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Kochen für die Kleinsten

Fertigprodukte sind praktisch, doch können sie die späteren Essgewohnheiten von Kindern schon sehr früh beeinflussen. In einem Lehrgang bei einer Fachfrau für Bewusste Kinderernährung (BeKi) haben die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Fachschule für Sozialpädagogik jetzt gelernt, wie sie die verschiedenen Breie, die in Gläschen und als Pulver zum Anrühren angeboten werden, auch selbst herstellen können und worauf sie dabei achten müssen. „Das fängt schon mit der richtigen Küchentechnik an“, sagt Sr. Helms, die zusammen mit der BeKi-Fachfrau Edith Kirner die Schülerinnen und Schüler angeleitet hat. „Den meisten war es gar nicht bewusst, dass sie das Gemüse schälen müssen, bevor sie es pürieren können.“

Das Ziel des Lehrgangs soll keine generelle Ablehnung von Fertigprodukten sein, sondern ein kritischer Umgang damit. „Wenn später beim Vergleich herauskommt, dass das Fertiggericht besser schmeckt, ist das kein Problem“, so Sr. Helms. „Der nächste Schritt ist dann, herauszufinden, warum das so ist.“ Nebenbei lernen die angehenden Erzieher, die Inhaltsangaben zu lesen und richtig zu interpretieren. Die Fertigprodukte schmecken nämlich oft besser, weil sie Zucker oder Vanillearoma beinhalten, dabei dürfen die Gerichte für die Kleinstkinder gar nicht gewürzt sein.

Im theoretischen Teil des Lehrgangs lernten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Ess-Typen wie „Trennköstler“, „Spatzen“ und „Vielesser“ kennen und lernten, dass die Essplätze für Kinder unter drei Jahren möglichst störungsfrei sein sollten.

Wie wichtig dieser Teil der Ausbildung ist, stellte sich bei einer kurzen Umfrage in der BKSP2 heraus: Fast alle arbeiten in Einrichtungen, in denen Kinder unter drei Jahren betreut werden.


erstellt am 25.06.2013


KNX-Workshop der EGT an den Zinzendorfschulen

Lichter und Jalousien können von jedem beliebigen anderen Raum aus geschaltet werden, wer auf der Fahrt in den Urlaub unsicher ist, ob das Bügeleisen ausgestellt ist, kann dies ebenso per Smartphone kontrollieren wie die Heizung einstellen: Die KNX-BUS-Technik hat sogar schon in einigen privaten Wohnhäusern Einzug gehalten, in modernen Neubauten wie dem Schwarzwald-Baar-Klinikum und dem Haus Katharina von Gersdorf ist sie mittlerweile – abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse – Standard.

Was sich hinter dieser Technik verbirgt und wie sie funktioniert, können die Neuntklässler der Zinzendorf-Realschule gerade im Technik-Unterricht erfahren. Christof Krämer, Projektmanager Gebäudetechnik beim Bildungspartner EGT, hält in diesen Wochen zwei Workshops ab, in dem die Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis lernen, wie das funktioniert. Die elektrotechnischen Bauteile hat er dabei, auf den Schul-Laptops programmieren die Schüler ihre Handys so, dass jeder das Licht am Platz seiner Mitschüler aufleuchten lassen kann.

Gebannt schauen die Neuntklässler auf die Displays von Rechner und Mobiltelefon, probieren hier und ändern da etwas und als es endlich klappt, leuchten nicht nur die Lampen, sondern strahlen auch die Augen.


erstellt am 24.06.2013


Dementius und Dementine: Gastspiel zum Thema Demenz

Nachdenkliche Gesichter bei bekannten Situationen, erleichtertes Lachen, als eine Lösung vorgeschlagen wird, begeisterter Applaus angesichts des gleichsam unterhaltsamen wie lehrreichen Theaterstücks: Das waren die Reaktionen der Achtklässler vom Zinzendorf-Gymnasium und der Zinzendorf-Realschule, als am Mittwoch das Stück "Dementius und Dementine" zu sehen war, welches das Villinger Brennpunkttheater in Zusammenarbeit mit Altenpflegern und Altenpflegeschülern entwickelt hat.

Das Stück, das in verschiedenen Szenen den typischen Krankheitsverlauf schildert, soll die Bevölkerung, vor allem aber junge Menschen, für die Krankheit sensibilisieren. Viele Schülerinnen und Schüler haben in ihrer Familie oder in ihrem Umfeld schon einmal die Auswirkungen einer Demenz beobachten können, denn jeder Vierte über 80 ist erkrankt, bei den über 90-Jährigen sogar schon jeder Zweite. Da ist es besonders wichtig zu erfahren, warum der Opa sie auf einmal nicht mehr erkennt, weshalb Oma immer wiederholt, was sie schon drei Sätze zuvor gesagt hat und wieso sich der alte Nachbar plötzlich auf dem Weg zum Bäcker verläuft.

Parallel zu dem Geschehen auf der Bühne sind in einer an die Wand projizierten Präsentation Hintergrundinformationen zu lesen. Die Erkrankten benehmen sich wunderlich, verlegen Dinge, verwechseln Salz und Zucker, sind misstrauisch zum Teil bis hin zur Aggressivität und leben oft in der Vergangenheit.Eine Schlüsselszene zeigt eine Altenheimbewohnerin, die plötzlich um Jahrzehnte zurückversetzt ist und sich als junge, schwangere Frau sieht.

Während all die logischen Erklärungsversuche der Pflegerinnen nicht helfen und die Situation nur verschlimmern, kann die Kranke nur durch Bestätigung beruhigt werden. "Aber wir können sie doch nicht anlügen!" meint die junge Pflegerin, woraufhin ihr erklärt wird, dass es kein Anlügen ist, sondern eher ein Abholen von dort, wo sie sich gerade befindet.

Der Schulpfarrer Br. Fischer wollte nach der Aufführung von den Altenpflegern wissen, wie sie professionell mit der Krankheit umgehen können. "Man muss Abstand wahren, abends abschalten und darf kein Angehöriger sein", erklärte eine der Darstellerinnen. Ihr Kollege ergänzte, dass in diesem Beruf die Liebe zum Menschen entscheidend sei und betonte, wie wichtig es ist, den Respekt vor dem Demenzkranken nicht zu verlieren.

Unter den Zuschauern war auch Peter Graf zu Dohna vom Arbeitskreis Demenz im Schwarzwald-Baar-Kreis, der das Theaterstück, das seit seiner Premiere vor drei Jahren etwa 30 Mal aufgeführt wurde, seinerzeit angeregt hatte. "Ich war gespannt, wie die Kinder darauf reagieren", sagte der Mediziner. Aus Erfahrung weiß er, dass Kinder viel von ihren Erlebnissen und von dem Gelernten in die Familien tragen.


erstellt am 20.06.2013


Das Königsfelder Modell jetzt als Verbundschule mit Ganztagesangebot "dreizeit"

Mit dem „Königsfelder Modell“ haben die Zinzendorfschulen schon bei Gründung der WerkRealschule vor zwei Jahren durch die bislang landesweit einzigartige Kooperation zwischen einer Privatschule und einem kommunalen Träger bildungspolitische Pionierarbeit geleistet. Diese Zusammenarbeit wird im kommenden Schuljahr noch weiter gefestigt: Durch das Konzept der Verbundschule rücken Realschule und WerkRealschule sowohl räumlich als auch inhaltlich enger zusammen. Außerdem bieten die Zinzendorfschulen innerhalb des Königsfelder Modells zusätzlich zum Tagesinternat eine Nachmittagsbetreuung an drei Tagen pro Woche an.  In der Realschule fördert indes bilingualer Unterricht in ausgewählten Fächern die Fremdsprachenkenntnisse.

Von September an werden in den Räumen der ehemaligen Grund- und Hauptschule nicht nur die WerkRealschüler, sondern auch alle Realschüler der Unterstufe unterrichtet. „Die Größe der uns in diesem Gebäude zur Verfügung stehenden Räume und des parkartig angelegten Pausengeländes bietet uns die Möglichkeit, in den Jahrgangstufen 5-7 angemessene Unterrichtsformen einzusetzen“, so der geschäftsführende Schulleiter der Zinzendorfschulen, Br. Wittmann.

Durch die großzügigen Räume ist auch die sinnvolle Verzahnung von Real- und WerkRealschule zu einer Verbundschule innerhalb des Schulwerks möglich. „Weil die Fächerverbünde  Materie–Natur–Technik (MNT) in der WerkRealschule und Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) in der Realschule sehr viele fachliche Übereinstimmungen aufweisen, werden die Klassen 5W und 5R im kommenden Schuljahr in diesen Fächern gemeinsam unterrichtet“, erklärt der Abteilungsleiter von Real- und WerkRealschule, Br. Giesel.

Unabhängig davon, ob sie die Real- oder die WerkRealschule besuchen, werden die Schülerinnen und Schüler beider Klassen in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einer erfahrenen Lehrkraft unterrichtet werden. Auch im Sport und ab der 7. Klasse in den Wahlpflichtfächern Technik, Mensch und Umwelt sowie Französisch werden die Jahrgangsstufen der beiden Schulen zusammengefasst und in je drei Gruppen aufgeteilt.

„Diese Verbundschule ist keine Gemeinschaftsschule“, betont Br. Wittmann. „Wir sind davon überzeugt, dass die schulische Entwicklung und Förderung der Schülerinnen und Schüler durch die partielle Zusammenarbeit in einigen schulischen Bereichen profitieren wird, aber Realschule bleibt Realschule, WerkRealschule bleibt WerkRealschule.“

 Dennoch gibt es Parallelen: Ähnlich wie bei einer Gemeinschaftsschule ist auch im Königsfelder Modell eine Nachmittagsbetreuung möglich. „dreizeit“ heißt das neue Angebot,  das Schule, Freizeit und Lernen unter einem Dach vereint. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-7 von WerkRealschule und Realschule haben ab dem kommenden Schuljahr die Möglichkeit, an drei Nachmittagen in der Woche von 13 Uhr bis 15.30 Uhr von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zinzendorfschulen betreut zu werden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen haben die Kinder genügend Freizeit, bevor sie unter Aufsicht ihre Hausaufgaben machen.

Für die Realschüler gibt es eine zusätzliche Neuerung: Ab Klasse 5 werden ausgewählte Module im Fächerverbund EWG  gemäß der Sprachkenntnisse der Kinder auf Englisch unterrichtet. So erwerben sie frühzeitig für das spätere Berufsleben nötige Fremdsprachenkenntnisse, die über den allgemeinen Wortschatz hinausgehen.


erstellt am 20.06.2013


Theater-AG inszeniert für Mitschüler Stück über Mobbing

Nicht wegschauen ist das Wichtigste, wenn es darum geht, Unrecht zu verhindern. Das ist auch beim Thema Mobbing der Fall. Die Theater-AG von Sr. Mudrich hat am Freitag im HKG vor den fünf sechsten und siebenten Klassen des ZG das bedrückende Stück „Ich habe nichts getan, wirklich!“ aufgeführt. Hier geht es um Luisa, eine Schülerin, die neu in eine Klasse kommt und dort von einer Mädchen-Gang tyrannisiert wird. Die andern sind Mitläufer, keiner guckt hin, keiner hilft ihr, weshalb das „Ich habe nichts getan, wirklich“ vom Anfang im Sinne von: Nichts Schlimmes getan am Ende die zweite Bedeutung bekommt, nämlich im Sinne von: Ich habe zugesehen und nicht eingegriffen.

Das halbstündige Theaterstück von Brigitte Wilhelmy beginnt mit einer kurzen Zeitungsnotiz, die den Selbstmord einer 14-jährigen Schülerin meldet. In szenischen Rückblenden ist zu sehen, wie es dazu kam. Es beginnt mit einer unheimlichen SMS, die dem Mädchen Angst einjagen soll, im Kino will niemand neben ihr sitzen und auch als sie sich mit Süßigkeiten beliebt machen möchte, kann sie die Stimmung nicht ändern. Im Gegenteil: Sie wird ausgenutzt und erpresst, muss für ihre Mitschüler Hausaufgaben erledigen und ihnen Geld geben. „Wir haben beschlossen, dass du jetzt unser Sponsor bist“, sagt das Mädchen-Trio süffisant. Als Luisa beim Flaschendrehen abermals gedemütigt wird, ist das Fass übergelaufen. Sie sieht keinen Ausweg als den Suizid und als die Lehrerin der Klasse dies mitteilt, will niemand etwas getan haben. Wirklich.

Ein halbes Jahr haben die zwölf Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klassen für das Stück geprobt. „Wir haben uns auch privat getroffen und uns überlegt, wie wir die Figuren glaubhaft darstellen können“, haben sie nach der Aufführung gesagt. Die Mühe hat sich gelohnt.


erstellt am 17.06.2013


Zinzendorfschulen

Staatlich anerkannte Schulen
mit Internat in Trägerschaft der Herrnhuter Brüdergemeine
78126 Königsfeld im Schwarzwald

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