Archiv

Mobiles Theater gastiert mit eindrucksvoller Büchner-Collage

Noch haben sie ein paar Monate Zeit bis zu ihren Prüfungen, aber denen können die Gymnasiasten der Zinzendorfschulen – zumindest, was das Sternchenthema Büchner im Deutsch-Abitur angeht – gelassen entgegenblicken. Das Theater mobile Spiele aus Karlsruhe gastierte auf Einladung der Zinzendorfschulen in Königsfeld und brachte den Schülerinnen und Schülern die Werke des hessischen Dichters und Revolutionärs näher, und das sogar im Wortsinn. Die Bühne des Einpersonenstücks „büchner. die welt. ein riss.“, das der Schauspieler Georgios Tzitzikos unter der Regie von Thorsten Kreilos mit unglaublicher Intensität inszenierte, war inmitten der Schüler aufgebaut.

Zu zwei Seiten saß das junge Publikum nur wenige Zentimeter von der Bühne entfernt, die lediglich von einem fünf mal fünf Meter großem Teppich markiert wurde, und konnten so jedes noch so leise Zucken um den Mund, jedes Heben der Augenbrauen des grandiosen Darstellers verfolgen.

Das spärliche Bühnenbild aus Holz, Jute und Plastik baute er im Laufe der 60-minütigen Vorstellung nach und nach nebenbei ab und hinterließ damit das Nichts, das sich Büchner als Ruhepol immer wieder herbeigesehnt hatte. Die Plastikplanen, die zuvor mal als Paravent dienten, mal als Symbol für Blut oder die Roben der Reichen, wurde später zu den zeitgenössischen „Müllbergen, auf denen die Knochen des Hungers liegen“, wie es im Programmheft heißt.

Die Theatermacher haben Passagen aus den Werken und Briefen des hessischen Schriftstellers zu einer Collage verwoben, welche die Zerrissenheit Büchners, seiner Gesellschaft, seiner Werke und seiner Topographie  nachvollziehbar macht. „Man nennt mich einen Spötter. Es ist wahr, ich lache oft, aber ich lache nicht darüber, wie jemand ein Mensch, sondern nur darüber, dass ein Mensch ist, wofür er ohnehin nichts kann, und lache dabei über mich selbst, der ich sein Schicksal teile“, hatte Büchner etwa in einem Brief an die Familie geschrieben.

Das Ergebnis dieses vielschichtigen Textgewebes forderte hohe Schauspielkunst. Zuweilen wechselte Tzitzikos im Sekundentakt zwischen Danton und Büchner, Woyzeck und König Peter, oft nur durch Details wie ein aus der Hose hängendes Hemd, eine Perücke oder eine andere Tonlage angedeutet – doch stets so präzise ausarbeitet, dass das Publikum zu jeder Zeit genau wusste, welche Figur er gerade darstellte.

Eine besondere Glanzleistung war der Dialog zwischen dem blutverschmierten Danton und Robespierre, bei dem der Mime je ein halbes Kostüm trug und dem Publikum mal seine rechte, mal seine linke Körperhälfte zeigte, wobei er teils mitten im Satz die Stimme verstellte. „Das war in der Probenphase auch besonders schwierig“, verriet Tzitzikos am Ende der Vorführung.

Für die Schülerinnen und Schüler war es ein tolles Erlebnis, sich dem vor 200 Jahren geborenen Menschenrechtler einmal aus einer anderen Perspektive zu nähern. In der anschließenden Diskussion stellten Schauspieler und Regisseur klar, dass Büchner heute so aktuell ist wie je. „Er stünde mit Julian Assange und Edward Snowden in einer Reihe“, meinte Thorsten Kreilos, der vor zwei Jahren schon einmal mit einer Collage zu Kafka an den Zinzendorfschulen gastierte.


erstellt am 15.10.2014


Unterstufenbücherei jetzt in neuen Räumen

Die Schülerbücherei für die Unterstufe ist umgezogen: Seit dem neuen Schuljahr sind die verschiedenen Titel aus den Bereichen Abenteuer, Spannung, Krimis, Fantasy und auch einige Sachbücher im zweiten Stock vom Haus Spangenberg untergebracht. Jeden Dienstag in der 1. großen Pause können Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-7 von Realschule, WerkRealschule und Gymnasium ihre Lieblingsschmöker auswählen oder neue Autoren entdecken.

„Besonders beliebt bei den Jüngsten sind derzeit die Bücher aus der ´Lola´-Reihe“, sagt die Deutschlehrerin Sr. Kyburz, die vor vier Jahren die Ausleih-Bibliothek initiiert hatte. Im Bereich Fantasy seien die Chroniken von Narnia und die Bücher von Cornelia Funke gern gelesen, auch die „Drei-Fragezeichen“-Bücher seien nach wie vor begehrt.  In den Regalen finden sich auch einige Titel auf Englisch, darunter Geschichten über das „Magische Baumhaus“ im amerikanischen Original.

„Wenn im Unterricht dann mal Kästner besprochen wird, interessieren sich die Schüler auch dafür“, so Sr. Kyburz. Den Grundstock der Bücherei hatten Bücherspenden von Eltern gebildet, kurz darauf gab es eine großzügige Geldspende vom Elternbeirat, seit kurzem verfügt die Lehrerin über ein kleines Budget, so dass sie das Angebot immer mal wieder aufstocken kann.


erstellt am 14.10.2014


Professor aus Michigan recherchiert an den Zinzendorfschulen

Vielleicht sind die Zinzendorfschulen demnächst Schauplatz eines Romans: Der im Amerika lebende Wissenschaftler und Schriftsteller Peter Blickle besuchte während einer Studienreise in der Alten Welt, die ihn zuvor schon nach Herrnhut geführt hatte, auch das Königsfelder Schulwerk. Was er vorfand, entsprach gar nicht dem, was er eigentlich für die Recherche zu seinem neuen Roman gesucht hatte – zu seinem Bedauern und seiner Freude gleichermaßen.

Blickle, der selbst in der pietstischen Brüdergemeinde Wilhelmsdorf bei Ravensburg aufgewachsen  und als 17-Jähriger nach einem Schüleraustausch in den Vereinigten Staaten geblieben ist, vermutete in der evangelischen Brüdergemeine ähnliche Strukturen und Stimmungen. „Aber in den vergangen zwei Wochen habe ich festgestellt, dass der Buchstabe „d“ einen großen Unterschied macht.“ 

Er war überrascht von der Fröhlichkeit und Lebendigkeit, die in den Zinzendorfschulen und ihrem Träger, der Herrnhuter Brüdergemeine, herrscht. „Das Lernen hier ist sehr offen, die Lehrer gewähren dem Unterricht eine gewisse Eigendynamik. Durch die vielen Aktivitäten und Arbeitsgemeinschaften werden die Bereiche Schule und außerschulisches Leben immer wieder osmotisch durchzogen.“

Das spiegele sich auch in der Architektur der Schulgebäude wider. Durch die verschiedenen Gebäude sei die Schule mit dem Ort verwoben zeige die Verbundenheit zur Außenwelt. „Vor allem die großen Fenster, die den Blick in die Natur ermöglichen, sind beeindruckend.“

Die Recherche für seinen neuen Roman mit dem Arbeitstitel „Die Gärten der Seele“ waren nur ein Grund für Blickles Besuch in Deutschland. Der Professor für Germanistik sowie Gender and Women’s Studies an der Western Michigan University untersucht auch die feministischen Aspekte der evangelischen Brüdergemeine. Da wurde er während seines Besuchs in Herrnhut fündig, wo er feststellte, dass dort schon immer Gleichberechtigung praktiziert wurde. „Es gab bereits 1748 Frauen, die Chöre leiteten“, staunte der Professor.


erstellt am 09.10.2014


Neue BF-Schüler zum Kennenlernen in Konstanz

Neue Schule, neue Lehrer, neue Mitschüler – mit Kennenlerntagen ist der Einstieg in einen neuen Tagesablauf gleich viel leichter. Zwei Klassen der Zinzendorfschulen nutzten das schöne Herbstwetter für einen Ausflug nach Konstanz. Mit ihren Klassenlehrerinnen Sr. Jerke und Sr. Gillner führen die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung sowie der Berufsfachschule Wirtschaft mit dem Zug an den Bodensee, wo sie durch Innenstadt bummelten, bevor sie in Gruppen das Münster oder einige Geschäfte besichtigten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen machten alle einen Abstecher in den Schweizer Ort Kreuzlingen, wo ein Oktoberfest mit rasanten Karussells lockte. Gemächlicher ließen es die meisten beim Tretbootfahren angehen. Immer wieder kamen neue Schüler miteinander ins Gespräch, alle haben sich gut verstanden und genossen das herrliche Wetter. „Es waren ideale Voraussetzungen für den Kennenlern-Ausflug“, fand nicht nur Sr. Jerke.


erstellt am 07.10.2014


Jugend-Hilft-Preis für vier Zinzendorfschülerinnen

Die vier Zinzendorfschülerinnen Alicia (10Ra), Angelina (8b), Rosalie (6b) und Amelie (6R) wurden in der vergangenen Woche in Berlin von der Organisation „children for a better world“  mit dem Jugend-Hilft-Preis ausgezeichnet. Damit wird die Eigeninitiative der vier Cousinen Angelina und Rosalie Limberger sowie Alicia und Amelie Ackermann aus Donaueschingen ausgezeichnet, die sich mit Konzerten ihrer Band "11Wie Du" gegen Kinderarmut im In- und Ausland einsetzen.

Über das Musikprojekt hinaus initiieren die jungen Mädchen verschiedene Aktionen und sind bereits seit 2008 als UNICEF-Juniorbotschafter aktiv. Zusammen mit den anderen Preisträgern durften sie in Berlin an einem fünftägigen Jugend-Hilft-Camp teilnehmen, wo ihnen mit Hilfe von Mentoren und Profis projektrelevante Kompetenzen vermittelt wurden.

Die vier Cousinen aus Donaueschingen setzen sich für Kinder in Not ein. Mit Fundraising und Benefizaktionen sammeln die zehn- und vierzehnjährigen Mädchen Spenden und machen auf die Thematik aufmerksam, unter anderem mit einer Benefiztournee ihrer Band.

Carmen Limberger


erstellt am 01.10.2014


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen