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Internatsschüler belegen die ersten drei Preise im Mathematik-Wettbewerb

Tolle Leistung: Die Zinzendorfschüler Xiaoyu Chen (rechts), Wenqi Song (links) und Qihua Lin haben in der ersten Runde des Landeswettbewerbs Mathematik einen ersten, zweiten und dritten Platz gewonnen. In ganz Baden-Württemberg hatten sich insgesamt 607 Schülerinnen und Schüler einzeln oder in Gruppen beteiligt. Die drei Gewinner wohnen im Zinzendorfinternat und beschäftigen sich gerne mit mathematischen Aufgaben und Kobleleien. „Logisches Denken ist wichtig und interessant“, sagt Xiaoyu Chen aus der 10a, der schon zu Hause in China an mehreren Mathewettbewerben teilgenommen hat. Zusammen mit seinen Mitschülern Wenqi (9b) und Qihua (9a) freut er sich schon auf die nächste Runde im Wettbewerb.


erstellt am 25.01.2016


Rückblick auf das Jahr 2015

Mit immer wieder neuen Angeboten bleiben die Zinzendorfschulen auch nach mehr als 200 Jahren frisch. 2015 wurde mit Kunst und Mediengestaltung ein drittes Profilfach am Gymnasium eingeführt. Schon lange kann in Königsfeld das Abitur im Fach Kunst abgelegt werden, aber nun ist Kunst in der Mittelstufe ein versetzungsrelevantes Hauptfach und bietet in vier Wochenstunden genügend Zeit,  die Inhalte des Lehrplans zu vertiefen.

Den hohen Stellenwert der Künste an den Zinzendorfschulen haben die Kulturpreise des Schwarzwald-Baar-Kreises bewiesen, zu Beginn und am Ende des Jahres im Landratsamt verliehen wurden: Im Januar wurde die Theater AG unter der Leitung des Schülers Max Holm für ihre Woyzeck-Inszenierung prämiert, im Dezember bekam der Abiturient für seine Bearbeitung von Goethes Faust erneut den begehrten Preis. Die Inszenierung dieses Stückes hatte beim Burgspektakel seine viel beachtete Premiere gefeiert, weitere Aufführungen im Umland folgten.

Auch andere Ensembles konnten sich mit ihren schauspielerischen Talenten sehen lassen: Die Unterstufe begab sich im Haus des Gastes auf die Spuren der Kelten, eine andere Theater-AG zeigte eine moderne Adaption des Rattenfänger-Motivs, während der Literatur- und Theater-Kurs mit Auszügen aus dem Stück „Verrücktes Blut“ überzeugte.

Zum 600. Todestag des Reformators Jan Hus hatten Schülerinnen des Literatur- und Theaterkurses einige Szenen auf dem Schulhof einstudiert, während die Jazz-Band für den musikalischen Rahmen sorgte. Das Frühjahrskonzert stand unter dem Motto „Aida“, wartete jedoch auch mit zeitgenössischen Klängen auf  und entließ das Publikum mit Pharell Williams Welthit „Happy“ aus dem Kirchensaal.

Die Sommerserenade konnte 2015 wieder unter freiem Himmel stattfinden, kurz darauf erzählte der Unterstufenchor beim Schulkonzert die Geschichte von Hades und Persephone. Die letzte Woche der Sommerferien nutzten Chor und Blasorchester, um in Norwegen auf den Spuren Edvard Griegs zu wandeln und als Auftakt zum Altschülertreffen führte die Unterstufe im vergangenen Jahr das witzige Stück „Max und die Käsebande“ auf.

Doch natürlich wurden nicht nur die schönen Künste gepflegt. Die Sonnenfinsternis lieferte im naturwissenschaftlichen Unterricht eine perfekte Kulisse, bei besten Wetterbedingungen blickten alle, die eine Schutzbrille ergattern konnten, in den Himmel. Dass im technischen Bereich die Mädchen die Nase vorn haben, bewiesen zwei Teams der 9a und 9b, die für den Ingenieurswettbewerb Türme konstruiert hatten und zur Siegerehrung nach Rust fahren durften.

Heiß her ging es beim Sportfest der Unter- und Mittelstufe: Die Klassen 8R und 8w hatten das bunte Spektakel organisiert und – wie im vergangenen Sommer eigentlich alle Veranstaltungen unter freiem Himmel – großes Glück mit dem Wetter gehabt.

Ein tolles Projekt lief an der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten einen Kochkurs für Kinder mit internationalen Spezialitäten und schrieben auch ein Kochbuch dazu. Gemeinsam mit der 7w und 7r wurden die Rezepte ausprobiert und anschließend an einer schön gedeckten Tafel gespeist.

Bei allem Spaß kamen selbstverständlich auch erste Themen zur Sprache, von der Ausstellung über Asyl im HKG über einen Workshop zum Thema Cybermobbing bis zur berührenden Lesung der als Jugendliche missbrauchten, magersüchtigen Berliner Autorin Lilly Lindner. Für benachteiligte Kinder in Peru setzten sich die Action!Kidz ein, die beim Spendensammel-Wettbewerb der Kindernothilfe ebenso wie das Team des Vorjahres auf den ersten Platz der Altersgruppe kam. Seit 2008 haben die  Zinzendorfschüler  - Anfangs noch als „Staubengel“ - mit Rasen mähen, Marmelade verkaufen, Autowaschen und ähnlichen Aktionen knapp 45000 Euro für Kinder in Not gesammelt, weshalb sich die Schule nun offiziell „Partner der Kindernothilfe“ nennen darf.

Ein guter Erfolg war auch die fünfte Berufsfindungsmesse Campus Comenius, die für viele Schüler zusätzlich zu den diversen Praktika eine wichtige Orientierungshilfe für ihre berufliche Zukunft bot.

Die Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen interreligiösen Tag organisiert, an dem sich die angehenden Erzieher in verschiedenen Workshops mit unterschiedlichen Religionen auseinandergesetzt haben.

Der Besucherreigen bot ein breites Spektrum vom  Chor aus Tansania, der an den Zinzendorfschulen einen musikalischen Zwischenstopp einlegte, über ein Gruppe junger Japanerinnen bis zur Jahrestagung des Evangelischen Schulbundes Südwestdeutschland.


erstellt am 21.01.2016


Spaß beim Lernen mit MKT

„Konzentrier dich!“ Was für viele auf den ersten Blick nach Anstrengung klingt, kann ganz einfach sein. Das haben jetzt die Unterstufenschüler Lars, Maya, Beatrice, Nina und Charis bei Sr. Wedel gelernt. Nach dem System des Marburger Konzentrationstrainings (MKT) lernen die Kinder, motiviert, konzentriert und strukturiert an ihre Aufgaben zu gehen. Die Erzieherin ist ausgebildete MKT-Trainerin und richtet sich mit diesem Zusatzangebot der Zinzendorfschulen an Kinder, die sich leicht ablenken lassen. Das Training ging über sechs Doppelstunden und beinhaltet jedes Mal die gleichen Elemente: „Wir beginnen immer mit einer Entspannungsübung, es folgen Übungen zum inneren Sprechen und Übungen zur Förderung der Wahrnehmung und Merkfähigkeit. Der Nachmittag endet immer mit einem Spiel“, erklärt Sr. Wedel.

Zum Anfang des Trainings sitzen alle im Kreis und schließen die Augen. Die Trainerin schaltet eine CD mit Orgelmusik und Vogelgezwitscher ein und schickt die Kinder mit einer kurzen Erzählung auf eine Fantasiereise. Diesmal werden sie aufgefordert, ihre Sorgen in ein Paket zu packen, welches dann durch das geöffnete Fenster fliegt. „Das war wie bei Harry Potter“, meint eines der Mädchen anschließend begeistert.

Bei der Übung zum inneren Sprechen spiegeln die Kinder immer schwieriger werdende Muster auf kariertem Papier. Abwechselnd sagt eines der Kinder den anderen an, um wieviel Kästchen sie in welche Richtung malen müssen. Michaela Wedel bestätigt immer wieder die Richtigkeit und  am Ende haben alle das gleiche Muster vor sich liegen. Das Kind, das die Ansage gemacht hat, lobt sich jeweils mit den Worten „Das habe ich gut gemacht.“ Das laute Sprechen bei der Bewältigung der Aufgabe rückt nach und nach immer weiter in den Hintergrund und wird zum inneren Sprechen, bis es die Kinder auf einmal gar nicht mehr wahrnehmen.

Die Wahrnehmung und Merkfähigkeit lernen sie mit einem Denksportspiel. Die Trainerin liest den Kindern eine kleine Geschichte vor, am Ende fragt sie nach den Details. Alle Hände schnellen nach oben, es ist verblüffend, wie viele der Einzelheiten sich alle gemerkt haben.

Die Schüler haben ihre Arbeitsweise geändert und bemerken schon nach dem dritten Training eine Veränderung: „Ich habe gelernt, die Aufgaben erst in Ruhe durchzulesen und dann anzufangen“, sagt Lars. „Vorher habe ich immer gleich losgelegt, damit ich schneller zu meinem Freund zum Spielen gehen konnte. Dabei habe ich viele Fehler gemacht. Wenn ich konzentrierter arbeite, bin ich eher fertig.“ Nina hat sich angewöhnt, nach dem Mittagessen erst einmal zu entspannen, bevor sie an die Arbeit geht.

Auch den Eltern sind die Fortschritte nicht entgangen:  „Charis kommt jetzt mit ihren Aufgaben besser klar, ihr Selbstvertrauen ist gestiegen und sie arbeitet strukturierter“, konnte Birgit Lämmler beobachten. Die begleitenden  Elternabende des Marburger Konzentrationstrainings fand sie besonders hilfreich: „Dabei konnten wir testen, welche Lerntypen wir selbst sind und haben festgestellt, dass Eltern nicht von ihrem eigenen Lerntypen auf den ihrer Kinder schließen dürfen. Wenn die sich unterscheiden, kann es ganz leicht zu einer Überforderung kommen.“

Die Zwillinge Nina und Maya haben  gelernt, Ruhe- und Belastungsphasen besser zu trennen. „Nina ist eher der Sprachentyp und schaltet bei Mathematik gerne ab“, sagt ihre Mutter Martina Marquardt.  „Ich nutze jetzt die Tricks des MKT, um ihnen zu zeigen, dass anfangs viele Aufgaben schwer,  letztendlich aber doch zu lösen sind.“

Beide Mütter waren darüber erstaunt, dass ihre Kinder trotz des Termins am späten Nachmittag viel Spaß bei dem Konzentrationstraining hatten. „Charis kam immer strahlend nach Hause“, sagte Birgit Lämmler. Vor allem die Spielphase am Ende eines Trainings kam bei den Kindern gut an. „Die hätten sie gerne noch verlängert“, meint Martina Marquardt. „Die Belastung durch das G8 ist doch groß, da würden sie manchmal gerne noch einfach Kinder sein.“


erstellt am 18.01.2016


Schneeskulpturen im EDH-Garten

Ein kleines Schneeskulpturen-Festival hat Br. Rist mit Schülerinnen und Schülern der Fachschule für Sozialpädagogik veranstaltet. Was dabei herausgekommen ist, kann sich durchaus sehen lassen. Pinguin & Co. werden uns wohl noch eine Weile erhalten bleiben, wenn die Vorhersagen der Wetterfrösche stimmen.


erstellt am 15.01.2016


Rombach sichert Zinzendorfschulen seine Wertschätzung zu

In seinem Urteil vom 6. Juli 2015 hatte der baden-württembergische Staatsgerichtshof festgestellt, dass Freie Schulen vom Land finanziell benachteiligt werden. Das Privatschulgesetz sei in Teilen verfassungswidrig, weshalb der Gesetzgeber aufgefordert wurde, die Finanzierung der rund 800 Freien Schulen im Land neu zu regeln.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die Arbeitsgemeinschaft der Freien Schulen (AGFS), der auch die Zinzendorfschulen angehören, sowie Eltern, Schüler, Lehrer und Mitarbeiter an Freien Schulen in Baden-Württemberg die Kampagne „Hand hoch für Freie Schulen“ ins Leben gerufen. Diese gipfelt am 1. Februar in Stuttgart in einer Podiumsdiskussion zwischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Finanzminister Nils Schmid (SPD) sowie den Fraktionsvorsitzenden Guido Wolf (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP).

Im Rahmen dieser Kampagne hat die Schulleitung der Zinzendorfschulen den Landtagsabgeordneten Karl Rombach (CDU) nach Königsfeld eingeladen, um ihre Situation zu erläutern, die Haltung der CDU zu Privatschulen einzuschätzen und vor allem, um Unterstützung für die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft zu werben.

„Wir streben in Stufen eine Erhöhung der staatlichen Unterstützung auf 80 Prozent an“, bekräftigte Rombach die Ziele seiner Partei, sollte sie an der künftigen Regierung beteiligt sein. Um auf diese Zahl zu kommen, seien 43 bis 46 Millionen Euro nötig, rechnete der Abteilungsleiter der Realschule, Br. Giesel, vor, und auch Schulleiter Br. Treude betonte, dass die Ressourcen nicht unendlich seien. „Es ist vor allem eine Frage der Verteilung.“

Rombach sieht, dass der Staat durch die Privatschulen viel Geld spart: „Wenn das Land den Privatschulen für jeden Schüler die geforderten 80 Prozent dessen gibt, die dieser Schüler an einer staatlichen Schule an Kosten verursacht, spart es ja 20 Prozent. Selbst wenn der Zuschuss bei 90 Prozent läge, würde das Land immer noch sparen.“ Er versicherte nicht nur deshalb den Zinzendorfschulen und mit ihnen allen Freien Schulen seine Wertschätzung: „Wie wären schlecht beraten, wenn wir sie am langen Arm verhungern lassen würden.“

Br. Giesel beklagte, dass die Realschulen unter allen Schularten die am geringsten bezuschussten seien. Das sah auch Rombach als ein Manko: „Gerade die Realschulen bilden den wesentlichen Grundstein für unsere berufliche Ausbildung.“

Ein Zurück zur verbindlichen Grundschulempfehlung könne er sich nicht vorstellen, so Rombach in der weiteren Diskussion; die Gemeinschaftsschulen würden unter einer CDU-Regierung nach jetzigem Stand nicht weiter ausgebaut werden.

Br. Treude gab Karl Rombach noch die eindringliche Botschaft mit auf den Weg: „Mit der Bildungspolitik steht und fällt die Zukunft des Landes.“


erstellt am 13.01.2016


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen