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„Nescha“ – ein modernes Märchen

Märchen sind zeitlos und alles andere als angestaubte Geschichten - das hat die Unterstufen-Theater-AG der Zinzendorfschulen jetzt mit ihrem Stück „Nescha“ bewiesen. Angelehnt an das Grimm’sche Aschenputtel haben die 15 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung der Theaterpädagogin Verena Duschek eine moderne Geschichte über junge Menschen in der Großstadt entwickelt.

Das Märchen spielt im heutigen Berlin und zeigt, dass Geschwister im 21. Jahrhundert genauso böse sein können wie im literarischen Vorbild. Nescha, deren Name aus den Buchstaben des Aschenputtel entstanden ist, muss zwar keine Linsen lesen, während die Stiefschwestern beim Konzert feiern, dafür wird sie ohne Ende gemobbt, muss ihnen die Hausaufgaben erledigen, das Handy-Ladekabel, Kaffee, Getränke und alles Mögliche bringen sowie die Zimmer aufräumen.

Der Ball des Prinzen ist ein Konzert einer angesagten Boygroup, der Vater ein Geschäftsmann, der zu einem Business-Meeting nach London fährt. Von dort aus bringt er seinen Töchtern die Geschenke mit, die sie sich wünschen: Ein grünes Kleid, eine pinkfarbene Handtasche, neonfarbene High-Heels und – einen Rosenbaum.

Den pflanzt Nescha auf das Grab ihrer verstorbenen Mutter und schon bald wächst er zu einem prächtigen Baum heran, unter dem Nescha ihren Träumen nachhängt. Werden diese wahr?
Dem engagierten Ensemble gelingt es mühelos, sein Publikum in das Seelenleben eines jungen Mädchens mitzunehmen. Die spärlichen Requisiten in Verbindung mit projizierten Bildern sowie ein passender Soundtrack genügen, um den Zuschauer vom Ku’damm an den Piccadilly Circus, von der Berliner U-Bahn in die Londoner Tube und von der Casting-Show ins Rap-Konzert zu versetzen.
Diese Show verdeutlicht die Wünsche einer ganzen Generation, jede will gewählt werden, sogar ein Seniorenduo mischt sich mit einer umwerfend komischen Einlage unter die von einer High-Heels-tragenden Schönheit den Juroren Bohlen und Ochsenknecht präsentierten Teilnehmer.
Die Parallelen zwischen Nescha und Aschenputtel werden nicht zuletzt durch Vorlesen der jahrhundertealten Geschichte zwischen den einzelnen Szenen gezogen.

Die Besucher im gut besetzten Haus des Gastes waren begeistert und tauchten als applaudierendes Publikum bei der Casting-Show und dem Rap-Konzert gleich selbst mit in die Geschichte ein. „Ich bin ganz überwältigt“, lobte Verena Duschek am Ende ihre Truppe. „Die kamen ständig mit neuen Ideen an und haben sogar heute früh noch neue Texte geschrieben.“ Die Arbeit sei spannend gewesen, habe sich aber gelohnt meinte die Theaterpädagogin, was die Zuschauer mit donnerndem Applaus bekräftigten.  


erstellt am 09.06.2016


Kunstausstellung mit Vernissage im Jan-Hus-Haus

In einer groß angelegten Ausstellung präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen ihre Arbeiten aus dem Kunstunterricht. Vertreten sind dabei das Allgemeinbildende, das Sozialwissenschaftliche und Wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium sowie Realschule und Werkrealschule. Mehr Info dazu gibt es hier


erstellt am 09.06.2016


Handys, Plastik, Korken: Neuer Sammelbehälter im Amos-Comenius-Haus

Seit vielen Jahren engagieren sich die Zinzendorfschulen unter anderem mit dem Sammeln von Rohstoffen für die Umwelt. „Es bleibt eine andauernde Aufgabe, verantwortlich und schonend mit den Ressourcen unserer einen Welt umzugehen“, meint der Schulpfarrer Br. Fischer. Unzählige Möglichkeiten dazu böten sich an und könnten täglich umgesetzt werden. Um Schülern und Mitarbeitern aktiven Umweltschutz zu erleichtern, wurden im Amos-Comenius-Haus im Gang vor den Klassenzimmern im Erdgeschoss Sammelboxen installiert. Hier werden Korken, Plastik-Deckel von Getränkeflaschen und -kartons sowie alte Handys gesammelt.

„Ausgediente Handys sind kleine Schatzkisten“, so der Schulpfarrer. „Sie enthalten wertvolle Rohstoffe, die nicht in die Schublade oder den Hausmüll gehören.“  Mit dem Erlös werden Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Afrika unterstützt. Die Handy-Sammlung an den Zinzendorfschulen ist eine Kooperation mit dem Königsfelder „Laden Mittendrin“ in der Friedrichstraße.

Auch an der  Aktion „Korken für Kork“, die der Diakonie in Kork am Rhein zugute kommt, beteiligen sich die Zinzendorfschulen schon lange, jetzt jedoch mit einer Sammelstelle an dem zentraleren Ort. Gesammelt werden Korken von Wein- und Sektflaschen, die als wertvoller Rohstoff zu Korkplatten verarbeitet werden. In der Vergangenheit haben sich schon ganze Schulklassen Wettbewerbe geliefert, wer die meisten Korken zusammenbekommt. Dabei wurden sämtliche Familien- und Sportfeste sowie die örtliche Gastronomie einbezogen.

Neu hinzugekommen ist  das Sammeln von Schraubverschlüssen aus Plastik. „Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen sowie Saft- und Milchkartons bestehen aus hochwertigem Polyethylen“ erklärt Br. Fischer. Ein Deckel wiegt rund zwei Gramm, 500 Deckel ergeben etwa ein Kilogramm Material. Die Aktion „Deckel gegen Polio“ finanziert vom Erlös jedes gesammelten Kilos die Kosten einer Polio-Impfung. „Pfandflaschen können ohne übrigens ohne Deckel zurückgegeben werden“, so Fischer, der sich freut, wenn die Sammelbox möglichst oft gefüllt wird.


erstellt am 08.06.2016


Skurrile Typen in und um Kevin

Aufklärungsunterricht ist langweilig? Nicht, wenn der hannoversche Kulturpädagoge Andreas Kroll ihn in einem Jugend-Theaterstück einbaut. Ein Literatur- und Theaterkurs der Zinzendorfschulen hat die ziemlich komische Groteske „Liebe, Sex und andere Nichtigkeiten“ im gut besetzten Haus des Gastes inszeniert. Es wird anschaulich und unverkrampft gezeigt, was für ein Wettkampf zwischen den Spermien im Körper eines Mannes ausgetragen wird, wenn es wieder einmal heißt: „Koitus-Alarm!“

Dann liefern sich Kevin und Heinzi ein Rennen, angefeuert von den anderen Spermien, die aussehen wie weiße Schlümpfe mit Zipfelmützen. Abgesehen von diesen – mit zunehmendem Alter des Körpers, in dem sie wohnen, immer seltener werdenden Ereignissen – ist den Spermien ziemlich langweilig.

In der Spermien-Universität stehen täglich sechs Stunden Sexualkunde-Unterricht auf dem Stundenplan, danach gibt es eine Stunde Sport: Wahlweise Sackhüpfen oder Schwimmen.
Schon nach der ersten Szene ist klar, dass es nicht unbedingt ein Stück für zartbesaitete Menschen ist: Oft sehr drastisch, aber nie vulgär und immer wieder rasend komisch. Etwa wenn – nachdem das depressive Spermium Kevin doch tatsächlich das Rennen gemacht hat und zum Mensch gereift ist – der junge Kevin (Louis Löffler) seine Mandy (Lorine Herzog) trifft. Mandy ist nämlich etwas speziell: Wenn sie telefoniert, dann tut sie nach eigenem Bekunden nur so als würde sie telefonieren – um Geld zu sparen. „Von dem Geld kauf ich mir ein neues Handy. Oder ‘n Mofa. Weiß ich noch nicht so genau.“ Sie schlägt Kevin auch vor, gemeinsam so zu tun als ob sie ins Kino gehen und danach so tun, als ob sie von dem gesparten Geld Pizza essen.

Mandys Auftritt finden sogar Kevins Spermien so bizarr, dass sie alles versuchen, um einen Koitus zu verhindern. „Sag mal, hast du eben die Schnitte gesehen, die ER angegraben hat?“ „Ja, krass. Stell dir vor, die wird deine Mama.“ „Furchtbar. Bei der Geburt tut sie wahrscheinlich nur so, als ob sie presst, und man muss alles alleine machen.“ Um das zu verhindern, denken sie an Knäckebrot, Steuererklärung und George W. und für den Moment scheint es sogar zu helfen.

Trotzdem stellt Mandy ihre Eroberung ihren Eltern vor. Natürlich tun auch die nur so, als gäbe es Kaffee und Kuchen. Die Szene ist Slapstick pur und - wie das gesamte Stück - von den jungen Darstellern auf den Punkt textsicher und spielfreudig interpretiert.

Kevin ist ein netter, romantischer Typ, wie sein Vater eher bedächtig, um so skurriler wirken die Typen, mit denen er immer wieder zu tun hat: Sei es eine Wanderniere, sein Freund Jürgen (Kerim Sahin), mit dem er sich als Jugendlicher das Flaschenbier und als Rentner die Parkbank teilt, Mandy, ihre Eltern oder die burschikose Hebamme (Tabea Jauch), die sein Baby zur Welt und ihn fast zur Verzweiflung bringt. „Ich möchte alle künftigen Mütter beruhigen: Hebammen sind nicht so wie auf der Bühne dargestellt“, sagte Bernhard Hering, der gemeinsam mit Götz Knieß Regie führte, in der Einleitung des Stückes.

Literatur und Theater ist am Zinzendorfgymnasium ein Fach, das benotet wird. Durch spielerische Aufgaben werden in diesem Kurs Bühnenpräsenz und die Tricks und Kniffe der richtigen Darstellung vermittelt. Dahinter steckt auch viel Theorie und harte Arbeit. Die Schüler trafen sich auch in ihrer Freizeit zu einem Probenwochenende und verlängerten die Kurszeit von zwei auf drei Schulstunden, um ihrer Darstellung den letzten Schliff zu verleihen. Die Mühe hat sich gelohnt: Das zwischendurch immer wieder vergnügt lachende Publikum dankte den Einsatz mit lang anhaltendem Beifall.

Eine weitere Aufführung ist am 21. Juni im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen geplant, Beginn ist 20 Uhr.


erstellt am 02.06.2016


9R besichtigt in Freiburg Synagoge und Münster

Die Klasse 9R der Zinzendorfschulen hat in Begleitung ihrer Lehrer Br. Fischer, Br. Beller und Br. Markstahler sowie mehrerer Schülerinnen aus dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium eine Exkursion in die Freiburger Synagoge unternommen. „Wir haben viele neue, interessante Einblicke in die jüdische Kultur gewinnen können“, freuten sich Letizia Galasso, Anna Marterer und Leon Böttle, die über ihren Ausflug einen Bericht geschrieben haben. Er ist unter "Schüler aktuell" zu lesen.


erstellt am 01.06.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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