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Methodentrainer Klippert stellt Lernspiralen vor

 „Der Schüler muss Methode haben!“ wusste schon vor 100 Jahren der Reformpädagoge Hugo Gaudig. In den heutigen Lehrplänen werden verschiedene Methoden zum selbstständigen Arbeiten gefordert, die jedoch nach Ansicht des Methodentrainers Heinz Klippert, der auf Einladung der Zinzendorfschulen im Kirchensaal vor Lehrern, Eltern und Mitarbeitern des Schulamtes sprach, nur die wenigsten Schülerinnen und Schüler beherrschen. Das läge jedoch nicht an mangelnder Intelligenz, sondern daran, dass die Schüler diese Techniken nicht hinreichend geübt hätten.

So würden viele Schüler nur Oberflächenwissen sammeln, das zur nächsten Klassenarbeit abrufbar sei und alsbald wieder in Vergessenheit gerate. „Wir haben in verschiedenen Klassenstufen und Fächern die Klassenarbeiten nach zwei Tagen unangekündigt wiederholt“, schilderte Klippert ein spannendes Experiment. „Dabei sank der Notendurchschnitt in allen Klassen um 1,2.“

Damit Kinder das Gelernte verinnerlichen, sollten nicht nur das Seh- und Hörgedächtnis angesprochen werden. Er berichtete von einer Viertklässlerin, die ihm etwas verschämt auf die Frage, wie sie lerne, geantwortet habe, dass sie es ihrer Puppe erzähle. Dabei sei das eine gute Idee: „Das Gelernte zusammenzufassen ist der richtige Weg.“ Nach den neuen Bildungsstandards müssten Schüler lernen zu recherchieren, konstruieren, kommunizieren, präsentieren, kooperieren, reflektieren und Probleme lösen.

Freiarbeit würde oft als Mittel der Wahl eingesetzt, jedoch sei dies problematisch, wenn die Schüler keine Lernkompetenz entwickeln konnten und die Methoden nicht beherrschen. Ohne diese sei freies Arbeiten eher eine Beschäftigungstherapie als Lernen. Wie interviewt man einen Gesprächspartner, wie wird das Wichtigste in einem Text erfasst und markiert, wie werden Folien und Arbeitspläne erstellt und Mindmaps gezeichnet?

Diese Methoden müssen zunächst einmal in kleinen Schritten von einem Lehrer, der als Lenker und Trainer fungiert, vermittelt werden. Klare Abläufe helfen dabei, Klippert hat dazu Lernspiralen entwickelt, bei denen sich Arbeits- und Förderphasen im Fachunterricht nach dem stets gleichen Muster abwechseln. In der Inputphase erklärt der Lehrer den Schülern, was und wie er den Schülern das Thema vermitteln möchte. In der Bearbeitungsphase wird ein Text gelesen oder ein naturwissenschaftliches Phänomen dargestellt. In zufällig ausgelosten Kleingruppen besprechen sich die Schüler in der „Nachhilfephase“. „Hier können sich Schüler darüber austauschen, ob sie auch alles verstanden haben“, sagte er. Sie trauen es sich untereinander eher, als dass sie sich vor versammelter Klasse melden. In der Konstruktionsphase müssen die Schüler aktiv werden, sei es mit dem Schreiben von Texten oder beispielsweise dem Skizzieren einer Mindmap. Abschließend werden die Lernergebnisse in der Transferphase vertieft.

„In den Lernspiralen werden in jeder Unterrichtsstunde sechs bis 12 der geforderten Kompetenzen angesprochen“, erklärt Klippert sein Konzept. Damit kämen die unterschiedlichen Begabungen zum Vorschein. „Kinder haben wahnsinnig viel Potential“, sagt er, „sie müssen sich nur trauen, es anzuwenden.“

Methodenschulung gehört an den Zinzendorfschulen übrigens schon seit langem in allen Schularten dazu. Beim Pädagogischen Tag vor den Herbstferien wurden die Lehrer von Realschule und Gymnasium aktiv und gestalteten für ihren Unterricht Lernspiralen.


erstellt am 08.11.2016


Wechsel in der Dreizeit

Nach drei Jahren betreute Sr. Müller jetzt zum letzten Mal die „Dreizeit“, das Ganztagsangebot für die Klassen 5-7 der Realschule. Sie hat mit den Schülerinnen und Schülern Hausaufgaben und Spiele gemacht, ist bei schönem Wetter zum Ballspielen raus gegangen, ging mit ihnen zum Mittagessen und unternahm auch Ausflüge. Da sie ihren Wohnort wechselt und an den Rhein zieht, wurde sie nun vom Abteilungsleiter der Realschule, Br. Hertnagel, im Kreis einiger der von ihr betreuten Kinder verabschiedet.

In Sr. Reis, die schon seit 15 Jahren an den Zinzendorfschulen arbeitet, wurde eine kompetente Nachfolgerin gefunden. Die Mutter dreier inzwischen erwachsenen Kinder leitete seinerzeit das Internat und Wohnheim Haus Benigna. Seit dessen Schließung arbeitet sie als Erzieherin im Erdmuth-Dorotheen-Haus und acht Jahre lang auch im Tagesinternat.


erstellt am 26.10.2016


Schüler entdecken ihre Stärken für die optimale Berufswahl

Schon weit vor dem Ende der Schulzeit stehen die meisten Schüler vor der wegweisenden Frage, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Viele Jugendliche sind sich nicht sicher, wo ihre Stärken liegen und welcher Job wirklich zu ihnen passt. Eine besondere Art der Berufsorientierung bietet die Talenteschmiede der Münchner NaturTalent Stiftung. 32 Schülerinnen und Schüler der beruflichen und allgemeinbildenden Zinzendorfgymnasien haben an einem Seminar der gemeinnützigen GmbH teilgenommen. „Wir wollen den Jugendlichen die Chance bieten, sich schon früh über ihr Potenzial klar zu werden und systematisch nach Berufen und Studiengängen zu suchen, die gut zu ihrer Persönlichkeit passen“, erklärt Rainer Schmaus, Geschäftsführer der NaturTalent Stiftung.

Wer seine Talente und Stärken kennt und sie in seinen Beruf einbringt, kann diesen mit Begeisterung und Freude ausüben und authentisch leben. Mit Unterstützung der Mentoren haben sich die Teilnehmer jeweils drei bis fünf konkrete Berufsvorschläge erarbeitet. Hannah Wunsch vom Zinzendorfgymnasium, die schon vorher konkrete Ideen hatte, sah sich in ihrer Vorstellungen bestätigt: „Ich schwanke zwischen Medizin und Lehramt. Das Seminar hat mir gezeigt, dass ich mit meiner Einschätzung genau richtig lag, denn beides würde für mich in Frage kommen.“

Besonders hilfreich fand sie, dass der Mentor auf jeden einzelnen eingegangen ist. „Sowohl die Einzelgespräche als auch die die Gruppengespräche haben mir viel Klarheit gebracht.“

Schon im Vorfeld waren die Teilnehmer gefordert: Sie absolvierten fünf verschiedene Tests, um eine gute Basis für den Seminartag zu schaffen. Drei Tests waren online zu bearbeiten, einer war eine Selbsteinschätzung und schließlich holten sie noch ein Feedback von Dritten ein.

Die sorgfältige Vorbereitung verspricht gute Erfolgsquoten: Von den mehr als 21000 Schülerinnen und Schülern, die in den vergangenen neun Jahren die Talenteschmiede durchlaufen haben, würden 89 Prozent auch nach zwei Jahren noch das Seminar empfehlen, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Schmaus: „Die tolle Resonanz zeigt, dass wir mit unserem Angebot richtig liegen.“

Die Teilnahme an dem normalerweise 249 Euro teuren Seminar wird von der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg gesponsert, so dass die Schülerinnen und Schüler nur 25 Euro zahlen müssen.

Ebenfalls auf Berufsfindung ausgerichtet ist die jährliche Messe Campus Comenius der Zinzendorfschulen. Die Jugendlichen können dort zu rund 40 Unternehmen und Institutionen aus der Region Kontakt aufnehmen. Die Messe auf dem Campus der Zinzendorfschulen, Mönchweilerstraße 5 in Königsfeld, ist am 12. November von 10 bis 14 Uhr geöffnet.


erstellt am 25.10.2016


Erlebnispädagogische Woche in Tieringen

Voller Energie und Lust auf neue Abenteuer starteten die Klassen 9a, 9b und 9c des Zinzendorfgymnasiums ins neue Schuljahr. Unter der Begleitung von Br. Bick, Br. Lickert, Sr. Wallner, Sr. Jung und Br. Wigishoff erlebten die drei Klassen eine gemeinsame Woche in Tieringen, die ganz unter dem Motto der Erlebnispädagogik stand.

Durch die Leitung des Malamute Travel & Outdoor Service hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit voller Spaß an ihrer Klassengemeinschaft zu arbeiten. Während verschiedener Aktivitäten im Barfußpark und Kletterparcours oder beim Bogenschießen, Geocaching, Wandern und Floßbau lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur über sich selbst hinauszuwachsen, sondern ebenso gemeinsam im Team zu arbeiten.

Vertrauen und das Stärken der Gemeinschaft standen dabei vor allem im Fokus der erlebnispädagogischen Outdoorspiele, wobei der Spaß dabei natürlich auch nicht zu kurz kam. Die ganze Zeit über hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestes Wetter und selbst der wolkenbedeckte Himmel während des Floßbaus konnte einigen Schülerinnen und Schülern nicht die Lust am Baden nehmen. Ob beim Volleyballspiel, Fußballturnier oder beim Essen – der Zusammenhalt und die Gemeinschaft, auch über die Klassengrenzen hinweg, wurde in der Freizeit der Schülerinnen und Schüler deutlich sichtbar.

Unter eigener Regie sorgten die jeweiligen Schülerhütten völlig selbstständig für ihre Mahlzeiten, von denen auch die Lehrerinnen und Lehrer profitieren durften. Selbstgebackene Cookies, Pasta oder Stracciatellajoghurt - der Kreativität der „Köche“ waren dabei keine Grenzen gesetzt. Der Renner in allen Hütten war jedoch Pizza. Mittags wurden die Schülerinnen und Schüler mit Lunchpaketen, selbstgekochtem Eintopf am Lagerfeuer und Grillwürsten versorgt.

Insgesamt konnten die neunten Klassen gemeinsam eine erlebnisreiche und vor allem tolle Woche in Tieringen genießen. Die Klassengemeinschaften wurden gestärkt und eine Basis an der weiter gearbeitet werden kann, wurde gebildet.

Sr. Wallner


erstellt am 21.10.2016


Leckeres Herbstmenü beim Tag der Schulverpflegung

Mach’s Mahl lautete das Motto des diesjährigen Tages der Schulverpflegung und das ließen sich die Siebtklässler der MUM-Gruppe von Sr. Helms nicht zweimal sagen. Eine ganze Woche lang haben sie sich im Unterricht auf den großen Tag vorbereitet und standen heute in der Lehrküche, wo sie als Ergänzung zum herbstlichen Menü, das in der Großküche der Zinzendorfschulen zubereitete wurde, leckere Gemüsemuffins buken.
Vier Kinder aus der Gruppe durften sogar unter der Anleitung von Küchenchef Stefan Jung in der Großküche selbst mithelfen. Sie brieten Lachs, der mit einer feinen Dillsauce und Kürbisrisotto serviert wurde und schibbelten die Zutaten für die cremige Linsen-Möhren-Suppe, andere waren an dem Apfel-Kompott auf Vanille-Quark-Creme beteiligt. „Das schmeckt sehr gut“, fanden ihre Mitschüler. Für die Vegetarier wurde das Gericht abgewandelt und statt Fisch gab es gebratenen Sellerie in Petersiliensauce.

Die Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv an dem Tag der Schulverpflegung beteiligten, lernten nicht nur verschiedene Lebensmittel, Kräuter und Gewürze sowie deren Zubereitungsarten und Nährwerte kennen, sondern erfuhren auch gleich noch wichtige Details über die Hygiene beim Kochen.


erstellt am 19.10.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen