Archiv

Das neue Kaleidoskop ist da!

Pünktlich zum Altschülertreffen ist der dritte Jahrgang vom Königsfelder Kaleidoskop online. Er kann auch zur späteren Lektüre heruntergeladen werden.

Es ist diesmal noch bunter geworden. Wer mit der Darstellung Probleme hat, kann auch die barrierefreie Version wählen.


erstellt am 23.11.2016


Berufliche Zinzendorfgymnasien bieten mehr

Allein schon durch das Zusammenspiel von - je nach Zählweise - acht bis zehn Schularten an den Zinzendorfschulen können das Wirtschaftwissenschaftliche Gymnasium und das Sozial- und Gesundheitswissenschaftliche Gymnasium – Profil Soziales in Königsfeld ein Lernumfeld bieten, das weit über den Rahmen eines beruflichen Gymnasiums hinausgeht. Daher war die Informationsveranstaltung im Haus Katharina von Gersdorf auch wieder gut besucht. Viele junge Menschen und ihre Eltern waren gekommen, um sich über die Möglichkeit zu informieren, mit einem mittleren Bildungsabschluss innerhalb von drei Jahren die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Mediothek, eigener Internetzugang, Mensa, Schulgebäude und Schulgelände zum Wohlfühlen sowie zahlreiche Arbeitsgemeinschaften - vor allem im musischen und sportlichen Bereich - sind die äußeren Bedingungen.
Inhaltlich werden die Schülerinnen und Schüler an den Punkt hingeführt, an dem sie selbst denken, arbeiten und lernen können. Dabei hilft ihnen beispielsweise ein zusätzlicher Mathe-Förderkurs. Mit Spanisch können Schülerinnen und Schüler die für das Abitur erforderliche zweite Fremdsprache erlernen, wer von einem allgemeinbildenden Gymnasium kommt und dort Lateinunterricht hatte, kann diesen an den Zinzendorfschulen bis zum Latinum weiterführen.

Besonders ist auch die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern. „Eure Lehrer interessieren sich für euch, sie begleiten und unterstützen euch“, stellte der Schulleiter der Zinzendorfschulen, Johannes Treude, klar. Die Anrede „Bruder“ und „Schwester“ für die Lehrer und Lehrerinnen sei nicht nur eine Formalie, sondern kristallisiere die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. „Nur wenn diese funktioniert, funktioniert auch Bildung.“

Michael Sauer erläuterte den Interessenten die Aufnahmevoraussetzungen und das Bewerbungsverfahren. Anders als bei den staatlichen Schulen gibt es an den Zinzendorfschulen keinen Stichtag. Das Bewerbungsverfahren ist durchgängig und es gibt auch keine Online-Bewerbung. „Wer sich am Online-Verfahren des Regierungspräsidiums beteiligt, darf sich trotzdem bei uns bewerben“, erklärte er. 


erstellt am 22.11.2016


Philosophieren mit Kindern - Workshop für angehende Erzieher

Wer, wie, was – wieso, weshalb warum? Kinder haben viele Fragen, von denen einige nicht mit Fakten oder im Sinne von „richtig oder falsch“ beantwortet werden können. Diese Fragen können Ausgangspunkte für spannende philosophische Gespräche sein. Die Münchener Akademie Kinder philosophieren versteht Philosophieren als Kulturtechnik – vergleichbar dem Lesen und Schreiben – die von jedem Menschen erlernt und genutzt werden kann und schult pädagogische Fachkräfte darin, Kindern zum kritischen, kreativen und ergebnisoffenen gemeinsamen Nachdenken zu animieren.

Die Trainerin Ute Mangold zeigte den angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen in einem Schnupperworkshop verschiedene Techniken und wie sie diese bei ihrer späteren Arbeit in den Kindertagesstätten und ähnlichen Einrichtungen einsetzen.

Anhand der Frage „Was macht den einzelnem Menschen aus?“ führte die Klasse 2BKSP1 ein facettenreiches Gespräch und reflektierte anschließend darüber. In kleinen Gruppen erarbeiteten die angehenden Erzieher die verschiedenen Kompetenzen, die Menschen beim Philosophieren erwerben – auch schon im Kindergartenalter. Sie lernen unter anderem, andere ausreden zu lassen, tolerant und kritikfähig zu werden, sich zu konzentrieren und eine eigene Meinung zu bilden. 

Dass sich diese im Laufe des Gesprächs ändern kann, zeigte Ute Mangold anhand eines Gesprächs, das sie einst mit einer Gruppe kleiner Kinder führte. „Wie kommen eigentlich die Gedanken in den Kopf?“ hatte die Frage gelautet und ein Junge, der zunächst davon ausging, dass sie alle ohnehin schon im Kopf seien, meinte später, dass sie wohl doch zu seinen Ohren hineinkämen. „Es geht beim Philosophieren nicht um richtig oder falsch“, sagte die Trainerin. Auch das müssten die Kinder lernen.

Im Unterschied zu philosophischen Gesprächen unter Erwachsenen müssten lediglich die Fragestellungen je nach Alter etwas konkreter sein. Das Thema „anders sein“ wäre beispielsweise für sehr kleine Kinder zu komplex, Fragen wie „Wohin geht Opa, wenn er gestorben ist?“ oder „Darf ich mein Kaninchen essen?“ sind da schon konkreter. „Oft werfen einzelne Fragen andere auf, wie etwa, ob wir überhaupt Tiere essen dürfen“, erklärte Ute Mangold. Sich solche und andere Fragen zu stellen trage zur Menschwerdung bei, weshalb sie gefördert werden sollten.

Die zertifizierte Ausbildung an der Akademie Kinder philosophieren besteht aus verschiedenen Modulen, in denen Themenkomplexe wie „ich“, „ich und die anderen“, „Werte“ und „Wahrnehmung der Welt“ erarbeitet werden. „Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass Kinder eigene Denkprozesse durchlaufen“, sagt die Trainerin. Das Projekt „Mit Kindern philosophieren“ wird von der Karl-Schlecht-Stiftung unterstützt.


erstellt am 21.11.2016


Schüler zum Austausch in Spanien, Marokko und Frankreich

Egal, wie gut der Unterricht in einer Fremdsprache ist – ein Aufenthalt in dem jeweiligen Land, in dem sie gesprochen wird, verschafft Schülern immer einen kräftigen Motivationsschub, weshalb an den Zinzendorfschulen regelmäßig Schüleraustausche in verschiedene Länder angeboten werden. Neben den Austauschprogrammen mit Casablanca und Saint Chamond wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ein Austausch ins spanische Tortosa organisiert.

Wie es dazu kam, ist eigentlich eine Geschichte für sich: Eva und Josep Meseguer, die beide im Lehrberuf - er an der privaten Diözesanschule Sagrada Familia in Tortosa - tätig sind, lernten im vergangenen Sommer auf einem Campingplatz bei Freiburg Christina Wendt kennen. Die ehemalige Verwaltungssekretärin der Zinzendorfschulen legte ihnen das Königsfelder Schulwerk wärmstens für einen Schulaustausch ans Herz. Wieder zu Hause in Spanien nahm Josep Meseguer Kontakt nach Deutschland auf und es begann eine intensive Vorbereitungsphase für den Austausch. Im Oktober war es dann endlich so weit: 19 Schüler und Schülerinnen der drei zehnten Klassen des Gymnasiums erlebten in Begleitung ihrer Lehrer Sr. Prescha und Br. Kreihe eine Woche voller neuer Eindrücke, Begegnungen und Gespräche.

Das Programm der Gastgeber war liebevoll und reich gestaltet: Nach der Landung in Barcelona besuchte die Gruppe gemeinsam mit dem Ehepaar Meseguer und deren Kindern Adai und Edelweiss zunächst den Montjuic, Gaudís Sagrada Familia und die Altstadt, bevor es weiter ins rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Kataloniens gelegene Tortosa ging. „Tortosa liegt in der Nähe des Ebro-Delta, das wir per Schiff und Bus besichtigten“, erklärte Sr. Prescha und berichtete von interkulturellen Begegnungen der Zehntklässler und „Tortosiner“, zu denen vor allem ein langer Kajakausflug auf dem Ebro gehörte.

„Beide Seiten waren sehr neugierig aufeinander und die Königsfelder staunen immer wieder über die temperamentvollen und lauten Tortosiner“, sagt sie und freut sich, dass die Gäste aus dem Schwarzwald sowohl im Unterricht als auch in der Mensa sehr positiv auffielen.

Die imposante Schule - ein ehemaliges Priesterseminar - ist auf einer Anhöhe gelegen und ragt deutlich aus der Stadtsilhouette heraus. Die Schüler waren dort im Studentenwohnheim untergebracht. Sie staunten über den sehr lauten Gong der den Rhythmus des dortigen Schulalltags markierte und wurden durch das Labyrinth der Flure zur Bibliothek, der Kapelle, in den Garten und zu den Sportanlagen geführt. Am letzten Abend gab es für alle ein gemeinsames Barbecue.

Niemand war auf sich gestellt, Lehrer und Schüler aus Tortosa begleiteten die Zinzendorfschüler durch die Stadt und zum Empfang im Rathaus. “Sie debattierten auf Englisch, diskutierten auf Spanisch, spielten Fußball mit französischen Studenten und natürlich auch mit Tortosiner” berichtete Sr. Prescha von der anregenden Woche und verriet: “Einige waren so mitgerissen von den vielen Eindrücken, dass sie am liebsten da geblieben wären.” Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für die Gastfreundschaft, insbesondere Josep Meseguer und Monsignore Tomás Mor.

Fast zeitgleich waren die neunten und zehnten Klassen mit Sr. Maurer und Br. Bick in Frankreich und eine Gruppe Zehntklässler mit Br. und Sr. Jehle in Marokko. Wie auch in Tortosa besuchten in Saint Chamond die Austauschschüler aus Königsfeld ebenfalls eine Schule in kirchlicher Trägerschaft. Im Collège Sainte Marie erstellten sie morgens während des Unterrichts bei freier Wahl des Mediums Reportagen über die verschiedenen Aspekte ihres Austauschs, wie etwa das Essen oder die Schule. Nachmittags standen sportliche und kulturelle Aktivitäten auf dem Programm. Für die meisten war jedoch der ganztägige Besuch in Lyon unbestrittener Höhepunkt des Austauschs. Alle Beteiligten freuen sich schon auf den Gegenbesuch im Mai.

Auch in Casablanca standen viele kulturelle und sportliche Unternehmungen im Vordergrund. „Besonders spannend ist natürlich die persönliche Begegnung mit einer anderen Kultur und Lebensweise“, konnte Br. Jehle beobachten, der diesen Austausch schon zum neunten Mal angeboten hat.


erstellt am 18.11.2016


Nachhaltig und fair - Impulse zum Buß- und Bettag

Schule ist auch dazu da, sich in Lebenseinstellungen einzuüben, meint Schulpfarrer Br. Fischer, weshalb er die Andachten zum diesjährigen Buß- und Bettag unter das Motto „Nachhaltig und fair“ gestellt hat.

„‘Macht Euch die Erde untertan‘, steht in der Luther-Bibel, aber die Übersetzung ist an dieser Stelle nicht treffend“, sagt Br. Fischer, „es geht eher darum, die Füße auf etwas zu stellen, um es in Besitz zu nehmen.“ Er verdeutlichte dies anhand einer ägyptischen Darstellung dieses Gedankens, eines Bildes, auf dem ein Jäger seinen Fuß auf eine Antilope stellt und sie damit vor einem angreifenden Löwen schützt.

Um auf diese Weise die Erde zu schützen, könne jeder etwas tun, sei es,  fair gehandelte Ware zu kaufen oder Plastikdeckel von Getränkeflaschen und -Tüten zu sammeln. Mit diesen Deckeln werden Polio-Impfungen finanziert, bis Ende August kamen bei dieser Aktion schon mehr als 34 Millionen Deckel zusammen, davon konnten fast 70 000 Schluckimpfungen finanziert werden.

Auch an den Zinzendorfschulen werden seit dem vergangenen Schuljahr Deckel gesammelt, im Amos-Comenius-Haus hängt ein Sammelbehälter. Zusätzlich rief Br. Fischer zu einem Klassenwettstreit auf, bei dem gewinnt, welche Klasse bis zum 7. April die meisten Deckel gesammelt hat.

Er schloss mit einem Zitat von Tshamala Schweizer, der in der vergangen Woche an den Zinzendorfschulen über Afrika sprach: „Wer mehr als eine Scheibe Brot allein essen kann und dabei seinen Mitmenschen hungern sieht, der ist total arm. Aber wer seinen Mitmenschen mit einem Lächeln begegnet und mit dem Wenigen, was er hat teilt, der ist reich, sehr reich.“


erstellt am 16.11.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen