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Davids Darbietung lindert Sauls Schwermut

Mit dem Stück "Ich will das Morgenrot wecken - David wird König" hat der Unterstufenchor der Zinzendorfschulen dem diesjährigen Altschülertreffen einen schönen Auftakt bereitet. Voller Engagement und Begeisterung haben Chor, Solisten und ein begnadetes Instrumentalensemble das 1998 von vier Düsseldorfer Kantoren komponierte Singspiel zum Text des Pfarrers Roland Klein im Kirchensaal inszeniert.

Erzählt wird darin die biblische Geschichte des Hirtenjungen David (am Premierenabend gespielt von Lena Huss), der an den Hof des kranken Königs Saul (am Premierenaben: Elisabeth Königsberger) gerufen wird. Obwohl dieser das Musizieren verboten hatte, erreicht das Lied eines Jungen sein Ohr und lindert seine Schwermut, über die schon seine Untertanen lästern.

Die Suche nach diesem Musiker erinnert ein bisschen an das Märchen vom Aschenputtel: Drei Söhne (Jan Schönmeier, Goundo Keita, Milena Schuparra) des Propheten Isai (Ronja Kwiasowski) stellen sich nacheinander vor, aber keiner von ihnen stellt sich als der Gesuchte heraus.

Schließlich holen sie ihren jüngsten Bruder von der Weide, wo er das Vieh hütet. Er vermag es, mit seinem Harfenspiel und einem Ohrwurm nach dem Psalm 108,3 "Ich will das Morgenrot wecken" den König von seiner Krankheit zu heilen, wofür ihm dieser zunächst auch sehr dankbar ist.

Als aber David mit einer List den Riesen Goliath besiegt, jubelt das Volk ihm zu und verspottet den faulen König Saul nur umso mehr. "Neue Männer braucht das Land" singen sie, so dass der eifersüchtige Saul David töten lassen will. Dieser kann fliehen, während Saul und dessen Sohn Jonathan (Simon Motzer), mit dem David sich angefreundet hatte, auf der Suche nach ihm unter die Philister geraten, die beide töten. Am Ende wird David von Sauls Diener (Lucia Rothweiler) zum König gekrönt.

Das Singspiel beeindruckt durch eine betörende Leichtigkeit, die alle Beteiligten unter der Leitung von Johannes Michel gut herüberbringen konnten. Das fängt schon an beim Markttreiben zu Beginn des Stückes, als die Marktfrau Deborah (Alexandra Schwanenberger) und ihre Freundinnen (Tabea Thämmig, Bianca Schuparra und Maris Sülzle) durch die Gänge des Kirchensaals ziehen und Äpfel, Feigen und Aprikosen feilbieten. Doch die will niemand kaufen, klagen sie. Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen, die Leute haben kein Geld, alle sparen. Der Grund? "Saul, Saul, irgendwas ist ziemlich faul, schau doch mal dem Volk aufs Maul".

Auch ansonsten steckt das Stück voller Witz: Die älteren Brüder Davids verstehen etwas von Kernspaltung, den Kampf Davids gegen Goliath verfolgen die Marktfrauen in einem knisternden Radio, an dem sie versuchen, den Empfang zu verbessern. "Lass mal", meint eine, "so ein Teil wird wahrscheinlich eh erst in 3000 Jahren funktionieren."

Die Solisten wurden vom Chor der sechsten Klassen und den äußerst versierten Instrumentlisten Martina Hasenfratz (Klarinette), Reinhard Ziegler (Violine), Matthias Faller (Klavier) und Dominik Schäfer (Trompete) unterstützt. Die Musik, meist irgendwo zwischen Klezmer und Blues, war mitreißend und die eingängigen Melodien blieben den Besuchern des Singspiels sicher noch lange im Ohr.


erstellt am 30.11.2013


Königsfelder Gruß und Schulpost 2013 ist erschienen

Der neue "Schulgruß" ist da. In diesem Jahr ist er ausschließlich als eBook erschienen. Das spart Druckkosten und Ressourcen, zudem hat man von überall darauf per Internet Zugriff. Auch die Größe und Ansicht kann auf die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden.

Das eBook ist hier zu lesen. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

 


erstellt am 29.11.2013


Benefiz-Konzert bringt 4100 Euro für die Philippinen

Sagenhafte 4100 Euro kamen bei dem Benefizkonzert mit Harmonic Brass zusammen, zu dem der Campus Comenius geladen hatte. Die Summe geht komplett an die Opfer des Taifuns "Hayan" auf den Philippinen.

Die ehemalige Zinzendorfschülerin Larissa Gutsch, die im Süden der Insel Negros lebt und dort als Lehrerin deutsche Kultur unterrichtet, verteilt nach Absprache mit den örtlichen Behörden gemeinsam mit ihrer Schulleiterin, einem Schüler und einem Fahrer Hilfsgüter an die Menschen einer umliegenden Inselgruppe, die besonders stark betroffen waren.

Nachdem sie erste Spenden von Freunden und Familie aus Königsfeld bekommen hatte, schrieb sie: "Eure Gedanken und Sorge um meine Person und das tiefe Mitgefühl für meine Mitmenschen hier in dieser katastrophalen Situation bringen mir nicht nur meine eigentliche Heimat nah, sondern beflügeln und motivieren mich auch, meinem derzeitigen Zuhause mit aller Kraft zu helfen." Näheres über die Verwendung der Spenden wurde am Sonnabend im Südkurier berichtet.


erstellt am 25.11.2013


Vortrag und Andachten zum Buß- und Bettag

  Mit drei Veranstaltungen gedachten alle Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen in diesem Jahr des Buß- und Bettags. Den Auftakt machte bereits am Dienstag ein Vortrag des ehemaligen Pfarrers der Herrnhuter Brüdergemeine, Hans-Beat Motel, über Sklaverei.

Im vollbesetzten Kirchensaal schlug er einen gut strukturierten Bogen von den Hintergründen über die Sklaverei in Suriname samt der Rolle der dortigen Missionare bis in die Gegenwart. Noch immer nämlich würden weltweit rund 30 Millionen Menschen wie Sklaven leben, darunter afrikanische Kindersoldaten, Menschen, die am Bau des WM-Stadions in Katar arbeiten und auch in Deutschland osteuropäische Zwangsprostituierte.

Schon seit der Antike seien Menschen - zumeist aus fremden Völkern - von anderen als ihr Eigentum betrachtet damit versklavt worden. In den Jahren 1640 bis 1850 wurden systematisch zwischen 9,6 und 11 Millionen Westafrikaner in die Amerikas verschifft. "80 Prozent von ihnen wurden nach Südamerika gebracht, 15 Prozent in die Süd- und Nordstaaten der heutigen USA", erklärte Motel.

Dabei habe es einen regelrechten Dreieckshandel gegeben: Baumwolle wurde von Amerika nach Europa verschifft, von dort aus gingen Stoffe und billiger Tand nach Afrika zu den Sklavenhändlern, die dort gelöschten Schiffe wurden dann mit versklavten Afrikanern vollgestopft. Wer die drei- bis vierwöchige Überfahrt überlebte, musste auf den Plantagen arbeiten.

Nur wenige einflussreiche Menschen, wie der Engländer William Wilberforce, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts 400 000 Unterschriften gesammelt und einen Zucker-Boykott organisiert hatte, engagierten sich vehement gegen die Sklaverei. In Suriname, einem Land , das so gut wie nur aus Baumwoll-, Zucker-, Kaffee- und Kakaoplantagen bestand und eine solche klimatische Herausforderung ist, dass es den Beinamen "Totenland" bekam, wurden bis zu 400 Sklaven auf einer Plantage gehalten.

Auch die Herrnhuter Brüdergemeine schrieb dort ein dunkles Kapitel ihrer Missionarsgeschichte: Im Jahr 1777 hielten sie 18 Menschen als Sklaven, eine Situation, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts mit schwankenden Zahlen aufrecht erhalten wurde. Immerhin gingen sie in die Plantagen, missionierten die versklavten Afrikaner, predigten auf Kreolisch, unterrichteten sie und hielten mit ihnen Gottesdienste ab - alles Dinge, die den Sklaven eigentlich verboten waren. "Ihr seid die ersten, die uns als Menschen wahrnehmen", hatten sie den Missionaren gesagt.

Jedoch setzten sich diese sich - im Gegensatz zu Wilberforce - nicht gegen das System der Sklaverei ein. Diese wurde in Suriname erst am 1. Juli 1863 abgeschafft. "An dem Tag wurden 33621 Sklaven in die Freiheit entlassen", schilderte Motel, "entgegen der Befürchtungen der Niederländischen Kolonialherren ist alles ruhig geblieben, lediglich in den Schuhgeschäften herrschte Hektik - denn erst jetzt durften die versklavten Menschen Schuhe tragen." Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der Fachschule für Sozialpädagogik und Sozialwesen stellten im Anschluss an den Vortrag viele interessierte Fragen.

Am heutigen Buß- und Bettag ging es in zwei Andachten für die Schülerinnen und Schüler von Unter- und Mittelstufe um Barmherzigkeit - sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber Tieren und Pflanzen. Dazu las der Schulpfarrer Br. Fischer aus den Erinnerungen von Albert-Schweitzer, der eindrücklich Situationen schilderte, in denen er - auf teils sehr unrühmlichem Weg - die Erfurcht vor dem Leben erlernte. Ein weiterer Schwerpunkt war eine moderne Geschichte zum "barmherzigen Samariter" (Lukas 10, 25 - 37).

Die Andachten wurden musikalisch untermalt. Unter der Leitung des Musiklehrers Br. Ziegler endeten sie mit dem Segenslied: Segne uns o, Herr, lass leuchten dein Angesicht. Beim Vortrag von Hans-Beat Motel griff der Referent - unterstützt von Br. Schüller an der Orgel - selbst zur Posaune. Passend zum Thema spielte er Spirituals und Blues, die Schülerinnen und Schüler stimmten bei den bekannteren Stücken wie "Go down, Moses" selbst mit ein.


erstellt am 20.11.2013


Gut besuchter Info-Nachmittag der beruflichen Gymnasien

"Der Ruf ist sehr gut und die Schule schafft einen behüteten Rahmen", meint Barbara Bölch aus Öfingen. Wie sie denken viele, die am vergangenen Freitag zur Informationsveranstaltung der beruflichen Gymnasien der Zinzendorfschulen gekommen sind.

Der Saal vom Haus Katharina von Gersdorf war voll, viele Realschüler und ihre Eltern interessierten sich für die Möglichkeit, am Sozialwissenschaftlichen oder am Wirtschaftswissenschaftlichem Gymnasium der Zinzendorfschulen nach der Mittleren Reife in drei Jahren das Abitur abzulegen.

Der Leiter der Zinzendorf-Gymnasien, Br. Treude, unterstrich die Besonderheiten des Schulwerks, in dem jeder Schülerin und jedem Schüler als Individuum begegnet wird. "Die Lehrer unterstützen und begleiten euch", sagte er. Vor allem das selbstständige Denken und Lernen werde an den Zinzendorfschulen gefördert.

An den beruflichen Gymnasien ist das Lernen nach dem Dalton-Plan eine der Methoden, die die Schülerinnen und Schüler gut auf Studium und Ausbildung sowie generell die Arbeitswelt vorbereiten. Die Fähigkeit zu selbstständigem strukturiertem Handeln wird neben der fachlichen Qualifikation von immer mehr Arbeitgebern schon in den Stellenausschreibungen gefordert.

Die zusätzliche Mathematik-Stunde in der der elften Klasse, die Mediothek, der eigene Internet-Zugang für jeden Schüler und die gepflegte, geborgene Umgebung gehören ebenso zu den Besonderheiten der Zinzendorfschulen wie der rund 20-jährige Vorsprung im sozialwissenschaftlichen Bereich gegenüber den staatlichen Schulen.

Ein weiterer Unterschied ist das Bewerbungsverfahren: "Es gibt bei uns keinen Stichtag", erklärte Br. Treude, "Interessenten können sich bei uns das ganze Jahr über bewerben."

Die beinahe 30 AGs ergänzen das Angebot. "Vor allem Theater ist phantastisch für das Selbstvertrauen", konnte Johannes Treude beobachten. Viele Schülerinnen und Schüler hätten sich durch ihre Bühnenerfahrung auch im Unterricht stark zu ihrem Vorteil verändert. Der Abteilungsleiter der beruflichen Gymnasien, Br. Daßler sowie mehrere Lehrer erklärten die Zugangsvoraussetzungen und die Struktur der beruflichen Gymnasien, bevor sie den Interessenten und deren Eltern die Räumlichkeiten zeigten.

Anschließend standen alle den einzelnen Interessenten noch für gezielte Fragen zur Verfügung. Viele hatten sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht und Erkundigungen eingeholt. "Wir haben es schon in der Familie besprochen, dass es schön wäre, wenn Celine hier ihr Abitur macht", sagt Barbara Bösch.


erstellt am 18.11.2013


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
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