Bogenschießen AG

"Was für die Fußballnationalmannschaft gut ist, kann für unsere Schüler nicht falsch sein." Das haben sich Bruder Giesel und Bruder Frasch gedacht, als sie eine Arbeitsgemeinschaft (AG) für Bogenschießen im Zinzendorf-Schulwerk ins Leben riefen. Seit den Sommerferien üben sich Schülerinnen und Schüler mit wachsender Begeisterung in der uralten Kunst des Bogenschießens - und mit spürbaren Erfolgen. Maßgeblicher "Hintergedanke" bei der Initiative: Das Training mit Pfeil und Bogen ist eine exzellente Methode zur Verbesserung der Konzentration.
"Du musst die Schulter noch ein wenig höher nehmen, gut so…" Bastian Schöll und sein Vater Norbert gehen zu jedem Schüler und zu jeder Schülerin, korrigieren die Haltung, geben Tipps, loben viel. Die Schülerinnen und Schüler stehen in breiter Front auf der grünen Wiese neben dem Sportplatz, vor sich runde Zielscheiben, die auf rechteckige Holzbretter montiert sind - sie sehen ein wenig aus wie die Staffeleien von Malern. Die jungen Schützen wiederum sehen ein wenig aus wie Robin Hood. Breitbeinig stehen sie gewissermaßen auf der unsichtbaren Ziellinie und müssen die Köpfe drehen, um die Zielscheiben ins Visier zu nehmen. Es kostet Kraft, die Bögen eine Weile in Spannung zu halten, dann gibt Bastian Schöll das Feld zum Schuss frei. Mit leisem Surren sausen die Pfeile durch die Luft, gebannt folgen ihnen die Nachwuchsschützen mit den Augen. Fast alle Pfeile landen auf der Scheibe, manche bleiben auch im Gras stecken, anerkennend kommentieren die Schüler ihre guten Treffer, tröstend die Fehlschüsse.
Nicht wackeln, abschalten, alle Sinne auf die kleinen, farbigen Kreise in acht Meter Entfernung lenken, Körper und Geist kontrollieren - darum geht es beim Spiel mit Pfeil und Bogen. Nur wer es schafft, störende Gedanken zu vertreiben, trifft ins "Schwarze", das in diesem Fall leuchtend gelb ist. "Es macht ihnen unheimlich viel Spaß und sie werden zweifellos von dem Training profitieren, nicht nur in der Schule", ist Bruder Giesel überzeugt. Die AG ist offen für alle Zinzendorfschülerinnen und -schüler und wird klassenübergreifend für zwei Altersgruppen angeboten. An diesem Nachmittag üben die Jüngeren, "cool" findet Jannik (10) das Bogenschießen, Max (12) pflichtet ihm bei und gesteht: "Sonst würde ich jetzt wahrscheinlich vor dem Computer hocken."
Konzentrationsfähigkeit ist die wichtigste Eigenschaft, die ein guter Bogenschütze haben muss, sagen die beiden Trainer, selbst erfolgreiche Bogensportler, wie ihre dritten Plätze bei den Deutschen Meisterschaften belegen. Aus ihrem Hobby haben Bastian und Norbert Schöll eine Profession gemacht, die sie im BogensportZentrum St. Georgen ausüben. Ihre Kurse und Seminare seien "offen für alle", der Bogensport habe sich auch in der Wirbelsäulentherapie bewährt, bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen, bei gestressten Berufstätigen. "Er hat einen therapeutischen Effekt, der allen gut tut."

Montags, 14.00 - 17.00 Sportplatz / bei schlechtem Wetter im Haus Früauf