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Ausbildungsbotschafter erzählen von ihren Berufen

Auch mit dem Abitur muss niemand zwangsläufig studieren. Das haben die beiden Ausbildungsbotschafter Selina Pandiscia und Daniel Kaiser den Gymnasiasten des Zinzendorf-Gymnasiums klar gemacht, als sie mit Wolfgang Weber von der Handwerkskammer Konstanz zu Gast in Königsfeld waren und von ihren Erfahrungen berichteten.

Dabei war es vor allem die Ehrlichkeit, die bei den Schülerinnen und Schülern gut ankam, denn sie erzählte auch von Phasen, in denen wochenlang nicht so spannende Tätigkeiten erledigt werden müssen. „Ich musste zum Beispiel sehr lange feilen“, sagte Daniel Kaiser, der sich zum Feinwerkmechaniker ausbilden lässt und später Maschinenbau studieren möchte. Trotzdem ist er froh über jede praktische Erfahrung:  „Wenn mir der Bohrer abbricht, lerne ich daraus viel leichter, was ich beim nächsten Mal anders machen sollte, als wenn ich nur theoretisch lerne, dass ein Bohrer bei dem und dem Material eine Geschwindigkeit von so und so viel Umdrehungen haben sollte.“

 Er erklärte seinen Tagesablauf, die Inhalte der einzelnen Ausbildungsjahre und  erklärte auf Nachfrage, warum es wichtig ist, bei der Bewerbung seine Hobbys anzugeben. „Wenn Ihr zum Beispiel gerne Fußball spielt, dann bedeutet das, dass Ihr teamfähig seid und kooperieren könnt.“ Ihm selbst habe das sogar noch direkter geholfen: „Mein Chef liebt Fußball.“

Selina Pandiscia, die ebenfalls die allgemeine Hochschulreife abgelegt hat, berichtete von ihrer Ausbildung zur Hörgeräteakustikerin  und wie sie ausgerechnet auf diesen Beruf gekommen ist. „Ich wollte etwas im sozialen Bereich machen, aber irgendwas fehlte mir dabei noch.“  Bei der Arbeit mit Hörgeschädigten kann sie die Arbeit mit Menschen mit handwerklichen Fähigkeiten verbinden. Sie gab den Gymnasiasten einen guten Rat mit auf den Weg: „Schnuppert in viele verschiedene Berufe hinein und nutzt jede Gelegenheit zum Praktikum.“ Dazu haben die Gymnasiasten beim achtjährigen Bildungsgang in der zehnten, beim neunjährigen Bildungsgang in der elften Klasse jeweils zwei Wochen Zeit.


erstellt am 27.11.2015


Großes Interesse an den beruflichen Schulen

Selbstständiges Lernen nach dem Dalton-Plan, Spanisch-Unterricht, Mathe-Förderkurs und individuelle Begleitung auf dem Weg zur allgemeinen Hochschulreife – die beruflichen Zinzendorfgymnasien haben eine Menge zu bieten, weshalb sich viele Jugendliche und ihre Eltern am Freitag auf den Weg zur Informationsveranstaltung ins Haus Katharina von Gersdorf gemacht haben. „Was ist das Besondere an den Zinzendorfschulen?“, fragte Schulleiter Br. Treude nach der Begrüßung und erklärte sogleich: „Eure Lehrer interessieren sich für euch, sie begleiten und unterstützen euch.“  Er betonte die besondere Atmosphäre von Schulhof und Schulgebäuden, die zusätzlichen Mathe-Förderkurse, die gute Infrastruktur mit Mediathek und Internetzugang sowie die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten der rund zwanzig  verschiedenen AGs, welche durch die große Schülerzahl an zehn verschiedenen Schularten des Schulwerks möglich sind .

Außerdem sollte jeder an den Punkt geführt werden, dass er selbst lernen, denken und arbeiten kann. „Diese Fähigkeit muss erlernt  werden“, betonte der Schulleiter. Wie das geschieht, erklärte Br. Sauer vom Sozial-und gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium - Profil Soziales, der an den Zinzendorfschulen das Lernen nach dem Dalton-Plan koordiniert. Diese Lernform, die Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten erdacht und bis heute weltweit mit großem Erfolg jungen Menschen individuelles Lernen ermöglicht, geht auf die Stärken und Schwächen jeder Schülerin und jedes Schülers ein. An jedem Schultag ist die zweite Unterrichtsstunde der beruflichen Gymnasien eine so genannte Dalton-Stunde, in der sich die Schüler aussuchen können, in welchem Fach sie bei welchem Lehrer lernen. In Mathematik, Deutsch, Englisch Spanisch und dem jeweiligen Profilfach (Pädagogik und Psychologie beziehungsweise Volks- und Betriebswirtschaft) stehen zeitgleich mehrere Lehrer zur Verfügung. „Wenn Ihr schwach in Mathematik seid, könnt Ihr durch das Dalton-System jede Woche fünf zusätzliche Mathe-Stunden haben und dafür die Aufgaben, die euch leicht fallen, alleine erledigen.“

Der stellvertretende Schulleiter der beruflichen Gymnasien, Br. Dassler, erläuterte den Interessenten noch einmal die Aufnahmevoraussetzungen und das Bewerbungsverfahren. „Anders als bei den staatlichen Schulen gibt es bei uns keinen Stichtag. Das Bewerbungsverfahren ist durchgängig und es gibt auch keine Online-Bewerbung, weil wir sehen möchten, wer zu uns kommt.“ Auch betonte Dassler, dass das Abitur am beruflichen Gymnasium absolut gleichwertig mit dem am allgemeinbildenden Gymnasium ist. „Ihr könnt damit ebenso an jeder Hochschule studieren.“

Interessenten können sich jederzeit bei Sr. Schmidt anmelden unter der Telefonnummer 07725-938173 oder per Mail.


erstellt am 23.11.2015


Besucherinnen aus Japan

Konnichiwa! Neun japanische Schülerinnen haben sich die Zinzendorfschulen und das Internat angesehen. Sr. Mudrich moderierte anschließend im Kunstatelier auf Englisch eine lockere Runde, in der die jungen Leute die Freizeit- Lebens- und Lernbedingungen der verschiedenen Kulturkreise verglichen. Sie sprachen unter anderem über Mode und ihre Hobbys, ein anerkennendes Raunen ging durch die Runde der Besucherinnen, als eine Gymnasiastin erzählte, dass sie Karateka ist.

Zwei der Mädchen aus Tokio haben bei einem Modellbau-Wettbewerb einer japanischen Firma, die Modell-Züge herstellt, gewonnen und durften in den Schwarzwald reisen, sieben ihrer Freundinnen begleiteten sie auf der Reise nach Süddeutschland. Hier besichtigten sie die Modellbau-Firma Faller und äußerten den Wunsch, auch eine Schule zu besuchen und sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. Weil die Tochter des Geschäftsführers des Gütenbacher Traditionsunternehmens Zinzendorfschülerin ist, war die Entscheidung schnell gefallen.


erstellt am 20.11.2015


Erlebnispädagogische Woche auf der Alb

An großen Herausforderungen wachsen konnten am Anfang des Schuljahres rund 60 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des Zinzendorfgymnasiums. Sie verbrachten in Tieringen auf der Schwäbischen Alb eine erlebnispädagogische Woche. Ein professionelles Team leitete die Aktivitäten, bei denen einige schon eine gehörige Portion Mut verlangten.  

Mal ging es mit verbundenen Augen über einen Barfußsteg, dann wurde in zehn Metern Höhe im Hochseilgarten geklettert. Bei einer zweistündigen Nachtwanderung ohne jegliche Lichtquelle konnten die Neuntklässler ihr Selbstvertrauen stärken, indem sie einzelne Etappen zwischen zwei Fackeln ganz alleine bewältigten.

 Beim Bogenschießen ging es um Disziplin und Konzentration, die Teamfähigkeit wurde beim Zusammenbau eines Floßes aus Autoreifen-Schläuchen, Schnüren und Brettern geübt. Bei der anschließenden Testfahrt auf dem Stausee war die Freude groß, gemeinsam etwas geschafft zu haben, während bei anderen Aktivitäten einzelne Schüler phasenweise die Teamleitung übernahmen.

„Dabei kamen viele Fähigkeiten fern von Schulfächern zutage“, konnte Br. Hey beobachten, der zusammen mit Sr. Jehle, Sr. Mudrich, Sr. Nagel und Br. Rühle die Klassenfahrt begleitete.

 Selbst die Verpflegung hatten die Schülerinnen und Schüler selbst übernommen:  Ihr Mittagessen kochten sie in einem großen Kochtopf über dem Lagerfeuer, gewohnt haben sie in kleinen, vier- bis sechsköpfigen Gruppen jeweils in separaten Häusern, in denen sie eigenverantwortlich für Frühstück, Abendessen, Spiele und die Ordnung zuständig waren.

 Natürlich wurde nicht in den Tag hineingelebt: Die Aktivitäten wurden immer wieder von Reflexionsrunden begleitet, in denen die Teilnehmer eigene Eindrücke und Erfahrungen austauschten. Das Gruppen- und Einzelverhalten wurde reflektiert und mögliche Verbesserungen offen angesprochen.

 Für alle Beteiligten war es eine tolle Erfahrung: „Niemand hat sich verletzt, es war ein gutes Miteinander und neue Schüler konnten sich völlig unkompliziert in die Klassengemeinschaft einfinden“, sagte Br. Hey.


erstellt am 19.11.2015


Christen im Dreiländereck und Flucht: Themen des Buß- und Bettags

Zum Buß- und Bettag haben die Zinzendorfschulen wie in jedem Jahr einen Referenten eingeladen, der über ein spannendes Thema sprach. Diesmal ging es um die Situation der Christen im Dreiländereck Syrien-Irak-Türkei. Der pensionierte Lehrer und Theologe Gottfried Spangenberg, der im Libanon aufgewachsen ist und 30 Jahre lang für den Christlichen Hilfsbund im Orient unter anderem das Internat der armenischen Schule in Anjar geleitet hat, konnte seine Schilderungen mit vielen eigenen Fotos untermalen.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik sowie der Gymnasien verdeutlichte er die Kultur der Region mit Liedern in aramäischer Sprache. Eines davon war eine Übersetzung des bekannten Protestsongs „We Shall Overcome“. „Solidarität ist gefragt“, sagte Spangenberg, „und deshalb passt das Lied sehr gut zum Thema.“

Er zeigte unter anderem Bilder von Familien, die mittlerweile geflüchtet sind, sei es innerhalb Syriens oder ins Ausland und erklärte, vor welchen Problemen die Christen zum Teil stehen: „Sie mussten in einem kleinen Dorf eine Druckerei einrichten, weil es in der nahen Großstadt Mosul keine Druckereien gab, die etwa für eine Beerdigung Schreiben drucken wollten, auf denen ein Kreuz zu sehen ist.“ Die ursprünglichen Dorfbewohner seien geflohen, jedoch sei die Siedlung inzwischen andere Menschen bewohnt, die ihrerseits auf der Flucht sind.

Bei der anschließenden, vom Schulpfarrer Br. Fischer moderierten Diskussion kam die Frage auf, wie wir in Deutschland den Flüchtlingen am besten begegnen könnten. „Wir müssen ihnen mit Menschlichkeit entgegenkommen“, sagte Gottfried Spangenberg, „und dürfen nicht erwarten, dass sie gleich Deutsche sind. Sie bringen ihre Mentalität mit und die ändert sich nicht beim Grenzübertritt.“ Sein Rat, wenn die Verständigung mit der Sprache nicht klappt: „Lächeln.“

Dem Thema „Auf der Flucht“ waren auch die ersten beiden Veranstaltungen am Buß- und Bettag im Kirchensaal gewidmet, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Unterstufe in die Situation von Flüchtlingen hineinversetzten. „Stell Dir vor, du wärst morgen auf der Flucht…“ forderte der Schulpfarrer die Kinder und Jugendlichen auf und nannte die Dinge, auf denen sie von heute auf morgen verzichten müssten, wie ihr Bett, ihre Freunde, ihre Familie, ihre Schule und vieles mehr.

Die Klasse 9w hatte sich kritisch mit populistische Behauptungen auseinandergesetzt und mit guten Argumenten gezeigt, wie falsch diese sind und Br. Fischer las die Geschichte eines syrischen Jungen vor, der im „Handelsblatt“ über seine Flucht geschrieben hatte.


erstellt am 19.11.2015


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen