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Königsfelder Kaleidoskop ist online

Den "Königsfelder Gruß und Schulpost" gibt es nicht mehr, aber sein Nachfolger ist jetzt pünktlich zum Altschülertreffen online. Auch das "Königsfelder Kaleidoskop" gibt im Rückblick auf das vergangene Schuljahr einen guten Eindruck von der Vielfalt des Schullebens, bietet jedoch durch ein neues Format mehr Gestaltungsmöglichkeiten.


erstellt am 28.11.2014


Lebendiger Geschichtsunterricht: Heinz Klee liest Geschichten aus dem Dorfleben der 1940er Jahre

Geschichte mal aus einer anderen Perspektive konnten die neunten Klassen des Zinzendorfgymnasiums am vergangenen Freitag erleben. Ein ehemaliger Schulleiter aus dem hessischen Viernheim hat ein Buch über das Leben in Dunningen-Lackendorf in den 1940er Jahren geschrieben und las den Schülern daraus vor.

„Mein Großvater kam aus Lackendorf“, sagt Heinz Klee, „und hat den Bezug zu seiner Heimat nie verloren.“ Als Heinz Klee vor einigen Jahren von seinem Cousin ausHorgen erfuhr, welche Erlebnisse damals mit dem Hüten der Kühe verbunden waren, stand für ihn fest: „Das muss ich aufschreiben.“

In der heutigen Zeit ist es kaum mehr vorstellbar, dass die Kinder damals in die Kuhfladen stiegen, um sich ihre Füße zu wärmen, denn sie hatten keine Schuhe oder dass eine Mutter einen Tag nach der Geburt ihres achten Kindes mit den Worten „Mariele, komm schaffen“, aus dem Wochenbett geholt wird, weil sonst niemand da ist, der hilft.

Heinz Klee sprach mit den älteren Bewohnern von Lackendorf und führte die Erzählungen in verschiedenen Handlungssträngen zu dem Buch „Lust auf Dorf?“ zusammen.  „Es geht vor allem um die Stellung der Frau, die Wahrnehmung der Kinder und die Auswirkungen der Kirche auf die sozialen Strukturen“, sagt Klee über sein Buch, das er möglichst vielen Jugendlichen nahebringen möchte. Deshalb hat er sich im ganzen Land Buchpaten gesucht, die jeweils einen Klassensatz seines Erzählbandes an eine Schule ihrer Wahl spenden. Für die Zinzendorfschulen hat Berthold Weisser vom Gasthof Mohren in Niedereschach/Fischbach die Patenschaft übernommen.

Nachdem er eine Erzählung aus seinem Buch vorgelesen hatte, herrschte betroffenes Schweigen. „Das holt die Geschichte aus der Anonymität heraus“, sagten die Schüler, die sich auf einmal viel besser vorstellen konnten, was es bedeutet, wenn ein Familienmitglied im Krieg vermisst ist und keiner weiß, ob der Sohn, der Bruder oder Onkel noch lebt oder nicht. „Normalerweise hören die Schüler im Geschichtsunterricht Zahlen, die sie sich merken oder auch nicht“, sagt Klee. Wenn sie jedoch die authentische Geschichte einer Familie lesen, die noch dazu ganz in der Nähe geschehen ist, dann werden diese Zahlen auf einmal lebendig.


erstellt am 25.11.2014


Schulabschluss für jeden Schüler

„Ich wollte nicht jeden Tag nur auf an meinem Platz sitzen und Theorie lernen“, sagt Lukas Kromer. Deshalb hat sich der Schüler dazu entschieden, seine Mittlere Reife auf der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung der Zinzendorfschulen abzulegen. „Montags steht bei mir viel Praktisches auf dem Stundenplan wie Nähen und Kochen, das ist eine schöne Abwechslung im Schulalltag“, erklärte er beim Informationstag der Fachschulen und der Berufsfachschulen am vergangenen Freitag den Interessenten.

Viele Eltern und angehende Schüler waren ins historische Erdmuth-Dorotheen-Haus gekommen, um sich von Schülern, Lehrern und den Abteilungsleitern über die Zugangsvoraussetzungen, die Ausbildung und die späteren Perspektiven zu informieren. Die angehenden Erzieher hatten Ausstellungen zu  Themen wie „Kunst und Kommunikation“, Religionspädagogik, Erzählwerkstatt, Ruheraum und verschiedene Mitmachaktionen  vorbereitet. Die Berufsfachschüler zeigten Tischdekorationen, eine Nähwerkstatt und boten Fingerfood an, bevor sich die Besucher vom Abteilungsleiter der Realschule, Werkrealschule und der Berufsfachschulen, Br. Giesel, sowie der Abteilungsleiterin der Fachschulen für Sozialpädagogik und Sozialwesen, Sr. Schoo-Schemmann, die Besonderheiten des Schulwerks erklären ließen.

„Die Eltern sind bei uns mit im Boot“, sagte Br. Giesel, „und die Lehrer haben keine gesonderten Sprechstunden, sondern sind immer ansprechbar.“  Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen aller Branchen in der gesamten Region ermögliche eine besonders praxisnahe Ausbildung.  „An unseren Berufsfachschulen ist zwei Mal eine Woche Praktikum vorgesehen, das ist deutlich mehr als im Lehrplan gefordert“, sagte er. Eine weitere Besonderheit seien die Naturwissenschaften, „Biologie-, Physik- und Chemieunterricht bereiten gut auf das spätere Berufsleben vor.“

Der Weg, die Mittlere Reife an den Berufsfachschulen zu erlangen, steht allen Schülerinnen und Schülern mit einem Hauptschulabschluss offen, unabhängig von den Noten. „Das wissen viele gar nicht.“ Wer noch keinen Hauptschulabschluss, aber an einer Haupt- Werkreal- oder Gemeinschaftsschule in der achten Klasse eine Zwei in Deutsch, Mathe und Englisch hat, kann ebenfalls zur Berufsfachschule wechseln. „Wir finden für jeden einen Weg, zu seinem Schulabschluss zu kommen“, versprach Br. Giesel.

Lukas Kromer hat durch die Praktika während seiner Schulzeit seinen Traumberuf gefunden. Ursprünglich wollte er nach der Mittleren Reife Koch werden, „aber jetzt freue ich mich auf meine Ausbildung als Brauer.“

Anmelden kann man sich übrigens jederzeit!


erstellt am 24.11.2014


Bundestagsabgeordneter Thorsten Frei besucht die Zinzendorfschulen

Die Kinderrechte feiern Geburtstag! Vor 25 Jahren wurden die UN Kinderkonvention von den Vereinten Nationen ins leben gerufen. Dieser Geburtstag war der Umweltbotschafter AG der Zinzendorfschulen sehr wichtig. Darum haben sie sich am Aktionstag Kinderrechte von UNICEF beteiligt und das UNICEF Team Donaueschingen zur Unterstützung mit ins Boot geholt.

Die Schülerinnen Kira Klaus 6b, Rosalie Limberger 6b, Amelie Ackermann 6Ra, Aurelia Callenbach 8b, Jule Reich 8b und Angelina Limberger 8b gingen in die verschiedenen Klassen, haben dort über die Kinderrechte informiert und die Schüler gebeten, Fragen für unseren Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei zu erstellen.

Gestern besuchte er die Klassen 8b und 6b sowie der Umweltbotschafter AG. Gemeinsam haben Sie dann im großen Chemiesaal zum Gespräch eingeladen. Die Umweltbotschafter AG bereiteten aus alle den Fragen der verschiedenen Klassen zehn Fragen für den Bundestagsabgeordneten Frei vor. Thorsten Frei hat sehr ausführlich und mit großem Interesse alle Fragen der Schüler beantwortet.

Die Schüler waren begeistert, dass Sie mit Ihm persönlich ins Gespräch kommen konnten und haben Ihn auch gleich für das nächste Jahr wieder eingeladen. Jedes Kind hat Rechte – und zwar die gleichen Rechte, ganz egal an welchem Ort der Erde es aufwächst.Seit die UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 1989 in Kraft trat, haben so gut wie alle Staaten dieses weltweite „Grundgesetz“ für Kinder ratifiziert.

Nicht nur in den Zinzendorfschulen wurde der 20. November als wichtiger Tag gefeiert in ganz Deutschland waren Schüler dafür unterwegs. Vor dem Deutschen Bundestag endete am 19. November die gemeinsame Aktion von UNICEF und dem Deutschem Kinderhilfswerk "Augen auf für Kinderrechte". Berliner Grundschüler stellten auf großen Türschildern ihre Forderungen an die Politiker. Am Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention selbst fand auch in diesem Jahr wieder ein bundesweiter Aktionstag für Kinderrechte statt. Bundespräsident Joachim Gauck und UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt diskutierten am gleichen Tag im Schloss Bellevue mit 50 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland. Im Mittelpunkt stand die Frage, was jeder Einzelne für die Verwirklichung der Kinderrechte tun kann.

Carmen Limberger


erstellt am 21.11.2014


Zinzendorfschüler singen Kinderrechten ein Ständchen - Elf wie du spielen im Kirchensaal

UNICEF Deutschland und das Auswärtige Amt feiern morgen das 25-jährige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention. Die Unter- und Mittelstufe der Zinzendorfschulen hat den Kinderrechten am heutigen Buß- und Bettag schon mal ein Geburtstagsständchen gesungen – zusammen mit der Pop-Band Elf wie du, deren Sängerinnen mit ihnen zur Schule gehen. „Dieser Tag war schon immer ein Anlass, sich bestimmten Themen zu widmen“, sagte der Abteilungsleiter von Real- und Werkrealschule sowie den Berufsfachschulen, Br. Giesel.

Mit einem gut einstündigen Konzert vor rund 600 Schülerinnen und Schülern im voll besetzten Kirchensaal beendeten Elf wie du ihre Kinderrechte-Tour, die sie unter anderem auf die WDR-Bühne in Köln, zum Freiburger Zeltmusik-Festival und an die Nachsorgeklinik Tannheim geführt hatte.

Die Geschwister Alicia und Amelie Ackermann sowie Angelina und Rosalie Limberger sind Cousinen, die schon seit 2008 Musik machen und seit fünf Jahren auch öffentlich damit auftreten. In dem Musiker Marco Gässler haben sie einen Partner gefunden, der ihnen nach ihren Wünschen und Ideen Texte und Musik schreibt. Die eingängigen Pop-Songs mit zeitweisen Anklängen von HipHop, Dancehall und Rock sind mitreißend und fordern zum Handeln auf. „Die Politiker versprechen uns immer Sachen und halten sie nicht ein“, begründete Alicia, warum sie und ihr Publikum selbst die Dinge in die Hand nehmen sollten.  

Mal beklagen sie das Schicksal von Kindersoldaten, mal von Zwangsehen, trotz der Ernsthaftigkeit der Themen ist ihre Musik fröhlich. Die vier Mädchen und die professionelle Band im Hintergrund schaffen es, zu motivieren, auch mal mit lustigen Liedern wie „Beweg dein Haar“ – was wohl sinngemäß vielleicht so etwas wie „nun mach mal was“ bedeuten soll.

Das Quartett bringt Texte wie „wie haben uns geschwor’n, wir gehen raus und bringen die Erde nach vorn“ so überzeugend rüber, dass man hofft, dass die Mädchen mit ihrer zupackenden Art noch viele andere Kinder mitreißen können. „Ihr Engagement kommt allein von ihnen heraus, das ist im Grunde ihr Hobby“, erklärt die Mutter von Angelina und Rosalie, Carmen Limberger.

Immer wieder sind Einspielungen mit Fakten zum Thema Kinderrechte aus dem Off zu hören, manchmal erzählen die jungen Sängerinnen auch, was sie so berührt hat, dass sie ein Lied daraus machen wollten. Ihre Zuhörer waren sehr angetan von dieser willkommenen Abwechslung zum Unterricht. „Das war cool“, meinte Jana aus der Unterstufe, „vor allem, als da Rosalie auf die Bühne kam, denn die kenne ich!“


erstellt am 19.11.2014


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen