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Schüler stellen Politikern Hausaufgaben

In der vergangenen Woche schlüpften Schülerinnen der Zinzendorfschulen kurzzeitig in die Rolle derjenigen, welche die Hausaufgaben stellen - und zwar dem lokalen Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (CDU).

Im Rahmen des von UNICEF organisierten Aktionstags Kinderrechte diskutierten Kira Klaus, Amelie Ackermann, Rosalie Limberger und Angelina Limberger von der Umweltbotschafter AG im Wahlkreisbüro in Villingen mit dem frisch in den Bundestag gewählten Politiker, wie die Rechte von Kindern lokal und bundesweit umgesetzt werden können.

Anlass war der Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November. Unterstützt wird der Aktionstag von den Ehrenamtlichen des UNICEF-Teams Donaueschingen. "Wir wollen, dass die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, die Politiker in unserem Wahlkreis aufzurütteln", sagt die Leiterin der Umweltbotschafter AG, Maria del Carmen Limberger. "Nur wenn die Mädchen und Jungen sagen können, was ihnen wichtig ist, besteht die Chance, dass sich etwas verändert. Die Politik muss sie ernst nehmen. Der Aktionstag bietet dafür die perfekte Gelegenheit. Und in der Diskussion mit den Abgeordneten erleben die Kinder auch hautnah, wie Demokratie funktioniert."

Im Unterricht lernten die Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klassen der Zinzendorfschulen viel über die Kinderrechte. Dadurch konnten sie ihre Argumente selbst ausarbeiten und weitergeben. Die Umweltbotschafter AG sortierte alle Fragen und Forderungen ihrer Mitschüler nach Themen sortiert und fasste sie dann zu zehn Fragen zusammen. Einen Tag bevor sie ins Wahlkampfbüro fuhren, präsentierten die Umweltbotschafter das Ergebnis ihren Mitschülern und Lehrern.

Vor dem Gespräch mit Thorsten Frei waren die vier Mädchen ziemlich aufgeregt. Doch das verflog schnell und schließlich diskutierten sie lebhaft eine Stunde lang über verschiedene Themen. Vorschläge waren etwa, ob Politiker nicht einen Kinderberater haben sollten oder dass Kinder schon ab 12 Jahren wählen dürfen. Ganz besonders wichtig war auch die Forderung der Schülerinnen, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen.

Der Bundestagsabgeordnete nahm die Fragen der Schülerinnen sehr ernst und versprach, Ihnen auch nochmals schriftlich auf jede einzelne Frage und Forderung antworten.

Beim Aktionstag Kinderrechte wird so ein zentrales Kinderrecht umgesetzt, das jedem Kind in der UN-Konvention über die Rechte des Kindes garantiert wird: das Recht auf Beteiligung. Die Politiker erhalten durch den Aktionstag die Chance, mehr über die Sichtweisen der Kinder in ihren Wahlkreisen zu erfahren und ihr Wohlergehen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen.

Die Aktionstage finden auf Initiative von UNICEF und dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, statt. Auf der Website www.aktionstag-kinderrechte.de können alle Besucher ihre Meinung zum Thema Kinderrechte veröffentlichen.

Schulen haben die Möglichkeit, dort ihre Aktionen darstellen, außerdem können Kinder und Jugendliche auf der Internetplattform den Abgeordneten des neu gewählten Parlaments "Hausaufgaben" für die kommenden vier Jahre mit auf den Weg geben. Die Abgeordneten des jeweiligen Wahlkreises können ihnen auf der Plattform direkt antworten.

Die Kinderrechtskonvention wurde am 20. November 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedet und von fast allen Staaten der Welt ratifiziert. Sie garantiert allen Kindern das Recht auf Schutz, Förderung und Beteiligung.


erstellt am 16.12.2013


Yann Audebourg beim Vorlesewettbewerb eine Runde weiter

Spannend bis zum Schluss war der diesjährigen Vorlesewettbewerb an den Zinzendorfschulen: Am Nikolaustag traten drei Jungs und ein Mädchen gegeneinander an, um sich im Vorlesen zu messen. Dominik Schäfer (6R), Yann Audebourg (6a), Daniel Kunick (6b) und Annalena Elkmann (6c) hatten sich in den vergangenen Wochen als beste Vorleser ihrer Klassen qualifizieren können und mussten nun vor der Jury - den Deutschlehrerinnen Sr. Zander, Sr. Maurer, Sr.  Richter, Sr. Gillner sowie der Vorjahressiegerin Lena Huss - bestehen.

Die Jungen und Annalena lasen in der ersten Runde aus ihren Lieblingsbüchern vor, “Der kleine Hobbit“, “Die Spione von Myers Holt“, “Alabama Moon“ und “Drei Ausrufezeichen”, während ihre Mitschüler und die 6W, die als Gast ebenfalls im Publikum saß, gebannt lauschten und ihnen ganz fest die Daumen drückten.

Dominik Schäfer und Yann Audebourg erreichten beide die gleiche Punktzahl, erst mit dem unbekannten Text, einer Passage aus Cornelia Funkes “Drachenreiter”, stellte sich Yann Audebourg (auf dem Bild 2. von rechts) als Schulsieger heraus und qualifizierte sich damit für die nächste Stufe des seit 1959 ausgetragenen Wettbewerbs des Börsenvereins des Buchhandels, den Kreisentscheid.


erstellt am 09.12.2013


Tipp-Kick für die "dreizeit"

Es gibt Spiele, die sind so gut, dass sie über Generationen unverändert bleiben. Wer sie in jungen Jahren spielt, gibt den Spaß und die Freude, die sie bereiten, später an seine eigenen Kindern weiter. Eines von ihnen ist der Evergreen Tipp-Kick. Seit bald neunzig Jahren spielen Jung und Alt in Wohn- und Kinderzimmern, Hobbykellern, auf langen Autofahrten und - in Schulen. Wie wertvoll Tipp-Kick nämlich aus pädagogischer Sicht ist, hat das Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen getestet und bestätigt.

„Es fördert unter anderem die Auge-Hand-Koordination“, erklärt Mathias Mieg, Enkel des Erfinders. Deshalb hat er jetzt auch den Zinzendorfschulen ein Tipp-Kick-Spiel als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Im Marketing-Club Schwarzwald-Baar ist Mieg dem Schulleiter Br. Wittmann begegnet. Sie kamen ins Gespräch und Mieg erinnerte sich daran, dass es schon zu Zeiten, als sein Vater noch das Schwenninger Familienunternehmen Edwin Mieg OHG geleitet hatte, eine enge Verbindung zu den Zinzendorfschulen gab. „Der damalige Leiter des Jungeninternats, Jan Kruijer, bekam von uns regelmäßig Spielmaterial für die Internatsschüler“, erinnert sich Mieg. Diese Tradition möchte er gerne wieder aufleben lassen.

Die ersten, die davon profitieren, sind diejenigen Schülerinnen und Schüler des Königsfelder Modells, die sich für das Ganztagsangebot „dreizeit“ der Zinzendorfschulen entschieden haben. „Es ist gut, wenn Kinder und Jugendliche in der Schule auch das Spielen wieder lernen“, sagt Mieg und schließt eine weiterreichende Kooperation nicht aus.

Er ließ es sich nicht nehmen, das Spiel nebst stabilem Tisch selbst nach Königsfeld zu bringen und den Schülerinnen und Schülern den Tipp-Kick zu zeigen. Die waren genauso begeistert bei der Sache wie Br. Wittmann, der sich nicht zweimal bitten ließ und seinerseits eine Runde den eckigen Ball übers Spielfeld kickte.


erstellt am 05.12.2013


Musik und Gedichte beim Nikolausmarkt im CBH

Eine große Freude haben Dutzende Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen am Mittwochnachmittag den Bewohnern des Christoph-Blumhardt-Hauses (CBH) bereitet. Beim Nikolausmarkt mit vielen Ständen, an denen Kunsthandwerk, Selbstgebasteltes, Plätzchen, Glühwein und andere Leckereien angeboten wurden, sorgten sie mit Auftritten für Kurzweil.

Die Klasse 9Ra hat Gedichte vorgetragen, die angehenden Erzieherinnen und Erzieher des Berufskollegs für Praktikantinnen und Praktikanten haben mit kurzen Texten den Bischof Nikolaus von Myra beschrieben und von den Wundern, die ihm zugeschrieben werden, erzählt. Die Bühne war dekoriert mit Bildern, die die 5R zum Thema "Menschen helfen Menschen" gemalt hat.

Auch ein Bläserensemble hatte einige Weihnachtslieder einstudiert. Vom Dach des Altenheimes aus erwärmten die jungen Musiker die Herzen der Bewohner, die zum Teil mit zusätzlichen Decken dick eingemummelt in Rollstühlen saßen und das vorweihnachtliche Treiben sichtlich genossen. "Wir wollen dem Weihnachtsmarkt in der Friedrichstraße keine Konkurrenz machen, sondern denjenigen, die nicht in der Lage sind, diesen zu besuchen, vorweihnachtliche Stimmung ermöglichen", erklärte Heimleiter Jürgen Lieberum, der für eine ansprechende Vielfalt des kleinen Marktes gesorgt hatte.

Für den Schulpfarrer Br. Fischer, der die Beiträge der Schülerinnen und Schüler koordiniert hat, stand die Zusammenarbeit von Jung und Alt im Vordergrund. Damit die jungen Menschen nicht einfach nur ihre Auftritte absolvieren, gab es im Fach Diakonie zuvor noch eine Besichtigung des Heims, das wie die Zinzendorfschulen in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine steht. "Mir ist auch wichtig, dass die Schüler die Atmosphäre hier mitbekommen." Die Pausen zwischen den Auftritten gaben Besuchern und Bewohnern des CBH Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.


erstellt am 04.12.2013


Dem Universum Michelangelos nachgespürt

Der Weg ist lang, er führt vom Paradies mit einem Umweg über die Unterwelt bis hin zur Auferstehung. Die verschiedenen Etappen dieses Weges sind mit Tüchern verbunden, architektonische Elemente geben ihnen Halt und Licht setzten gezielte Akzente.

Bei der Vernissage wurde die Installation "Der aufstrebende Mensch" noch mit einem live dargebotenen Musikkonzept unterstrichen, so dass - einschließlich der später gereichten Häppchen - beinahe alle Sinne angesprochen wurden.

48 Schülerinnen und Schüler der Neigungskurse Kunst der Zinzendorfschulen haben sich fünf Monate lang mit dem Sternchenthema Michelangelo beschäftigt. Sein Kampf gegen die Materie, seine Malerei und seine vor Kraft strotzenden Skulpturen waren Anregung für die teils überlebensgroßen Werke, die die Gymnasiasten mit Ölkreide auf Wellpappe gemalt haben. Andere Inspirationsquellen waren Albrecht Dürer, Matthias Grünewald und Gustave Doré.

"Wir haben versucht, dem Universum, das uns diese Künstler zeigen, nachzuspüren", erklärte der Kunstlehrer Br. Ditz-Burk, nach dessen Konzept die Installation entstand, den rund 200 Besuchern der Ausstellungseröffnung im Jan-Hus-Haus.

Weil im Atelier nicht alle Besucher Platz fanden, wurde die Live-Musik, die zu einer Diashow dargeboten wurde, per Lautsprecher in den zweiten Kunstraum übertragen. Die Werke der Schüler und deren Vorbilder waren zu einer Bildfolge zusammengeschnitten, die - mal im Stakkato, mal langsamer - passend zu den Texten, die der Schüler Tamino Burk vortrug, oder zur Musik der Harfenistin Karolina Königsberger, dem Klavier- und Saxophon-Duo Lukas Ebner und Lennard Fiehn sowie dem hochkarätigen Chor aus Lehrern, Ehemaligen und Freunden der Zinzendorfschulen, gezeigt wurde. Das Konzept für die Musik hat Sr. Maier entworfen.

Heraus kam ein Gesamtkunstwerk, das sich sehen lassen kann. "Die Schüler haben wochenlang auf etwas hingearbeitet, ohne das Ganze vor Augen zu haben. Dazu gehört viel Vertrauen und Mut", lobte Br. Ditz-Burk.

Die Figuren sind aus den Pappen ausgeschnitten und hängen frei im Raum, so dass sie - unterstützt durch die Beleuchtung - die Anmutung von Skulpturen haben. Zum Teil wird das Blut, das sich aus einer Wunde des Gekreuzigten ergießt, mit rotem Tuch angedeutet, das Wasser der Fußwaschung wird durch blaues Tuch dargestellt.

Auch diese Tücher waren - ebenso wie die lebenden Skulpturen, die während der Vernissage den Weg wiesen - eine Idee der Schüler. "Es hat sich eine schöne Dynamik entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler haben viele Ideen eingebracht und mich gegen Ende nur herumgeschickt, ihnen dieses und jenes Material zu besorgen", sagt der Kunstlehrer, der über Jahre hinweg die Erfahrung machen konnte, dass dies dann immer die kreativsten Projekte sind.

Parallel zu der Installation waren bei der Vernissage im zweiten Kunstsaal Werke zu sehen, die sich mit Max Ernst einem weiteren Sternchenthema widmen. "Der Surrealismus überwindet gewohnte Sehgewohnheiten und kann in der Grauzone zwischen Imagination und Wirklichkeit auch verstörend wirken", so der Kunstlehrer.

Damit die Schüler in dieser Grauzone nicht steckenbleiben, müssen die Pädagogen im Kunstunterricht mit ästhetischen Grundlagen gegenhalten - "und hier sind wir dann wieder bei Michelangelo."

Die Installation mit Musik und Beleuchtung ist im Treppenhaus des Jan-Hus-Hauses noch bis Jahresende schultäglich bis jeweils 18.30 Uhr zu sehen, wobei die Lichteffekte natürlich nach Einbruch der Dunkelheit am besten zur Geltung kommen.


erstellt am 02.12.2013


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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  • Fachschulen für Sozialpädagogik
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