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Kostproben der darstellenden Künste

Mit zwei kurzen Präsentationen zeigten angehende Erzieherinnen und Erzieher sowie Gymnasiasten der Zinzendorfschulen ihren Mitschülern und Lehrer, woran sie in den vergangenen Monaten gearbeitet hatten. Der Literatur-und –Theaterkursus zeigte – leider nur einen Ausschnitt – des prämierten Theaterstücks, „Verrücktes Blut“, in dem eine Lehrerin an einer Brennpunktschule mit ihrer Klasse „Die Räuber“ spielen will. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Kids haben alles Mögliche im Kopf, nur nicht Schiller. Die arme Lehrerin (brillant dargestellt von der Theaterpädagogin und Schauspielerin Martina Duffner, die sich derzeit an den Zinzendorfschulen zur Jugend- und Heimerzieherin qualifizieren lässt) müht sich redlich mit einer Mischung aus Verzweiflung und Geduld, während ihre Schüler, deren Dialoge locker ein Slangwörterbuch für Gossensprache füllen könnten, sie bestenfalls ignorieren.

Ihre Auseinandersetzungen sind nicht nur verbaler Art und bei einer Rangelei fällt plötzlich eine Pistole aus einer Tasche. Die Lehrerin nimmt sie an sich und von dem Moment an ändert sich alles. Mit vorgehaltener Waffe zwingt sie die Klasse, ihr zuzuhören. „Ich habe eine einzige Aufgabe für euch“, schreit sie, während hin und wieder ein Schuss fällt, „Ihr haltet einmal eure Fresse, nur ein einziges Mal.“

„Die Komödie ist sehr lang“, erklärte der Theaterpädagoge Br. Knieß, der gemeinsam mit Br. Hering den Theater- und Literaturkursus leitet,  „so dass wir es nicht geschafft haben, sie bis heute vollständig zu erarbeiten.“ Im kommenden Frühjahr soll es jedoch das komplette Stück aufgeführt werden. Der Auszug war so vielversprechend und zeigte so hervorragende schauspielerische Leistungen, dass man sich schon jetzt darauf freuen kann.

Zuvor hatten sich die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Klasse 1BKPR im Wahlfach mit der Geschichte und Gegensatz von Musik und Tanz auseinandergesetzt. Unter der Leitung von Sr. Grässlin ist eine spannende Gegenüberstellung von barocker und zeitgenössischer Tanzkunst entstanden. Die historischen Tänzer treten dabei nacheinander durch einen Spiegel und reihen sich schließlich in die völlig gegensätzliche Choreografie ihrer modernen Kollegen ein.


erstellt am 08.07.2015


Erster Jahrgang der Fachschule für Sozialwesen fast fertig

Fast haben sie es geschafft: Die ersten neun Absolventen der neuen Fachschule für Sozialwesen an den Zinzendorfschulen haben den schulischen Teil ihrer Ausbildung beendet und die Prüfungen bestanden. Vor der staatlichen Anerkennung als Jugend- und Heimerzieherinnen und -erzieher steht jedoch noch ein einjähriges  Berufspraktikum. Die Lehrer an den Zinzendorfschulen gratulieren: Sandrine Ebner, Stefania Di Fransesco, Irina Frey, Dominique Puttrich, Martin Rombach, Alexander Schaadt, Inga Schnettler, Anna-Sophie Schär und Sebastian Weisser.


erstellt am 08.07.2015


Provokateure im Publikum: Schüler gestalten Jan-Hus-Gedenkfeier

An den vielseitigen Feierlichkeiten zum 600. Todestag von Jan Hus haben sich auch die Zinzendorfschulen mit dem Ergebnis monatelanger Arbeit in verschiedenen Fächern beteiligt. Es haben sich nicht nur im Religionsunterricht Schülerinnen und Schüler mit dem böhmischen Reformator, der beim Konstanzer Konzil als Ketzer verbrannt wurde, auseinandergesetzt und zeigen derzeit die Ergebnisse ihrer Arbeit auf Stellwänden.

Eingerahmt von Klängen der Jazz-Band zeigten Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses am Montag auf dem Schulhof vor dem nach dem Prager Theologen benannten Schulgebäude ein kleines Stück, in dem sie sich mit seinen Gedanken auseinandersetzten. Was bedeuten diese heute?

An einem Baum fesselten sie eine schwarzgewandete Gestalt in Ketten, kostümierte Darsteller des Adels und andere Besucher des in Kerkerhaft sitzenden Märtyrers umrissen in gestelzten Dialogen historisch gesicherte Fakten, bis sie von verschiedenen Seiten des Schulhofs ausgebuht wurden. "Langweilig!" riefen die Provokateure, "Wozu das alles?" und pfiffen despektierlich. So mache Lehrkraft machte sich schon auf den Weg, um einzuschreiten, als klar wurde, dass diese Zwischenrufe zum Stück gehörten.

Die Schauspieler streiften ihre Kostüme ab, "Wind of Change" von den Scorpions ertönte aus Lautsprechern, ein Transparent mit der Aufschrift "vive la révolution" wurde vom Balkon des Ateliers entrollt - der Bogen ins Hier und Jetzt war geschlagen. Wofür lohnt es sich heute, aufzustehen?

"Revolution? Für was?" hieß es in dem selbst verfassten Stück, das die Gymnasiasten vor allen Klassen des Schulwerks sowie einigen Gästen gezeigt hatten. Man habe alles und sehe kein repressives System, das einen unterdrückt, also gegen was solle man heute noch revoltieren?

"Wir dürfen doch schon alles, weshalb also aufstehen." Das ist das eine. Auf der anderen Seite stehen ellenlange Listen von Missständen und Konsumkritik. "Haben sie die Wasserwerfer in Stuttgart gesehen?", "Haben sie von den verhungernden Kindern gehört?", "Der Staat rettet Banken für Milliarden!"

Die Revolution - eine Lösung? "Du glaubst also nicht an eine Revolution? Ich glaube an eine. Keine Massen, die Steine schmeißen, aber einzelne, die aufstehen, die nicht mehr mitmachen, die sich verweigern...." Lang geht die Diskussion hin und her, bis die Zuschauer mit den Worten "Sag mir, bist du glücklich? Bist du glücklich mit dem allen hier?" wieder auf den Weg geschickt wurden - sicher ein bisschen nachdenklicher als sie gekommen waren.


erstellt am 06.07.2015


38 Realschüler erlangen Mittlere Reife

Unter dem Motto „Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue“ haben die Absolventen der Zinzendorf-Realschule mit einem feierlichen Gottesdienst das Ende ihrer gemeinsamen Schulzeit begangen.  Durch eine Tür ging in einem kurzen Anspiel auch der erste Darsteller, dem seine Mitschüler symbolisch Werte wie geistige Nahrung, Freunde, Orientierung, Hilfsbereitschaft, Glauben, Freude und Verlässlichkeit mit auf den Weg gaben.
„Das sind gute Werte“, meinte Schulpfarrer Br. Fischer, denn sie helfen dabei, keinen Schritt zu gehen, der ins Dunkel oder in die Unsicherheit führe.

„Es ist immer ein besonderer Moment, wenn wir durch eine Tür gehen“, sagte der Schulpfarrer, „besonders am letzten Schultag.“ Die Schülerinnen und Schüler hätten in den vergangenen Jahren viele Schwellen überschritten und es werden viele folgen. Unzählige Projekte im Laufe des Schulalltags, in denen Werte und Orientierung eine Rolle spielen, hätten sie gelehrt, dass sie den Weg nicht alleine gehen.

Eine Dia-Schau verdeutlichte, dass neben den  symbolischen Türen auch ganz reale existieren – es wurden Türen von den Klassenzimmern und Fachräume, von den Internaten, den Schulgebäuden aber auch von den Geschäften und Imbissen in Königsfeld gezeigt. In einer weiteren Projektion ließen die Schüler noch einmal ihre Abschlussfahrt nach Italien Revue passieren.

Immer wieder wurde der Gottesdienst durch musikalische Einlagen bereichert, beinahe der gesamte Musikkursus von Sr. Maier hatte sich auf der Bühne versammelt - sei es im stimmkräftigen Chor oder auch an den Instrumenten.

„Ein Abschied?“, fragte der Abteilungsleiter der Realschule, Br. Giesel, mit gespieltem Erstaunen, bevor er gemeinsam mit Schulleiter Br. Treude die Preise für besondere Leistungen verlieh. „Ihr seid doch gerade erst durch diese Tür gekommen und dann hinter denen der fünften Klassen verschwunden.“ Die Türen seien ihnen aufgehalten worden, es seien breite und hohe Türen gewesen, durch die jeder gut durchkam. Doch im Leben werde es auch Türen geben, an denen man sich die Finger klemmen könne oder die auch für immer verschlossen sind. Eines jedoch gab er den Realschulabsolventen mit auf den Weg: „Schlagt keine Türen hinter euch zu.“

Zum Abschluss wurden vier Schüler geehrt: Larissa Erchinger und Katrin Reimer aus der 10Ra schafften jeweils mit dem identischen Notenschnitt von 1,4 die besten Abschlussprüfungen zur Mittleren Reife. Die beste Prüfung der 10Rb legte Sabrina Schrenk mit der Note 1,7 ab. Larissa Erchinger bekam zudem den Kunstpreis, der Musikpreis ging an Katrin Reimer. Den Technikpreis stiftete die EGT AG, die seit Jahren Bildungspartner der Zinzendorfschulen ist. Deren Prokuristin Antje Häcker war aus Triberg gekommen, um Steffen Hey für seine Entwicklung eines automatischen Kamerasliders diese Auszeichnung persönlich zu überreichen.

 

 

Die Absolventen der 10Ra:

Alicia Ackermann, Donaueschingen; Marcel Bradula, Königsfeld; Alina Broghammer, Königsfeld; Larissa Erchinger, Königsfeld; Samira Gässler, Königsfeld; Alexander Gaus, Hardt; Lia Graf, Rottweil; Agnes Haid, Königsfeld; Steffen Hey, Eschbronn; Jan-Niklas Jessing, Königsfeld; Julian Kleiser, Königsfeld; Sebastian Link, Königsfeld; Nicolas Neininger, Königsfeld; Julia Obergfell, Königsfeld; Katrin Reimer, Niedereschach; Samira Schaumann, Niedereschach; Catharina Stange, Niedereschach; Julian Straub, Königsfeld; Marlon Theobald, Ensdorf; Julia Vieira da Silva, Bräunlingen; Xenia Wahl, Niedereschach; Lasse Weißer, Königsfeld

 

Die Absolventen der 10Rb:

Nina Bertsche, Bad Dürrheim; Madeleine Dold, Königsfeld; Maximilian Feilen, Königsfeld; Dorothea Hettich, Königsfeld; Chantal Huentz, Königsfeld; Luca Müller, Königsfeld; Tobias Neugart, Königsfeld; Robin Oexle, Donaueschingen; Lea Ohnmacht, Königsfeld; Nino Rudek, Königsfeld; Ricarda Ruf, Königsfeld; Carolin Schmidt, St. Georgen; Sabrina Schrenk, Bad Dürrheim; Daniel Tober, Königsfeld; Lilli Ummenhofer, Königsfeld; Theresa Wurmhöringer, Jettingen


erstellt am 03.07.2015


Schöne und nachdenklich stimmende Erlebnisse beim Sozialen Engagement

Das Themenorientierte Praktikum Soziales Engagement (TOP SE) ist fester Bestandteil der baden-württembergischen Lehrpläne und wird an den Zinzendorfschulen besonders gepflegt. Das wurde auch in diesem Jahr wieder deutlich, als die Achtklässler von Real- und Werkrealschule vor ihren Eltern und Vertretern der Institutionen, in denen sie ihre Praktika geleistet haben, im Haus Katharina von Gersdorf ihre Erlebnisse zusammenfassten.

„Das Soziale Engagement ist nicht nur wichtig, weil es auf dem Lehrplan steht“, erklärte der Schulpfarrer Br. Fischer, „sondern auch, weil es zu unserer Schule gehört. Die Zinzendorfschulen sind ein Schulwerk, das von der Kirche gemacht wurde und gewollt ist.“ Bei dem mehrwöchigen Sozialpraktikum machten die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung, dass sie den Menschen neben sich helfen können, manchmal nur mit ihrer Anwesenheit, manchmal bedarf es eines größeren Einsatzes.

Der „bunte Strauß an Erfahrungen“, wie Religionslehrer Br. Färber es formuliert hatte, reichte von Einsätzen in verschiedenen Kindergärten, Altersheimen, in der Koch-AG einer Schule, im Laden Mittendrin, in Sportvereinen über heilpädagogisches Reiten bis hin zur Hilfe in Familien und Privathaushalten.

Antonia zum Beispiel ging zu ihrer Nachbarin Mathilde Seyboth. Diese war trotz der großen Hitze zur Präsentation gekommen und erzählte, wie sehr sie von „ihrer“ Schülerin angetan war. „Wir hatten einen sehr herzlichen Kontakt“, sagt sie und die Mutter der Schülerin ergänzt: „Es war von beiden Seiten sehr ehrlich und dabei ist eine richtige Freundschaft entstanden.“ Gemeinsam besuchten sie eine Kunstausstellung, auch zum Arzt begleitete die Zinzendorfschülerin die ältere Dame. Antonia säte im Frühjahr Blumen in Mathilde Seyboths Garten, so dass sie auch jetzt im Sommer, wo das Projekt offiziell beendet ist, noch Freude daran hat.

Die jungen Menschen sammelten jedoch auch Eindrücke, die nachdenklich stimmten. „Als wir zu dritt das erste Mal ins Pflegeheim gingen, wurde gerade ein Sarg herausgetragen“, erinnert sich Marvin. Und sein Mitschüler Karl konnte feststellen, dass die Bewohnerin,  der er über mehrere Wochen bei Kaffee und Kuchen Gesellschaft geleistet hatte, ihn richtig ins Herz geschlossen hatte. „Und das, obwohl Ihr zunächst über eine gewisse Distanz berichtet hattet“, bemerkte Br. Färber. Man müsse sich eben erst aneinander gewöhnen.

Kai machte sich im Christoph-Blumhardt-Haus nützlich, indem er einer Bewohnerin half, E-Mails zu schreiben und Lee-Ann lernte im Umgang mit einer dementen Frau Geduld. „Sie grüßt immer jeden und ist sehr traurig, wenn man ihr nicht antwortet.“ Bei der ersten Begegnung versuchte die Schülerin, die ältere Dame zu trösten, später ging sie auf ihre Besonderheiten ein und grüßte sie zurück – auch, wenn es zehn Mal hintereinander war.


erstellt am 02.07.2015


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen