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Skurrile Typen in und um Kevin

Aufklärungsunterricht ist langweilig? Nicht, wenn der hannoversche Kulturpädagoge Andreas Kroll ihn in einem Jugend-Theaterstück einbaut. Ein Literatur- und Theaterkurs der Zinzendorfschulen hat die ziemlich komische Groteske „Liebe, Sex und andere Nichtigkeiten“ im gut besetzten Haus des Gastes inszeniert. Es wird anschaulich und unverkrampft gezeigt, was für ein Wettkampf zwischen den Spermien im Körper eines Mannes ausgetragen wird, wenn es wieder einmal heißt: „Koitus-Alarm!“

Dann liefern sich Kevin und Heinzi ein Rennen, angefeuert von den anderen Spermien, die aussehen wie weiße Schlümpfe mit Zipfelmützen. Abgesehen von diesen – mit zunehmendem Alter des Körpers, in dem sie wohnen, immer seltener werdenden Ereignissen – ist den Spermien ziemlich langweilig.

In der Spermien-Universität stehen täglich sechs Stunden Sexualkunde-Unterricht auf dem Stundenplan, danach gibt es eine Stunde Sport: Wahlweise Sackhüpfen oder Schwimmen.
Schon nach der ersten Szene ist klar, dass es nicht unbedingt ein Stück für zartbesaitete Menschen ist: Oft sehr drastisch, aber nie vulgär und immer wieder rasend komisch. Etwa wenn – nachdem das depressive Spermium Kevin doch tatsächlich das Rennen gemacht hat und zum Mensch gereift ist – der junge Kevin (Louis Löffler) seine Mandy (Lorine Herzog) trifft. Mandy ist nämlich etwas speziell: Wenn sie telefoniert, dann tut sie nach eigenem Bekunden nur so als würde sie telefonieren – um Geld zu sparen. „Von dem Geld kauf ich mir ein neues Handy. Oder ‘n Mofa. Weiß ich noch nicht so genau.“ Sie schlägt Kevin auch vor, gemeinsam so zu tun als ob sie ins Kino gehen und danach so tun, als ob sie von dem gesparten Geld Pizza essen.

Mandys Auftritt finden sogar Kevins Spermien so bizarr, dass sie alles versuchen, um einen Koitus zu verhindern. „Sag mal, hast du eben die Schnitte gesehen, die ER angegraben hat?“ „Ja, krass. Stell dir vor, die wird deine Mama.“ „Furchtbar. Bei der Geburt tut sie wahrscheinlich nur so, als ob sie presst, und man muss alles alleine machen.“ Um das zu verhindern, denken sie an Knäckebrot, Steuererklärung und George W. und für den Moment scheint es sogar zu helfen.

Trotzdem stellt Mandy ihre Eroberung ihren Eltern vor. Natürlich tun auch die nur so, als gäbe es Kaffee und Kuchen. Die Szene ist Slapstick pur und - wie das gesamte Stück - von den jungen Darstellern auf den Punkt textsicher und spielfreudig interpretiert.

Kevin ist ein netter, romantischer Typ, wie sein Vater eher bedächtig, um so skurriler wirken die Typen, mit denen er immer wieder zu tun hat: Sei es eine Wanderniere, sein Freund Jürgen (Kerim Sahin), mit dem er sich als Jugendlicher das Flaschenbier und als Rentner die Parkbank teilt, Mandy, ihre Eltern oder die burschikose Hebamme (Tabea Jauch), die sein Baby zur Welt und ihn fast zur Verzweiflung bringt. „Ich möchte alle künftigen Mütter beruhigen: Hebammen sind nicht so wie auf der Bühne dargestellt“, sagte Bernhard Hering, der gemeinsam mit Götz Knieß Regie führte, in der Einleitung des Stückes.

Literatur und Theater ist am Zinzendorfgymnasium ein Fach, das benotet wird. Durch spielerische Aufgaben werden in diesem Kurs Bühnenpräsenz und die Tricks und Kniffe der richtigen Darstellung vermittelt. Dahinter steckt auch viel Theorie und harte Arbeit. Die Schüler trafen sich auch in ihrer Freizeit zu einem Probenwochenende und verlängerten die Kurszeit von zwei auf drei Schulstunden, um ihrer Darstellung den letzten Schliff zu verleihen. Die Mühe hat sich gelohnt: Das zwischendurch immer wieder vergnügt lachende Publikum dankte den Einsatz mit lang anhaltendem Beifall.

Eine weitere Aufführung ist am 21. Juni im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen geplant, Beginn ist 20 Uhr.


erstellt am 02.06.2016


9R besichtigt in Freiburg Synagoge und Münster

Die Klasse 9R der Zinzendorfschulen hat in Begleitung ihrer Lehrer Br. Fischer, Br. Beller und Br. Markstahler sowie mehrerer Schülerinnen aus dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium eine Exkursion in die Freiburger Synagoge unternommen. „Wir haben viele neue, interessante Einblicke in die jüdische Kultur gewinnen können“, freuten sich Letizia Galasso, Anna Marterer und Leon Böttle, die über ihren Ausflug einen Bericht geschrieben haben. Er ist unter "Schüler aktuell" zu lesen.


erstellt am 01.06.2016


Spannende Geschichtsstunde mit Altschülern

Geschichte aus erster Hand konnten zwei Geschichtskurse des Zinzendorfgymnasiums erleben, als mehrere Altschüler, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Königsfeld im Internat lebten, ihre alte Schule wieder besuchten.

Sie erzählten vom Alltag ihrer Schulzeit und berichteten, wie sie als Luftwaffenhelfer eingezogen wurden – genau in dem Alter, in dem die Schüler, vor denen sie sprachen, jetzt sind. Sie schilderten Situationen, in denen sie nur durch viel Glück und Einfallsreichtum überlebt hatten. Die Gymnasiasten hörten gebannt zu und stellten viele Fragen, unter anderem nach den Erlebnissen der Ehemaligen während der Kriegsgefangenschaft, die einige Schüler mit den Erfahrungsberichten ihrer Großeltern verglichen.  

Der ehemalige Schulleiter der Zinzendorfschulen, Br. Kunick, gab einen kurzen Überblick über die Zinzendorfschulen in der Zeit des Nationalsozialismus. Er war zwar damals kein Schüler, hat aber ein gut recherchiertes Buch zu dem Thema geschrieben.

Es war eine spannende Schulstunde, die wieder einmal viel zu kurz war. „Die Schüler sagten mir hinterher, dass sie gerne noch viel mehr erfahren hätten“, meinte Sr. Richter, die einen der beiden Kurse betreut.


erstellt am 01.06.2016


Roadshow der Diakonie zu Besuch

Wer zwischen Schule und Uni oder Ausbildung erst einmal eine Pause braucht, sich fordern oder seine Sozialkompetenzen ausbauen möchte, ist mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder dem Bundesfreiwilligendienst gut beraten. Die Einsatzmöglichkeiten dabei sind sehr vielfältig, gerade auch im kirchlichen Bereich. Unter dem Motto „Ran ans Leben“ hat die Diakonie Baden eine Roadshow organisiert, die jetzt an den Zinzendorfschulen gastierte.  Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler sogar selbst erleben, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl zu sitzen oder nichts zu sehen und mit einem Blindenstock seinen Weg finden zu müssen.

Carolin Streit, Pädagogische Mitarbeiterin, die für die Freiwilligendienste zuständig ist, informierte die Schülerinnen und Schüler der siebenten und achten Klassen von Realschule und Werkrealschule über die verschiedenen Möglichkeiten, welche die Diakonie in Baden und Württemberg in beinahe 4000 Einrichtungen und Diensten bietet. Sie erklärte die Unterschiede zwischen Freiwilligem Sozialem Jahr und Bundesfreiwilligendienst und zeigte unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten auf. An ihrer Seite waren Sarah Dürr, die in Karlsruhe einen Freiwilligendienst leistet,  Julia Neininger, die als FSJlerin an den Zinzendorfschulen die Pädagogen unterstützt und Michael Förnbacher aus Villingen, der freiwillig in einem Kindergarten arbeitet. Sie alle halfen den Schülern, Einblicke zu bekommen und gaben wichtige Tipps, wie sie sich wo bewerben können.

„Die Freiwilligendienste dauern 12 Monate“, erklärte Carolin Streit. „Ein Freiwilliges Soziales Jahr könnt Ihr im Alter zwischen 16 und 27 Jahren absolvieren, beim Bundesfreiwilligendienst ist das Mindestalter 18 Jahre.“ Bei beiden Diensten gebe es ein Taschengeld und Urlaub sowie umfassende Bildungsprogramme. „Wenn Ihr einen Freiwilligendienst absolviert habt, hilft das nicht nur anderen und eurer Persönlichkeit, es macht sich auch gut in eurem Lebenslauf und verbessert damit die Chancen bei der späteren Arbeit.“


erstellt am 31.05.2016


Berufsfachschüler schreiben Prüfungen

In den Pfingstferien konnten sie noch einmal gründlich ihre Bücher studieren: 25 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen haben heute ihre vorletzte schriftliche Prüfung abgelegt. In ihren jeweiligen Profilfächern konnten die Absolventen der Berufsfachschule Wirtschaft und der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung beweisen, was sie in den vergangenen beiden Jahren gelernt haben. Am Donnerstag ist doch Englisch dran, dann müssen sie sich noch den praktischen und mündlichen Prüfungen stellen.


erstellt am 31.05.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
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