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Handys voller problematischer Rohstoffe

Sie sind klein, flach, praktisch und die meisten Menschen benutzen sie, ohne sich wirklich Gedanken über ihre Entstehung zu machen: Handys und Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch was steckt drin und vor allem: wie und unter welchen Bedingungen kommt es hinein? Zwei Referenten des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums (EPIZ) in Reutlingen haben in Königsfeld drei gleichsam spannende wie aufwühlende Vorträge gehalten.

Am Morgen klärten sie Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen von Realschule und Werkrealschule der Zinzendorfschulen über die globalen Zusammenhänge auf, die hinter den nützlichen Geräten verbergen. Der gebürtige Kongolese Tshamala Schweizer erklärte sehr authentisch, was die Werkzeuge moderner Kommunikation mit den kriegerischen Auseinandersetzungen um die dafür nötigen Rohstoffe in seinem Heimatland zu tun haben.

Eine spontane Umfrage zu Beginn des Workshops bestätigte die Statistiken: So gut wie jeder der 50 Schüler besitzt ein Smartphone oder Handy, ein guter Teil von ihnen hat in den vergangenen drei Jahren mindestens zwei Mal ein neues Gerät bekommen. Auch Schweizer selbst wollte sich nicht davon ausnehmen, habe er doch ebenfalls das dritte Handy in zehn Jahren.  „Wir sind die Verursacher des Krieges im Kongo“, sagte Schweizer. „Unser Konsumverhalten ist die Ursache dafür, dass jeden Tag im Ostkongo mehr als 100 Personen sterben. Nur zehn Prozent aller Kinder dort gehen zur Schulen, die anderen arbeiten, um ihre Familie zu ernähren.“ Besuche in seiner Heimat hätten ihm gezeigt, dass die Situation noch viel schlimmer sei als es die europäischen Medien vermitteln.

In einem Rollenspiel ließen die Referenten die Jugendlichen in die Haut verschiedener Menschen auf dem ganzen Globus schlüpfen, die an den mobilen Telefonen beteiligt sind. Ein halbes Dutzend Schüler verkörperten das kongolesische Kind, das in den Coltanminen arbeitet, die ecuadorianischen Arbeiter in den Goldminen,  südafrikanische Familien, die ohne Entschädigung umgesiedelt werden, weil auf ihrem Land Platin abgebaut wird, und die ausgebeutete  Arbeiterin in China, die für wenig Geld unter schlechten Arbeitsbedingungen die Telefone zusammenbaut.

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler sprudelten nur so vor Ideen, was man besser machen könnte: Sie schlugen etwa das Fairphone vor, oder die Rohstoffe zu recyclen. Sie waren gut vorbereitet und haben unter anderem im Technikunterricht alte Handys auseinandergenommen.

Die meisten der 2000 Kleinminen im Ostkongo seien von Rebellen kontrolliert, erklärte Tshamala Schweizer. „Diese töten und vergewaltigen Menschen“, sagte er. Es gebe zwar auch unabhängige Minen, aber auch in denen sind die Arbeiten gefährlich. Die Bergleute gehen immer tiefer unter Tage, bis sie kaum noch Luft bekommen. Ein Film, den die Deutsche Welle produziert hat, unterstrich das Gesagte. Gerade einmal 100 Minen seien als konfliktfrei zertifiziert, so Schweizer. „Und ich persönlich glaube nicht an die Zertifizierung.“ Der Herkunftsnachweise für Gold seien oft gefälscht, viele Drahtzieher sitzen im Ausland, etwa im benachbarten Ruanda, und auch das belegte der Film.

Noch deutlicher wurden die Referenten bei ihren Vorträgen am Nachmittag und am Abend:  „Für dieses kleine elektronische Gerät sterben täglich Tausende von Menschen“, erklärte Schweizer mit Blick nicht nur auf sein Heimatland. Die belgische Kolonialzeit sei brutal gewesen, so Schweizer,  aber es starben nie so viele Menschen wie jetzt. Internationale Unternehmen - darunter auch deutsche Firmen  - ermöglichen erst den Krieg im Kongo. Sie liefern den unterschiedlichen Rebellengruppen Waffen und bekommen dafür die begehrten Rohstoffe, ohne die kein Handy und kein Smartphone funktioniert.

 Die moderne Kommunikation wollten die beiden Referenten niemandem versagen, nutzen sie sie doch auch selbst. Doch sie wollen das Bewusstsein schärfen, dass man ein Handy auch mal reparieren lassen kann, wenn es kaputt ist und – sollte es doch einmal nicht mehr zu reparieren sein – es ein Lieferant für die wertvollen Rohstoffe ist. In den Müllhalden von Indien und Ghana werden die Geräte nicht sachgemäß verschrottet. Der einfachste Weg, ein neues Handy zu vermeiden ist, sein altes zu behalten: „Es ist wichtig, dass die Handys möglichst lange benutzt werden“, sagte Eva Mund und ihr Kollege war froh über die Gelegenheit zur Aufklärung: „ Nicht nur Afrika braucht Bildung, wie alle müssen uns bilden, um die weltweiten Zusammenhänge zu verstehen“


 http://www.handy-aktion.de


erstellt am 09.03.2016


Eigener Internetauftritt des Zinzendorfinternats

Das Zinzendorfinternat hat nun seinen eigenen Internetauftritt. Sie erreichen ihn über www.zinzendorfinternat.de oder über einen Klick auf das blaue Feld Internat auf dieser Seite unter dem Titelbild. Viel Vergnügen beim Durchstöbern!

 

 


erstellt am 07.03.2016


Tag der offenen Tür zeigt Vielfalt der Erzieher-Ausbildung

Die ganze Vielfalt der Ausbildung zum Erzieher sowie zum Jugend- und Heimerzieher zeigten die Zinzendorfschulen bei ihrem Tag der offenen Tür.  Schon am Eingang empfing die Jugendlichen, die zumeist mit ihren Eltern gekommen waren, ein verlockender Duft aus der gläsernen Küche, in welcher österliches Backen auf dem Stundenplan stand, denn gesunde Ernährung für Kinder ist ebenso Inhalt der Ausbildung wie beispielsweise Religionspädagogik, Theater- , Medien- und Kunstpädagogik und Konflikttraining.

In mehreren Räumen des Erdmuth-Dorotheen-Hauses informierten nicht nur Lehrer, sondern auch angehende Erzieher über die Ausbildungswege, die Voraussetzungen und die Perspektiven.  Welche Praktika werden gemacht, wie sind die Voraussetzungen, um BAföG zu beantragen, wie schwer ist es, nebenbei  zusätzlich die Fachhochschulreife zu erlangen? Das waren die Fragen, die mit am häufigsten gestellt wurden.

Eine Ausstellung zeigte die verschiedenen didaktischen Handlungsansätze, ein Film die Herangehensweise vom Konfliktmanagement, ein anderer die Theaterarbeit. In einem Raum konnten Besucher selbst kreativ tätig werden und Exponate für das „Kleinsten Museum der Welt“ kreieren, das mit einer feierlichen Vernissage eröffnet wurde.

Die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik, Sr. Schoo-Schemmann, stellte die Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen noch einmal kompakt in einer kurzen Präsentation vor. „Moderner Unterricht in traditionellem Ambiente, Wertschätzung des Einzelnen, engagierte und intensive Elternarbeit, enge Zusammenarbeit mit der Praxis sowie ein umfangreiches AG-Angebot sind uns besonders wichtig.“

Die Besucher waren sehr angetan von der Vielseitigkeit der Ausbildung an den Zinzendorfschulen. Sarah aus Donaueschingen hatte sich zuvor in Richtung Wirtschaft orientiert, „aber das war nicht das Richtige für mich“, sagte sie. Eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin an der Fachschule für Sozialwesen würde ihr eher entsprechen, meinte sie und war daher froh, sich in Königsfeld informieren zu können.

„Ich habe schon viel Gutes über die Zinzendorfschulen gehört“, sagte Mika Fleischmann. Noch geht er in Schwenningen zur Schule, kann sich aber gut vorstellen, sich nach seinem Abschluss an der Fachschule für Sozialpädagogik zum Erzieher ausbilden zu lassen. „Im Fußballverein trainiere ich Kinder, da habe ich gemerkt, dass mir der Umgang mit ihnen Spaß macht.“


erstellt am 04.03.2016


Ausbildungstag im Hotel Öschberghof in Donaueschingen

Zur Berufsorientierung an der Realschule gehören an den Zinzendorfschulen auch Besuche in Ausbildungsbetrieben. Das Hotel Öschberghof hat die MUM-Gruppen des Wahlpflichtbereiches der 9. Klassen mit ihren Fachlehrerinnen Sr. Rök und Sr. Helms zu einem speziellen Ausbildungstag eingeladen.

Claudia Bürer leitet und koordiniert die Berufsausbildung von 30 jungen Menschen im Hause und führte die Schülerinnen und Schüler durch die Räumlichkeiten. Der Blick hinter die Kulissen eines großen Betriebes der Spitzengastronomie mit gehobenem Standard beeindruckte alle. Ebenfalls konnten die Fragen der Jugendlichen über die Ausbildungsberufe Restaurantfachfrau/-mann, Hotelfachfrau/-mann und Köchin/ Koch ausführlich beantwortet werden.

Abgerundet wurde der informative Rundgang im „Hexenweiher“ bei der Familie Galasso, welche die Jungen und Mädchen mit Pizza und Getränken bewirtete. Hierbei lernten sie Tischkultur, italienische Gastfreundschaft und die Aufgaben der Erlebnisgastronomie kennen. 

Bevor man sich für eine Ausbildung entscheidet, empfiehlt sich ein Praktikum. Anfragen für einen Ferienjob während der Hauptsaison, für ein Schnupper- bzw. Berufspraktikum oder für eine Ausbildung beantwortet die Ausbildungsbeauftragte gerne per Mail


erstellt am 02.03.2016


Buntes Programm für Besuch aus Marokko

Triberger Wasserfälle, Daimler-Museum in Stuttgart, eine Führung durch den Schwarzwald, Kristallwelten, Besuch einer Säge und natürlich die Teilnahme am Unterricht: Der Organisator Br. Jehle hat den Besuchern aus Casablanca wieder einiges geboten. Die Austauschschüler, deren Tauschpartner bereits im Oktober in Marokko waren, staunten immer wieder – vor allem über den Schnee. Diese Form von Niederschlag haben die wenigsten von ihnen schon einmal erlebt und so blieb am Wochenende die eine oder andere Schneeballschlacht nicht aus.


erstellt am 29.02.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen