Archiv

Benefiz-Konzert bringt 4100 Euro für die Philippinen

Sagenhafte 4100 Euro kamen bei dem Benefizkonzert mit Harmonic Brass zusammen, zu dem der Campus Comenius geladen hatte. Die Summe geht komplett an die Opfer des Taifuns "Hayan" auf den Philippinen.

Die ehemalige Zinzendorfschülerin Larissa Gutsch, die im Süden der Insel Negros lebt und dort als Lehrerin deutsche Kultur unterrichtet, verteilt nach Absprache mit den örtlichen Behörden gemeinsam mit ihrer Schulleiterin, einem Schüler und einem Fahrer Hilfsgüter an die Menschen einer umliegenden Inselgruppe, die besonders stark betroffen waren.

Nachdem sie erste Spenden von Freunden und Familie aus Königsfeld bekommen hatte, schrieb sie: "Eure Gedanken und Sorge um meine Person und das tiefe Mitgefühl für meine Mitmenschen hier in dieser katastrophalen Situation bringen mir nicht nur meine eigentliche Heimat nah, sondern beflügeln und motivieren mich auch, meinem derzeitigen Zuhause mit aller Kraft zu helfen." Näheres über die Verwendung der Spenden wurde am Sonnabend im Südkurier berichtet.


erstellt am 25.11.2013


Vortrag und Andachten zum Buß- und Bettag

  Mit drei Veranstaltungen gedachten alle Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen in diesem Jahr des Buß- und Bettags. Den Auftakt machte bereits am Dienstag ein Vortrag des ehemaligen Pfarrers der Herrnhuter Brüdergemeine, Hans-Beat Motel, über Sklaverei.

Im vollbesetzten Kirchensaal schlug er einen gut strukturierten Bogen von den Hintergründen über die Sklaverei in Suriname samt der Rolle der dortigen Missionare bis in die Gegenwart. Noch immer nämlich würden weltweit rund 30 Millionen Menschen wie Sklaven leben, darunter afrikanische Kindersoldaten, Menschen, die am Bau des WM-Stadions in Katar arbeiten und auch in Deutschland osteuropäische Zwangsprostituierte.

Schon seit der Antike seien Menschen - zumeist aus fremden Völkern - von anderen als ihr Eigentum betrachtet damit versklavt worden. In den Jahren 1640 bis 1850 wurden systematisch zwischen 9,6 und 11 Millionen Westafrikaner in die Amerikas verschifft. "80 Prozent von ihnen wurden nach Südamerika gebracht, 15 Prozent in die Süd- und Nordstaaten der heutigen USA", erklärte Motel.

Dabei habe es einen regelrechten Dreieckshandel gegeben: Baumwolle wurde von Amerika nach Europa verschifft, von dort aus gingen Stoffe und billiger Tand nach Afrika zu den Sklavenhändlern, die dort gelöschten Schiffe wurden dann mit versklavten Afrikanern vollgestopft. Wer die drei- bis vierwöchige Überfahrt überlebte, musste auf den Plantagen arbeiten.

Nur wenige einflussreiche Menschen, wie der Engländer William Wilberforce, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts 400 000 Unterschriften gesammelt und einen Zucker-Boykott organisiert hatte, engagierten sich vehement gegen die Sklaverei. In Suriname, einem Land , das so gut wie nur aus Baumwoll-, Zucker-, Kaffee- und Kakaoplantagen bestand und eine solche klimatische Herausforderung ist, dass es den Beinamen "Totenland" bekam, wurden bis zu 400 Sklaven auf einer Plantage gehalten.

Auch die Herrnhuter Brüdergemeine schrieb dort ein dunkles Kapitel ihrer Missionarsgeschichte: Im Jahr 1777 hielten sie 18 Menschen als Sklaven, eine Situation, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts mit schwankenden Zahlen aufrecht erhalten wurde. Immerhin gingen sie in die Plantagen, missionierten die versklavten Afrikaner, predigten auf Kreolisch, unterrichteten sie und hielten mit ihnen Gottesdienste ab - alles Dinge, die den Sklaven eigentlich verboten waren. "Ihr seid die ersten, die uns als Menschen wahrnehmen", hatten sie den Missionaren gesagt.

Jedoch setzten sich diese sich - im Gegensatz zu Wilberforce - nicht gegen das System der Sklaverei ein. Diese wurde in Suriname erst am 1. Juli 1863 abgeschafft. "An dem Tag wurden 33621 Sklaven in die Freiheit entlassen", schilderte Motel, "entgegen der Befürchtungen der Niederländischen Kolonialherren ist alles ruhig geblieben, lediglich in den Schuhgeschäften herrschte Hektik - denn erst jetzt durften die versklavten Menschen Schuhe tragen." Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der Fachschule für Sozialpädagogik und Sozialwesen stellten im Anschluss an den Vortrag viele interessierte Fragen.

Am heutigen Buß- und Bettag ging es in zwei Andachten für die Schülerinnen und Schüler von Unter- und Mittelstufe um Barmherzigkeit - sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber Tieren und Pflanzen. Dazu las der Schulpfarrer Br. Fischer aus den Erinnerungen von Albert-Schweitzer, der eindrücklich Situationen schilderte, in denen er - auf teils sehr unrühmlichem Weg - die Erfurcht vor dem Leben erlernte. Ein weiterer Schwerpunkt war eine moderne Geschichte zum "barmherzigen Samariter" (Lukas 10, 25 - 37).

Die Andachten wurden musikalisch untermalt. Unter der Leitung des Musiklehrers Br. Ziegler endeten sie mit dem Segenslied: Segne uns o, Herr, lass leuchten dein Angesicht. Beim Vortrag von Hans-Beat Motel griff der Referent - unterstützt von Br. Schüller an der Orgel - selbst zur Posaune. Passend zum Thema spielte er Spirituals und Blues, die Schülerinnen und Schüler stimmten bei den bekannteren Stücken wie "Go down, Moses" selbst mit ein.


erstellt am 20.11.2013


Gut besuchter Info-Nachmittag der beruflichen Gymnasien

"Der Ruf ist sehr gut und die Schule schafft einen behüteten Rahmen", meint Barbara Bölch aus Öfingen. Wie sie denken viele, die am vergangenen Freitag zur Informationsveranstaltung der beruflichen Gymnasien der Zinzendorfschulen gekommen sind.

Der Saal vom Haus Katharina von Gersdorf war voll, viele Realschüler und ihre Eltern interessierten sich für die Möglichkeit, am Sozialwissenschaftlichen oder am Wirtschaftswissenschaftlichem Gymnasium der Zinzendorfschulen nach der Mittleren Reife in drei Jahren das Abitur abzulegen.

Der Leiter der Zinzendorf-Gymnasien, Br. Treude, unterstrich die Besonderheiten des Schulwerks, in dem jeder Schülerin und jedem Schüler als Individuum begegnet wird. "Die Lehrer unterstützen und begleiten euch", sagte er. Vor allem das selbstständige Denken und Lernen werde an den Zinzendorfschulen gefördert.

An den beruflichen Gymnasien ist das Lernen nach dem Dalton-Plan eine der Methoden, die die Schülerinnen und Schüler gut auf Studium und Ausbildung sowie generell die Arbeitswelt vorbereiten. Die Fähigkeit zu selbstständigem strukturiertem Handeln wird neben der fachlichen Qualifikation von immer mehr Arbeitgebern schon in den Stellenausschreibungen gefordert.

Die zusätzliche Mathematik-Stunde in der der elften Klasse, die Mediothek, der eigene Internet-Zugang für jeden Schüler und die gepflegte, geborgene Umgebung gehören ebenso zu den Besonderheiten der Zinzendorfschulen wie der rund 20-jährige Vorsprung im sozialwissenschaftlichen Bereich gegenüber den staatlichen Schulen.

Ein weiterer Unterschied ist das Bewerbungsverfahren: "Es gibt bei uns keinen Stichtag", erklärte Br. Treude, "Interessenten können sich bei uns das ganze Jahr über bewerben."

Die beinahe 30 AGs ergänzen das Angebot. "Vor allem Theater ist phantastisch für das Selbstvertrauen", konnte Johannes Treude beobachten. Viele Schülerinnen und Schüler hätten sich durch ihre Bühnenerfahrung auch im Unterricht stark zu ihrem Vorteil verändert. Der Abteilungsleiter der beruflichen Gymnasien, Br. Daßler sowie mehrere Lehrer erklärten die Zugangsvoraussetzungen und die Struktur der beruflichen Gymnasien, bevor sie den Interessenten und deren Eltern die Räumlichkeiten zeigten.

Anschließend standen alle den einzelnen Interessenten noch für gezielte Fragen zur Verfügung. Viele hatten sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht und Erkundigungen eingeholt. "Wir haben es schon in der Familie besprochen, dass es schön wäre, wenn Celine hier ihr Abitur macht", sagt Barbara Bösch.


erstellt am 18.11.2013


„Jeder Mensch ist ein Abgrund, Marie“

Was für eine wundervolle Inszenierung! Was für tolle schauspielerische Leistungen! Die Woyzeck-Premiere der Theater-AG  der Zinzendorfschulen entließ das Publikum im Haus des Gastes mit der Gewissheit in die kalte Herbstnacht, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. „Sie haben nicht einfach nur gespielt, sie waren auf der Bühne die Figuren ihrer Rollen“, sagte der Schulleiter Br. Treude, der schon von der Generalprobe begeistert gewesen war und sich auch den Besuch der Premiere nicht nehmen ließ.

Unter der Regie des Zehntklässlers Maximilian Holm haben neun Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Gymnasien und der Realschule das Fragment des vor 200 Jahren geborenen hessischen Literaten Georg Büchner frisch, aber immer noch deutlich am Text inszeniert.

Es beginnt mit einem rennenden Woyzeck (Maximilian Schaible). Er rennt und rennt und rennt bis zur Erschöpfung und bricht schließlich in ein verzweifelt-hysterisches Lachen aus, das erst durch die Doktorin (Alina Maier) beendet wird, die an ihm immer wieder herumexperimentiert und ihn bis zur Halluzination mit Erbsen vollstopft.

Der Tamburmajor (Leon Dannert) und der Unteroffizier (Jonas Buchholz) kommen und Woyzeck muss wieder laufen. Der Tamburmajor sieht eine Frau und gerät ins Schwärmen. Als Woyzeck ihm sagt, dies sei seine Geliebte und Mutter seines Sohnes, Marie (Miriam Dannert), erntet er nur Spott. Was wolle ein schönes Weib wie dieses schon von einem Kerl wie Woyzeck. Er versucht, sie auszuspannen – „in meinem Bett ist immer Platz für Dich“ – und kurz darauf beobachtet Woyzeck, wie Marie tatsächlich dem plumpen Werben nachgibt.

Zwar leugnet sie, aber Woyzeck stellt fest: „Jeder Mensch ist ein Abgrund, Marie.“ Zum Schluss steigert er sich immer mehr in den Verrat hinein, der sich mit Wahnvorstellungen vermischt, tötet die Doktorin, den Hauptmann (Lukas Ebner) und den Tamburmajor, und schließlich –nach einem letzten Walzer – auch Marie. Inmitten der Leichen hantiert die blutverschmierte Titelfigur gefühlte bedrückende Minuten lang mit einer Pistole, doch der Schuss fällt erst Sekunden nach dem Vorhang.

Die Inszenierung hat eine klare Handschrift, geschickt hat Maximilian Holm die unsortierten Kapitel des Fragmentes zu einer bedrückenden Bühnengeschichte verknüpft und die Dramatis Personae sachte auf die neun Darsteller zusammengestrichen, die alle vom Moment ihres ersten Auftrittes an auf der Bühne blieben.

Das stete Rennen der Titelfigur ist ein raffinierter Weg, um Woyzecks Zerrissenheit zu zeigen, die Tom-Waits-Songs aus dem Off und die Verse des Narren (Tizian Hoffmann) tragen ihren Teil dazu bei. Das Spiel mit Licht und Schatten (der Theaterpädagoge Götz Knieß hatte die Technik übernommen), das Woyzeck den Betrug Maries im Schattenspiel zeigt, war ein gelungenes Stil-Element.

Doch was wären tolle Regie-Einfälle ohne Schauspieler, die sie auch umsetzten? Die Darsteller, vor allem in den textlastigen Hauptrollen, aber auch in den kleineren Rollen von Andres (Johannes Volz), Margreth (Katharina Jacobi) und dem Unteroffizier (Jonas Buchholz) überzeugten allesamt und es wäre nicht verwunderlich, wenn man den einen oder anderen Namen, der in dem – ebenfalls vom Regisseur    sehr souverän gestalteten Programmheft auftaucht,  später einmal im Kontext einer professionellen Bühne begegnen würde.


erstellt am 16.11.2013


Harmonic Brass zünden musikalisches Feuerwerk

Ein Konzerterlebnis der Extraklasse hat der Campus Comenius der Zinzendorfschulen am Donnerstag einem begeisterten Publikum verschafft: Das Bildungskompetenz-Zentrum des Schulwerks engagierte das Münchener Bläserquintett Harmonic Brass für ein Benefizkonzert im Kirchensaal. Am Ende wurde lautstark gejubelt und es gab lang anhaltenden, stürmischen, stehenden Applaus.

 Dass das Programm der weltbekannten Musiker mit der Ouvertüre aus Händels Feuerwerksmusik begann, war kein Zufall. Was folgte, war ein perfekt dargebotener Reigen aus 400 Jahren Musikgeschichte, der auf sehr reizvollem Art und Weise dargeboten wurde. Nicht nur, dass der Hornist Andreas Binder die Stücke amüsant anmoderierte, gemeinsam mit seinen Kollegen Manfred Häberlein (Tuba), Gergely Lukács (Trompete), Thomas Lux (Posaune) und Hans Zellner (Trompete) inszenierte er die Stücke voller Esprit und Witz in einer unterhaltsamen Choreografie.

 Das fing schon beim Einzug auf die Bühne an, bei dem die fünf befrackten Herren musizierend durch die Gänge im nahezu ausverkauften Kirchensaal gingen. Auch das geschickte Arrangement der Stücke trug zum Erfolg bei. Das Programm, das Harmonic Brass an diesem Abend spielte, bestand aus bekannten Stücken aus 400 Jahren Musikgeschichte: Ravels "Bolero", Puccinis „Nessun Dorma“, Bizet’s "Carmen" und eine gekonnt auf den Punkt gebrachte Kurzfassung von Bernsteins "West Side Story" waren nur einige der „Highlights in Blech“.

 Doch zumeist werden diese beliebten Klassiker von großen Orchestern mit rund 100 Musikern interpretiert. Hans Zellner hat die Meisterwerke der Musikliteratur so arrangiert, dass sie wirken, als seien sie genau für diese Besetzung komponiert worden. Wurde Bachs "Fuge in g-moll" wirklich für Orgel geschrieben? Komponierte Bernstein sein Musical für ein ganzes Orchester oder nicht doch eigentlich für Tuba, Trompeten, Posaune und Horn, mag sich so manch staunender Zuhörer gefragt haben. „Er versteht es, uns die Stimmen auf den Leib zu schreiben und so unsere Stärken hervorzuheben“, erklärt der Hornist Andreas Binder.

 Und dann inszenieren sie sie auch entsprechend. Wenn die Trompete die „Carmen“ ist, dann wird sie vom Horn eben angeschmachtet. Wenn bei der Tarantella eine traurige Passage kommt, kneifen alle die Augen zusammen und ziehen die Mundwinkel nach unten.

„Dahinter steckt akribische Probenarbeit“, verrät Binder, „das ist so wichtig, denn die Konzerte sind unsere Visitenkarte.“ Seit 1997 spielen die Mitglieder von Harmonic Brass hauptberuflich in dem Ensemble, ohne einen Lehrstuhl oder ein Engagement in einem Orchester als Brotberuf – und sind damit im europäischen Raum das einzige Vollzeit-Bläserquintett.

 Soziale Projekte liegen ihnen am Herzen, so kamen sie auch gerne dem Wunsch des Abteilungsleiters der Realschule, Br. Giesel – der selbst Trompete spielt und ein großer Bewunderer von Harmonic Brass ist – nach, in Königsfeld ein Wohltätigkeitskonzert zu geben. Ebensogerne kamen sie dem Wunsch nach, den Spendenzweck kurzfristig zu ändern.

  „Ursprünglich wollten wir damit den diesjährigen Spendenreigen für den Kindergarten am Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene vollenden“, sagte der Schulleiter Br. Wittmann. Angesichts der Ereignisse auf den Philippinen habe man sich jedoch spontan entschlossen, den Erlös den Opfern des Taifuns zukommen zu lassen. Die Musiker waren mit dem Vorschlag sofort einverstanden und legten noch von jeder in der Pause verkauften CD einen Euro dazu. „Es ist doch schön, wenn man in seinem Beruf aufgeht und damit auch noch helfen kann", so Binder.

 


erstellt am 15.11.2013


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

  • Allgemeinbild. Gymnasien (G8 und G9)
  • Berufliche Gymnasien (SG und WG)
  • Realschule
  • Fachschulen für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschulen