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Staatliche Anerkennung für 24 Erzieherinnen und Erzieher

Geschafft: 24 Absolventinnen und Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen haben nach zweijähriger schulischer Ausbildung und einem einjährigen Betriebspraktikum das Kolloquium als letzte Hürde souverän gemeistert und sind jetzt staatlich anerkannte Erzieher. Der Schulleiter Br. Wittmann, der Vorsitzende der Prüfungskommission, Dr. Andreas Ackermann aus Waldshut, und die Fachlehrer gratulierten:

Verena Bianchi, Oliver Böhler, Kerstin Bucher, Jasmin-Monika Dinger, Cara Dinser Schröder, Tanja Fleig, Mirela Guran, Natascha Hausch, Julia Heimerl, Melanie Hoppmann, Rebecca Huger, Daniela Jabs, Carola Jöhle, Lea Junger, Yvonne Kollazek, Stefanie Koslowski, Selin-Antonia Moosmann, Miriam Obergfell, Sara Rohr, Julia Schafbuch, Christian Scherer, Katrin Schmutte, Simone Serowy und Isabell Stern.


erstellt am 15.07.2014


39 Realschüler erlangen Mittlere Reife

Erleichterung stand den 39 Absolventen der Zinzendorf-Realschule in den Gesichtern geschrieben, als sie in festlicher Robe in den Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine einzogen. Alle hatten ihre Prüfungen zur Mittleren Reife bestanden, weshalb sie sich das Lied „Auf uns“  als Motto des Gottesdienstes ausgesucht hatten, mit dem derzeit die ARD ihre Berichterstattung über die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft einleitet.

Die Zeile „Ein Hoch auf uns, auf das, was uns vereint“, hatten sie zusammen mit einem Foto von der Abschlussfahrt nach Italien an die Wand projiziert. Ein passendes Motto, meinte der Schulpfarrer Br. Fischer, denn auch in der Schule komme es auf das Zusammenspiel vieler an und ebenso wie beim Fußballspiel auch auf Fairplay.

Gemeinsamkeiten, welche die beiden Klassen zu einer Gemeinschaft zusammenschweißten, gab es viele. Das haben einige Jungs der 10Ra mit einem kurzen szenischen Einspiel verdeutlicht, in dem sie die schönsten Erlebnisse ihrer Schulzeit Revue passieren ließen, von Streichen über Klassenfahrten bis zu den Fußballspielen in den Fluren.

Auch der Abteilungsleiter der Realschule, Br. Giesel, erinnerte sich und zwar an die Einschulung der damaligen Fünftklässler vor sechs Jahren. „Die meisten waren einen halben Meter kürzer und ihr habt euch noch etwas unsicher gefühlt. Die Frage ,Passt das alles?´ stand im Raum, und ja, es hat gepasst. Viele haben euch geholfen, den Rucksack für euer Leben zu packen.“  

Dennoch solle dieser Moment keinen Stillstand bedeuten. „Ihr seid noch nicht im Finale“, betonte Giesel. Viele der Absolventen würden weiterhin zur Schule gehen und einen nächsten Abschluss anstreben, auch diejenigen, die eine Ausbildung beginnen, hätten noch einiges vor sich.

Am Ende des mit Liedbeiträgen eines Absolventinnen-Gesangsquartetts bereicherten Gottesdienstes wurden vier der Absolventen für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet. Konrektor Br. Giesel überreichte Luise Stöckermann den Preis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch, Ann-Sophie Kienzler den Preis für hervorragende Leistungen im Fach Bildende Kunst und Lucas Olheiser wurde für seine beste Abschlussprüfung mit der Durchschnittsnote 1,2 ausgezeichnet. Für den neu ausgelobten Technikpreis des Bildungspartners EGT war der Vorstandsvorsitzende des Triberger Unternehmens, Rudolf Kastner, gekommen. Er überreichte ihn an Felix Wahl, der mit seiner Erfindung einer intelligenten Lebendmausfalle auch am Wettbewerb Jugend Forscht teilnimmt.

 

Die Absolventen der 10Ra:

Simon Czizegg, Steißlingen; Johanna Dachs, Weissach; Jeremy Egbuche, Jettingen; Stefanie Glaw, Villingen-Schwenningen; Alina Götz, Königsfeld; Dyson Hartfiel, Niedereschach; Annalena Herbst, Niedereschach; Gion Heugel, Dunningen; Katharina Jacobi, Niedereschach; Robert Keller, Donaueschingen; Enkelejda Kutleshi, Königsfeld; Celina Sharon Markon, Niedereschach; Felix Meyer, Königsfeld; Lucas Olheiser, Villingen-Schwenningen; Adrian Penker, Donaueschingen; Nico Schwarzwälder, Königsfeld; Luise Stöckermann, Königsfeld; Johannes Volz, Königsfeld; Florian Wagner, St. Georgen; Felix Wahl, Niedereschach.

 

Die Absolventen der 10Rb:

Axel Binninger, Wutach; Patrick Boog, Villingen-Schwenningen; Leon Dannert, Königsfeld; Thomme Dannert, Königsfeld; Fabienne Dick, Mönchweiler; Shaleen Gässler, Königsfeld; Finn-Louis Hagen, Königsfeld; Fabienne Hettich, Mönchweiler; Kevin Huentz, Königsfeld; Corinna Jähn, Dunningen; Lisa Jähn, Dunningen; Ann-Sophie Kienzler, Königsfeld; Mathias Kloess, Unterkirnach; Lea Kopp, Schramberg; Sopheaktra Muy, Niedereschach; Maximilian Paul, Königsfeld; Kalle Reiter, Rottweil; Sina Schwarzwälder, Niedereschach; Ann-Katrin Steffen, Niedereschach.


erstellt am 11.07.2014


Sommerserenade trotzt dem Regen

Gut, wenn es einen Plan B gibt: Auch wenn der plötzliche Kälteeinbruch verhinderte, dass die Instrumentalisten der Zinzendorfschulen ihre Sommerserenade unter freiem Himmel aufführten, war der Abend ein voller Erfolg. Im vollbesetzten Saal des Hauses Katharina von Gersdorf unterhielten die Musiker ihr Publikum aufs Beste.

Wochenlang hatten die Orchester der fünften und sechsten Klassen unter der Leitung von Br. Ziegler für ihre Auftritte geprobt, so dass es für Lampenfieber weder Zeit noch Grund gab. Die Jüngsten eröffneten den Abend mit der Eurovisionsmelodie. Nach dem Gospel „He’s Got the Whole World in His Hand“ konnten sie bei dem dritten Stück ihre Improvisationskünste erproben.

Das Orchester der sechsten Klassen begann seinen Set mit dem „Pink Panther“, bevor die Musiker bei dem Stück „Power“ ebenfalls Raum für Soli bekamen. Dafür hatten sie mehr als einen Takt Zeit, „sie sind ja auch schon älter“, erklärte der Dirigent.

Die improvisierten Passagen waren mal von rockiger Struktur, mal gingen sie in Richtung Free-Jazz – jedenfalls fügten sich alle gut in das Stück ein. Zum Abschluss dieses zweiten Konzert-Teils setzten sich alle Sonnenbrillen auf, bevor sie „under cover“ die James-Bond-Melodie spielten.

Zunächst klassisch startete das Große Orchester mit dem  „Ungarischen Tanz  Nr. 5“ von Johannes Brahms und „In der Halle des Bergkönigs“ von Edward Grieg, bevor es mit Astor Piazzolas „Libertango“ das Publikum auf einen musikalischen Ausflug nach Argentinien mitnahm. „Als Musiklehrer ist es nicht immer leicht, die Schüler zum Lernen von Musikstücken zu motivieren, bei diesem waren jedoch alle sofort engagiert dabei“, sagte Br. Ziegler.

Sicher galt das für das gesamte Programm des Abends, denn die Stücke waren allesamt souverän interpretiert. Selbst die Zugabe, bei der die drei Orchester den  „Marsch der Priester“ aus Mozarts Zauberflöte spielten, klappte perfekt, obwohl sie es zuvor nicht in dieser Besetzung hatten üben können.


erstellt am 09.07.2014


Literatur- und Theaterkursus der Zinzendorfschulen inszeniert „Nichts“

„Nichts  bedeutet  irgendetwas, das weiß ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ Mit diesen Worten verlässt Pierre Anthon die Schule und seine Klassenkameraden, um fortan in einem Pflaumenbaum zu sitzen und seine Mitschüler mit unreifen Pflaumen und provozierenden Sprüchen über den Sinn und Unsinn des Lebens zu bombardieren. Ein Zustand, den diese immer unerträglicher finden, weshalb sie beschließen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen.

Der Gymnasiast Maximilian Holm hat den umstrittenen Roman der dänischen Autorin Janne Teller für die Bühne bearbeitet, der Literatur- und Theaterkursus der Zinzendorfgymnasien hat das Schauspiel unter der Regie von Götz Knieß an jeweils zwei Abenden im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen und im Königsfelder Haus des Gastes präsentiert. Es ist schwere Kost, die die Dänische Schriftstellerin ihren Lesern zumutet, das Buch durfte auch einige Jahre lang nicht an dänischen Schulen gelesen werden.

Die Jugendlichen wollen sich nämlich nicht von der nihilistischen Haltung Pierre Anthons die Bedeutung ihres Lebens nehmen lassen. Sie fangen an, in einem stillgelegten Sägewerk Sachen zusammenzutragen, die ihnen etwas bedeuten. Bald merken sie jedoch, dass defekte Beatles-Kassetten und pinkfarbene Kämme mit abgebrochenen Zähnen nicht wirklich wichtig sind. Es müssen andere Dinge her, deren Verlust wirklich schmerzt. Jeder, der etwas geopfert hat, darf von den anderen ein Opfer fordern und so entsteht eine Spirale der Gewalt, deren Eigendynamik  erst durch den Tod gestoppt wird.

In der Inszenierung wechseln sich zehn Schauspieler in der Darstellung des Pierre Anthon ab, um zu zeigen, dass seine Figur austauschbar ist. Im Programmheft sind sie nur als „Schüler 1-10“ aufgeführt. Immer wieder treten die Jugendlichen an den Bühnenrand und sprechen im Chor, „das soll dem Gesagten noch mehr Gewicht geben“, erklärte Maximilian Holm.

Das raffinierte Bühnenbild, bei dem ein Haufen Europaletten zugleich den Pflaumenbaum und den Berg der Bedeutung bildet, unterstreicht die Geschichte ebenso wie die kurzen Einblendungen von Videoaufnahmen und der geschickte Einsatz von Licht, der bei der Friedhofs-Szene eine bedrückende Atmosphäre schafft.

Die Jugendlichen opfern den Leichnam des verstorbenen Bruders, den sie ausgraben, ihre Unschuld, einen Finger, einen Gebetsteppich und den ans Rosenholzkreuz hängenden Jesus. Als dieser Berg der Bedeutung entdeckt wird, sind die einen entsetzt über diesen „Müll“, die anderen fasziniert von dieser „Kunst“.

Ein New Yorker Museum bietet ihnen gar drei Millionen Dollar.
Doch Pierre Anthon, der Auslöser des Grauens, würdigt die bedeutungsvollen Dinge keines Blickes. Haben die Jugendlichen nun die Bedeutung gefunden oder haben sie sie verloren?

Pierre Anthon hat gewonnen, stellen sie resigniert fest, aber ihre angestaute Wut entlädt sich in dem Moment, in dem er ihnen den Rücken zudreht. Sie lynchen ihn, der Berg der Bedeutung geht in Flammen auf und am Ende sitzen alle unter dem Pflaumenbaum und blättern gelangweilt in Illustrieren, bevor Monty Python’s „Always Look on the Bright Side of Life“ erklingt.


erstellt am 04.07.2014


Klinik-Chef Jürgen Rockwell-Kollmann informiert über Magersucht

Einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge leiden mindestens zwischen einem und drei Prozent aller jungen Mädchen an Anorexie, die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Diese auch Magersucht genannte Essstörung endet in fünf bis zwölf Prozent aller Fälle tödlich. Grund genug für alle, die mit jungen Menschen zu tun haben, sich mit diesem Krankheitsbild auseinanderzusetzen. Die Schulleitung und der Elternbeirat der Zinzendorfschulen hatten daher am Mittwoch den Direktor Klinik für Psychotherapeutische Medizin am Schwarzwald-Baar-Klinikum, Jürgen Rockwell-Kollmann eingeladen, im Haus Katharina von Gersdorf über Magersucht und den Umgang mit Erkrankten zu sprechen.

Im Dialog mit den Zuhörern, von denen viele als Angehörige betroffen waren, stellte sich heraus, dass die Machtlosigkeit der Magersucht gegenüber eines der wichtigsten Themen ist. Die Erkrankten sind nicht bereit, Hilfe anzunehmen, da sie ihre Krankheit verleugnen und die Konsequenzen ihrer Essensverweigerung bis hin zum veränderten Hormonhaushalt nicht als Problem, sondern als Erfolg betrachten.

„Eines der Symptome der Anorexie ist auch eine Körperschemastörung“, berichtete der promovierte Mediziner. „Wenn Magersüchtige den Umriss ihres eigenen Körpers zeichnen sollen, vergessen sie oft ihre Arme und Hände, aber sie merken es nicht. Selbst wenn man sie fragt, ob nicht etwas bei dem Bild fehlt, sehen sie es nicht.“

Nicht jeder Mensch, der sehr dünn ist, leide gleich unter Magersucht, jedoch solle man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 19 oder 18 und darunter genauer hinsehen, so Jürgen Rockwell-Kollmann. Ein BMI von 17,5 und weniger gelte als anorektisch, ab einem BMI von 14 und darunter befinde sich der Körper in einem chronischen Hungerzustand, in dem die Körperfunktionen durcheinander geraten und auch kein Gefühlsleben mehr existiere.

Die Krankheit macht es für Angehörige, Freunde, Lehrer und Ärzte besonders schwer, mit den Patienten in einen Dialog zu treten. Zum einen leugnen sie - wie es für eine Sucht typisch ist -  ihre Erkrankung, zum anderen lassen sie meist niemanden mehr an sich heran. „So wie die Patienten mit sich und dem Essen umgehen, so gehen sie auch mit Beziehungen um“, sagte der Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Die Kranken sehen den Verdauungsvorgang symbolisch für zwischenmenschliche Beziehungen. „Sie haben panische Angst davor, Beziehungen einzugehen und genauso große Panik davor, Nahrung aufzunehmen“, erklärte er die Wahnstörung.

Eine Zuhörerin wollte wissen, ob die Tendenz zur Magersucht „ansteckend“ sei im Sinne von Nachahmung im Freundeskreis. Genetische Veranlagung ist jedoch laut Rockwell-Kollmann der  wahrscheinlichere Grund einer Anorexie. Er berichtete von Studien mit eineiigen Zwillingen, die in einem unterschiedlichen Umfeld aufwuchsen. Bei der Hälfte aller Magersüchtigen war der Zwilling an der gleichen Essstörung erkrankt.

Jürgen Rockwell-Kollmann gab seinen Zuhörern noch einige Tipps für den Umgang mit Magersüchtigen mit auf den Weg. Ganz wichtig sei es, sich vor dem Gespräch über die Krankheit zu informieren. Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass die Kranken jede Gewichtszunahme als eine Niederlage erleben. Man dürfe nicht auf eine Einsicht hoffen, eine gute Strategie sei, das Problem im Gespräch langsam einzukreisen. „Alles in allem ist es auf keinen Fall eine Erkrankung des Trotzes oder des bösen Willens.“


erstellt am 03.07.2014


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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