
Seit einigen Jahren gibt es an den Zinzendorfschulen eine Arbeitsgemeinschaft, die im Laufe des Schuljahres einen unkonventionellen Gottesdienst nach dem Vorbild der Beatmessen der Kirchentage erarbeitet.
Inzwischen hat sich daraus ein Projekt entwickelt, an dem insgesamt etwa 40 bis 50 Schülerinnen und Schüler schul- und altersübergreifend in vier Arbeitsgemeinschaften mitarbeiten. Ausgangspunkt ist dabei die ursprüngliche AG Beatmesse, in der sich einmal wöchentlich Schülerinnen und Schüler treffen, um zu einem zu Beginn des Schuljahres selbstgewählten Thema Ideen und Materialien zu sammeln, eigene Erfahrungen zu machen im Gespräch, in kreativen Übungen, mit Bildern und Texten.
Auch hier steht die persönliche Erfahrung zunächst im Mittelpunkt, bevor später dann das angestrebte Produkt stärker in den Blick kommt. Im Laufe der Zeit kristallisieren sich hier stets wiederkehrende Gedanken, Impulse heraus, die der Gruppe wichtig sind, aus denen sich irgendwann fast automatisch ein roter Faden für die Beatmesse ergibt.
Im ständigen Gespräch mit den anderen Arbeitsgruppen geht es parallel dazu um Ideen zur kreativen, darstellenden und begleitenden Umsetzung.
Mit den Arbeitsgemeinschaften "Chor" und "Band" werden Lieder ausgesucht, manchmal selbst geschrieben, Arrangements gestaltet und schließlich eingeübt, Ideen zur musikalischen Verarbeitung des Themas gesammelt und erprobt. In der Arbeitsgemeinschaft "Ausdruckstanz" schließlich werden in immer neuen Anläufen tänzerische und choreografische Interpretationen zur Begleitung der Inhalte eingeübt. Wie und ob sich dies alles am Ende ineinander fügt, stellen wir eigentlich erst kurz vor der Präsentation fest, dann nämlich, wenn die intensive Zeit der Proben beginnt, die mehrere ganze Schulvormittage und noch mehr in Anspruch nimmt.
In jedem Jahr bemühen wir uns darum, für die Präsentation neben der Schule noch andere attraktive Orte zu finden. Nachdem wir 1995 eine Beatmesse zum Thema "...wo der Meistermaler malt..." auf dem Hamburger Kirchentag vertreten waren, war 1996 die Präsentation auf der Internationalen Musischen Tagung in Donaueschingen das Ziel. Die Aufführung unter dem Motto "Da berühren sich Himmel und Erde" fand großen Anklang. Auf dem Stuttgarter Kirchentag werden wir 1998 auch wieder dabei sein.
Generell ist das Engagement in diesen Arbeitsgemeinschaften freiwillig. Für Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik jedoch ist im ersten Jahr die Teilnahme an einer musischen AG, Chor oder Ausdruckstanz, Pflicht. Auch besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einer der anderen Arbeitsgemeinschaften.
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, daß man den Pädagogischen Wert eines solchen Projekts, das inhaltlich und qualitativ deutlich über den üblichen religionspädagogischen Rahmen hinausgeht, gar nicht hoch genug ansiedeln kann. Was dort an Erfahrungsräumen zur Verfügung steht, später dann bei den notwendigerweise sehr disziplinierten Proben und Aufführungen eingeübt und gelernt wird, ist in dieser Form vom Unterrichtsalltag gar nicht zu leisten. Daß das Ganze auch mit viel Spaß verbunden ist und im Gedächtnis der Schülerinnen und Schüler haften bleibt, zeigen viele positive und wehmütige Erinnerungen noch lange nach den Aufführungen.
Leitung: Herr Ziegler, Herr Knieß, Herr Fischer
Teilnehmerzahl: 40
Zeit: zweimal monatlich
Teilnehmer: Oberstufe und Fachschule für Sozialpädagogik