte Waffe gleich selbst zu den Kindern „Am Abgrund“.  Hier ist zu sehen, wie Kinder schuften müssen und zu Soldaten gedrillt werden. Im dritten Film „Nichts dazugelernt?“ wechseln sich Szenen aus einer Werbeagentur, dem Wort zum Sonntag und den Nachrichten ab. Dazwischen erzählt der Flüchtling Imad aus seinem Leben. Er will gemeinsam mit der anderen Tochter des Waffenproduzenten den Kindern helfen – es ist immerhin ein Lichtblick.

70 Schülerinnen und Schüler standen für die drei Filme vor der Kamera von Regisseur Nicolai Burk, der das Material auch geschnitten hat. „Die Reizüberflutung durch die Gleichzeitigkeit ist beabsichtigt und zeigt in vielen Momenten die Widersprüchlichkeit unseres Weltgeschehens und dir Diskrepanz sozialer Verhältnisse“ erklärte der Kunstlehrer Br. Ditz-Burk bei der Eröffnung der Ausstellung. „Die Handlungssequenzen bilden einen spannungsvollen Kontrast zu direkten Ansagen an den Betrachter, denen man sich nicht entziehen kann, so dass der Spannungsbogen, welcher alle drei Filme vereint, erlebbar wird und nicht zur Ruhe kommen lässt.“

Die ursprüngliche Idee zur filmischen Umsetzung des Themas hatten Johanna Dirk und Daianeira Maria Gak vom Sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium – Profil Soziales. Als das Projekt immer konkretere Gestalt annahm, kam noch die 5R mit ihrer Klassenlehrerin Sr. Maier hinzu, sodass am Ende Schülerinnen und Schüler verschiedenster Altersgruppen beteiligt waren.

„Solche jahrgangsübergreifenden Projekte sind besonders wertvoll“, meint Br. Ditz-Burk. Die Zusammenarbeit habe wunderbar funktioniert und den Gemeinschaftssinn gestärkt.
Die Film-Installation wird von Mahnmal–Modellen zu brisanten Themen unserer Zeit umrahmt. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben sich mit Überfischung, Krieg, Umweltzerstörung, Massentierhaltung, Kinderarbeit und anderen Themen auseinandergesetzt. Dabei sind faszinierende Werke entstanden, bei denen verschiedenste Materialien zum Einsatz kamen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Dezember,  jeweils von 9 bis 16 Uhr, im Haus Katharina von Gersdorf, Mönchweilerstraße 5, zu sehen.

Weitere Bilder gibt es hier.

 


erstellt am 04.12.2017


Das neue Kaleidoskop ist online

Voilà - das neue Königsfelder Kaleidoskop ist online. Wer auf die Filmsymbole - vorwiegend im Kulturteil -  klickt, landet gleich auf unserem YouTube-Kanal.

Das Kaleidoskop kann auch zur späteren Lektüre heruntergeladen werden.

Hier geht es zur barrierefreien Version.

 


erstellt am 28.11.2017


Religionspädagogische Tagung im Kloster

Die beiden ersten Jahrgangsstufen der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik fuhren im Rahmen der Religionspädagogik mit ihren Klassenlehrern für jeweils drei Tage in das Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar.

Das mehr als 750 Jahre alte ehemalige Dominikanerinnenkloster ist einer der geschichtsträchtigsten Orte im Herzen der Schwäbischen Alb und bietet als Berneuchener Haus seit mehr als 50 Jahren einen einzigartigen Ort der Ruhe und Besinnung. Der ideale Platz für die Tagung der angehenden Erzieher bzw. Jugend- und Heimerzieher, die sich mit der Bedeutung der verschiedenen Weltreligionen in der Pädagogik für ihr späteres Berufsleben auseinandersetzen sollten. Die Klassen wurden vom Schulpfarrer Br. Fischer begleitet und in verschiedenen Seminaren geschult.

Das Ziel der Tagung bestand in dem bewussten Erleben und Erkunden sakraler Räume, Rituale und Symbole. So besuchten die Zinzendorfschüler mehrmals täglich die Tagzeitgebete im Kloster, die durch eine besondere Gestaltung in Form von Glocken, Orgeln und Chorgesängen eine meditativen Atmosphäre schufen.

Um ein Eindruck für die Größe und Vielfalt des Klostergeländes zu bekommen, sollten die Teilnehmer selbstständig eine Stunde lang in völliger Stille die Gegend erkunden und eine bewusste Selbsterfahrung machen. Die Herausforderung bestand darin, das Gelände ohne Smartphone, Musik und Gespräche zu erfahren und schweigend neue Impulse aufzunehmen. Das Entfliehen der der üblichen Hektik des Alltags, sowie der Reize durch technische Geräte war für viele eine neue Erfahrung.

Die Tagung hatte neben den inhaltlichen Punkten auch ein Stück weit das Ziel, die Gemeinschaft der neu konstituierten Klassen zu fördern. So versorgten sich die angehenden Erzieherinnen und Erziezher selbst und kochten immer in Gemeinschaft. Auch die Gesellschaftsspiele am Abend und eine nächtliche Fackelwanderung schweißte die Klassen immer mehr zusammen.

Am Ende der Tagung blieben für alle neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Umgang von Glaube und Religion.

Text von Schülerinnen und Schülern der Fachschule für Sozialwesen


erstellt am 27.11.2017


Präventionstheater gastiert mit Stück über Ess-Störungen

Sie macht täglich 500 Sit-ups, verschenkt ihr Pausenbrot und wirft das Mittagessen weg – Shirin hat sich soweit heruntergehungert, dass sie fast am Verschwinden ist. Ihre Freundin Lena dagegen stopft ihren Frust in sich hinein und übergibt sich anschließend. Das mobile Theater Sakramo 3D gastierte an den Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen der Zinzendorfschulen und führte das Bühnenstück „Püppchen“ auf, das sie sonst als Präventionsprojekt der AOK vor Schülerinnen und Schülern der fünften bis achten Klassen zeigen.

Entsprechend kam die theaterpädagogische Nachbearbeitung einer Fortbildung gleich, denn die Schauspielerinnen Monika Wieder und Sarah Gros gaben den angehenden Erziehern und Jugend- und Heimerziehern viele Tipps und Tricks für ihren späteren Berufsalltag. „Ess-Störungen sind eine Sucht“, erklärte die gelernte Sozialpädagogin Monika Wieder, „aber anders als Alkoholiker können Menschen mit Ess-Störungen nicht auf ihr Suchtmittel verzichten, denn jeder muss essen. Sie werden ein Leben lang täglich mit ihrem Suchtmittel konfrontiert.“

Auch Jugendliche sollten die Augen offen halten, wenn den Verdacht hegen, dass bei ihren Freunden etwas nicht stimmt. Und falls diese nicht darüber sprechen wollen, sich an einen Erwachsenen wenden. „Das hat nichts mit petzen zu tun, das ist Sorge“, sagte sie.

Ihre Bühnenpartnerin Sarah Gros verdeutlichte währenddessen in einer anderen Klasse der Fachschulen, welche Mengen an Kalorien Bulimiker bei einer Attacke zu sich nehmen. „Wir haben im Stück bewusst einen Teller Nudeln mit Hackfleischsauce erwähnt. Der hat etwa 500 Kalorien. Bulimiekranke nehmen bei einem Anfall bis zu 20 000 Kalorien zu sich – das entspricht vierzig Tellern Nudeln mit Hackfleischsauce.“ Und das rund Zehnfache des täglichen Energiebedarfs eines durchschnittlichen Erwachsenen. Sie riet den angehenden Erziehern, wie sie essgestörte Kinder und Jugendliche dazu bringen können, sich zu öffnen, ohne dass sie es gezielt ansprechen.

Genauso interessant und aufschlussreich wie die Nachbesprechung ist auch das Stück selbst gewesen. Die beiden Darstellerinnen überzeugten mit enormer Wandlungsfähigkeit, sie spielten mal die beiden essgestörten Mädchen, deren Mitschüler Torsten und Simon und auch die Eltern der Protagonisten.  Die Geschickte von Lena und Shirin, die einen ähnlichen Weg gewählt haben, mit ihren Problemen umzugehen, ist spannend und sensibel erzählt.
Während Lena zu Hause funktionieren und ihre überlasteten Eltern unterstützen soll, fragt sie niemand,  was sie möchte und deshalb findet sie: “Mein Leben ist zum Kotzen“. Was sie dann auch ausgiebig tut.  Ihre Schulfreundin Shirin dagegen hat in letzter Zeit „ganz schön abgenommen“.  Sie merkt nicht, wie sich ihre Wahrnehmung verändert in einer Welt, in der sie niemand mehr zu verstehen scheint. „Nur noch 2 Kilo abnehmen, wo ist denn da das Problem?“ Ihre Freundin kommt nicht mehr an sich ran und fragt irgendwann: „Wen lügst du jetzt an: Dich oder mich?“

Lena schafft am Schluss den Ausstieg aus dem Kreislauf, sie erkennt ihr Problem und sucht sich Hilfe. Wie die Geschichte für Shirin ausgeht bleibt offen, aber „alle wollen, dass sie überlebt“, sagte Sarah Gros in der Nachbesprechung.


erstellt am 24.11.2017


Mit fairer Schokolade und Plastikdeckeln helfen

Fast alle Kinder in den Industrieländern konsumieren täglich in irgendeiner Form Erzeugnisse aus Kakaobohnen – sei es als Schokoriegel, als Kakao, in Keksen, in Eiscreme oder auf dem Brot. Mehr als 70 Prozent des weltweit verarbeiteten Kakaos stammt aus zwei Ländern: Der Elfenbeinküste und Ghana. Unter welchen Bedingungen dieser geerntet wird, war Thema der Schulveranstaltung zum Buß- und Bettag.

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen haben sich seit Juni mit dem Thema Kinderarbeit auf Kakaoplantagen beschäftigt und Berichte geschrieben, aus denen  Schulpfarrer Br. Fischer zitiere. Er schilderte, wie sich Kinder bei glühender Hitze mit 50-Kilo-Säcken voller Kakaobohnen abschleppen müssen, mit Macheten hantieren, die so groß sind wie sie selbst  oder  ungeschützt mit Insektiziden hantieren müssen. Sie schuften 12 Stunden am Tag für einen Lohn von unter einem Euro – oder nicht selten gar keinen, denn viele wurden aus den Nachbarländern verschleppt.

Br. Fischer erwähnte er auch den österreichischen Chocolatier Josef Zotter, der sagte: „Auf dem Weltmarkt kostet derzeit eine Tonne Rohkakao 2500 US-Dollar. Wir müssten aber 10 000 US-Dollar zahlen, um nicht vor Scham zu erröten.“ Er legte allen dringend ans Herz, nur noch fair gehandelte Schokolade zu verzehren.

Bei einer der beiden Veranstaltungen war das Ehepaar Siebörger vom Eine-Welt-Laden Ujamaa, der den Fair-Trade-Kiosk an den Zinzendorfschulen unterstützt, zu Gast.

Bei der zweiten Veranstaltung wurde die Gewinnerklasse der Deckelsammlung bekanntgegeben. Mit 93 750 Deckeln können 187 Polio-Impfungen finanziert werden. 76 davon alleine von der 6b, denen der Elternbeirat als Dank einen Erlebnistag spendiert.  Auch der Initiator der Deckelsammlung an den Zinzendorfschulen, der Hausmeister Kurt Breithaupt, war gekommen. Er hatte eine Sammelstelle gesehen und diese Idee Br. Fischer vorgetragen. „Rohstoffe sind wertvoll“, sagte er. „Mit dieser Aktion können wir Gutes tun und Müllberge verhindern.“ Auch wenn der Wettbewerb beendet ist - gesammelt wird weiter.


erstellt am 23.11.2017


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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