Archiv

Campus Comenius zeigt Perspektiven

Sichtlich erschüttert von den Anschlägen in Paris hatte die Schulleitung die fünfte Berufsfindungsmesse Campus Comenius mit einer Schweigeminute für die Opfer eröffnet. „Gerade in der heutigen Zeit ist es das Wichtigste für junge Menschen, eine Perspektive zu haben“, sagte der Schulleiter, Br. Treude. „Bei einer Veranstaltung wie unserer Berufsfindungsmesse können Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammenfinden, wodurch jungen Menschen die Perspektive eröffnet wird, ihr Leben in die Hand zu nehmen.“

Rund 30 Unternehmen und Betriebe, Hochschulen und Institutionen verschiedenster Branchen waren nach Königsfeld gekommen. Speziell auf die Eltern zugeschnitten war ein gut besuchter Informationsabend  von IHK, Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit, dem Bildungsbüro und den Ausbildungsbotschaftern vier Tage zuvor als Auftakt der diesjährigen Berufsfindungsmesse.

So waren auch am Samstag viele Schüler in Begleitung ihrer Eltern gekommen, andere hatten auch im Unterricht den Auftrag bekommen, sich an verschiedenen Ständen über die unterschiedlichen Berufsbilder zu informieren.

Wer noch keine Idee hatte, in welche Richtung die berufliche Reise gehen könnte, war bei den Ausbildungsberatern von Industrie- und Handelskammer und der Agentur für Arbeit gut aufgehoben. „Zu mir kamen sowohl Achtklässler der Werkrealschule als auch Neuntklässler aus dem Gymnasium“, sagte die Berufsberaterin Beate Köngeter.

Andere haben schon sehr genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft und konnten dennoch wertvolle Tipps mitnehmen. Der Gymnasiast Timo Trautmann, der einmal Pharmazie studieren möchte, fand den Workshop zum Bewerbertraining sehr hilfreich. „Den kann jeder brauchen“, meinte der Zehntklässler. Susanne Gärtner, die bei der Deutschen Bank für die Qualifizierung der Mitarbeiter zuständig ist, erklärte während der kleinen Schulung den Schülerinnen und Schülern, wie sie beim Bewerbungsschreiben punkten und sich emotional, intellektuell und organisatorisch am besten auf das Vorstellungsgespräch beziehungsweise Assessment-Center vorbereiten können.

Die Schulleitung war vom Erfolg der Berufsfindungsmesse angetan. „Der Andrang der Aussteller ist immer größer als die Zahl der Plätze, die wir haben“, sagte der stellvertretende Schulleiter Br. Giesel. 


erstellt am 14.11.2015


Berührende Lesung von Bestsellerautorin Lilly Lindner

Minutenlang herrschte Stille im Kirchensaal, nachdem Lilly Lindner ihre Lesung beendet hatte, viele der jungen Zuhörerinnen und Zuhörer hatten Tränen in den Augen und ließen diesen zum Teil auch freien Lauf. Mit unglaublicher Intensität hatte die Berliner Bestsellerautorin vor Schülerinnen und Schülern der beruflichen Zinzendorfgymnasien sowie angehenden Erziehern der Fachschulen eine Lesung gehalten, die eher als Performance zu bezeichnen ist.

Sie rezitierte mit leiser, eindringlicher Stimme auswendig lange Passagen ihres Romans „Bevor ich falle“ und ihrer autobiografischen Werke „Splitterfasernackt“ und „Winterwassertief“, die sie immer wieder mit pantomimischen Darstellungen zu melancholischer Independent-Musik unterbrach. Wie in ihren Büchern ging es auch in den Zwischenspielen um Gedanken und Worte, so verteilte sie gleich zu Beginn der Lesung Manuskripte, Notizen und Briefe auf dem Boden, später überreichte sie dem Publikum Karteikarten mit Gedanken und warf rote Wollknäuel durch die Bänke, die ihre „verwirrten Gedanken“, wie sie sie nennt,  symbolisierten.

Aus den ebenso berührenden wie versiert  zusammengefügten Worten ihrer Schriften sprang der Funke schon gleich zu Anfang auf ihre jungen Zuhörer über, man hätte eine fallende Stecknadel hören können, so gebannt verfolgten alle die Worte der zierlichen Autorin.

Auch der Roman der talentierten Schriftstellerin trägt starke autobiografische Züge, es geht um Selbstmord von ihr nahestehenden Menschen, um Schein und Sein, um Schönheit und um Konkurrenzdenken. „Es sind Männer, die die größten Schäden bei Frauen anrichten, aber es sind Frauen, die diese Schäden entdecken“, schreibt sie.

Obwohl sie mit Oliver Neitzel ein Schauspieler als Bühnenpartner begleitet, ist in jeder Zeile und mit jedem Wort deutlich zu spüren, dass ihr Auftritt nicht gespielt ist, sondern die Verarbeitung der bitteren Realität. In dieser wurde Lilly Lindner schon als sechsjähriges Kind von einem Nachbarn missbraucht, erkrankte mit 13 an Magersucht und wurde als 17-jährige verschleppt und mehrfach vergewaltigt.

„Ich möchte euch nicht herunterziehen“, sagte sie am Schluss ihrer Lesung, „aber ich möchte euch erzählen, was Gewalt ist.“ Um Kinder und Jugendliche zu ermutigen, ebenfalls ihre Stimme zu erheben, wenn ihnen Gewalt erfährt, hatte die Freizeitwerkstatt der beiden Lions Clubs Villingen und Schwenningen und der Weisse Ring auf Anregung des Villingers Steffen Vogt das Ausnahmetalent für eine Lesetour in die Region geholt. Der Auftritt an den Zinzendorfschulen war die letzte Station.  


erstellt am 13.11.2015


Schüler spielen für Schüler

So viel Spaß macht Rhetorik-Unterricht: Die jetzige Klasse 7b hatte im Vorjahr bei Sr. Mudrich das rasante, phantasievolle Theaterstück "Das Rattenfänger-Projekt" von Gabriele Seba einstudiert und jetzt vor den fünften Klassen im Haus Katharina von Gersdorf aufgeführt.

Die verrückte Professorin Mazotti kann Kinder nicht leiden - deshalb lässt sie sie von ihren Assistenten Trevor und Trevor einfangen und verwandelt sie in einer selbstgebauten Maschine in Erwachsene.

Ihr erstes Opfer ist Sarah, die bald von ihren Freunden und Verwandten vermisst wird. Diese machen sich auf die Suche, einer von ihnen lässt sich sogar bewusst einfangen, um das Versteck der durchgeknallten Wissenschaftlerin zu finden.Zwar kann ihr das Handwerk gelegt werden, aber Sarah wurde schon in eine Erwachsene umgewandelt. "So kann ich doch nicht nach Hause gehen", klagt sie, "meine Eltern stecken mich in ein Altersheim."

Doch sie hat noch einmal Glück gehabt - die Umwandlung konnte rückgängig gemacht werden, dafür wurden Professorin Mazotti und ihre Gehilfen in Kinder verwandelt.


erstellt am 12.11.2015


Interreligiöser Tag der Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen

Religionspädagogik ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts an den Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen der Zinzendorfschulen. Jetzt hatten die angehenden Erzieher beider Fachrichtungen bei einem Interreligiösen Tag Gelegenheit, sich in verschiedenen Workshops mit den unterschiedlichen Aspekten auseinander zu setzen. „Das war wirklich ein ganz besonderer Tag“, so die Abteilungsleiterin Sozialpädagogik und Sozialwesen, Sr. Schoo-Schemmann, als zum Abschluss alle Gruppen im Kirchensaal ihre Ergebnisse präsentierten.

Den Auftakt hatte der Darmstädter Religionspädagoge Joachim Dietermann gemacht, der über religionssensible Erziehung sprach. Allen Kindern gebühre Achtung und Respekt und jedes Kind habe das Recht auf Religion. Dabei sei es normal, dass alle verschieden sind – auch in religiöser Hinsicht. In dem Workshop des Pfarrers, der für religionspädagogische Beratung und Fortbildung im Fachbereich Kindertagesstätten zuständig ist, erarbeiteten die Zinzendorfschüler Methoden, mit denen sie dies später im Beruf umsetzen können. Das Theologisieren und Philosophieren mit Kindern sei dabei ein wichtiger Aspekt, so Dietermann: „Es zeigt, dass man sich für ihre Gedanken interessiert.“

Für den Bereich „Interkulturelles Training“ hatten das Organisatoren-Team des Interreligiösen Tages die externen Fachleute Ursula Becky und Bernhard Beier-Spiegler eingeladen. Die Gruppe stellte während des Workshops fest, dass jeder zweite von ihnen einen Migrationshintergrund besitzt. Unter  anderem ging es auch um die korrekte Verwendung von Sprache. „Einheimisch“ als Gegensatz zu „Migranten“ sei kein so glückliches Wort, so Beier-Spiegler vom Team Migration der Evangelischen Kirche in Baden, denn das unterstellt, dass Migranten nicht heimisch seien.

Um interkulturelle und interreligiöse Kompetenz ging es in dem Workshop, in dem verschiedene Begrüßungsrituale unterschiedlicher Kulturkreise erarbeitet und auch die Chancengerechtigkeit beleuchtet wurde.

In einem anderen Workshop bekamen Schülerinnen Anregungen, wie sie singend und tanzend ihre späteren Schützlinge um die Welt führen können, im Bereich Darstellender Kunst wurden interkulturelle Konflikte im Theater erlebt. Eine weitere Gruppe unternahm eine Exkursion in die neue Moschee in Villingen und schließlich beschäftigte sich ein Film- und Fotoworkshop  - ebenfalls in Villingen - mit dem Thema „Vielfalt wahrnehmen“. Hierfür befragten die angehenden Erzieher Passanten nach ihrem Glauben und symbolisierten in der Fußgängerzone liegend Kreuze. „Dieser Tag, an dem wir alle gemeinsam gearbeitet haben, zeigt, dass wir offen sind für Neues“, freute sich Sr. Schoo-Schemmann.


erstellt am 11.11.2015


Zu Freunden nach Marokko

Zum achten Mal ist jetzt eine Gruppe Austauschschüler der zehnten Klassen des Zinzendorfgymnasiums nach Marokko gefahren. Ihre Tauschpartner, die im Winter zum Gegenbesuch in Königsfeld erwartet werden, haben sie zuvor schon in den sozialen Netzwerken kennengelernt, so dass die Reise schon fast ein Besuch bei Freunden war.

Ihre Französischlehrer Br, Jehle und Sr. Berberich-Ebner haben zusammen mit ihren Lehrerkollegen der Ecole Al Jabr in Casablanca ein abwechslungsreiches Freizeit- und Bildungsangebot ausgearbeitet. Sie besuchten neben Marakkech und Rabat auch die Hafenstadt El Jadida, in der Orson Welles Anfang der 1950er Jahre seinen „Othello“ gedreht hatte.

Zum Glück spielte das Wetter mit, so dass die Schüler aus dem Schwarzwald zum Wellenreiten in den Atlantik steigen konnten. Auch kulinarisch konnten die Jugendlichen aus Deutschland einiges erleben. „Ein Austausch endet nie ohne eine Besichtigung der Pâtisserie Bennis im Quartier des Habbous“, sagte Ulrich Jehle und die Schüler schwärmen noch immer von dem leckeren marokkanischen Gebäck.


erstellt am 09.11.2015


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen