Angehende Erzieher setzen sich mit Flucht und Vorurteilen auseinander

20.06.2016

Angehende Erzieher setzen sich mit Flucht und Vorurteilen auseinander

„Wir alle sortieren unsere Mitmenschen in Schubladen, aber wir sollten den Schlüssel nicht abziehen.“  Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer der Workshops „Wir und die anderen“, zu denen dieFachschulen für Sozialpädagogik undSozialwesenzwei Mitarbeiterinnen der Landeszentrale für politische Bildung eingeladen hatten.  Maite von Waldenfels und Caroline Zielbauer waren mehrfach aus Freiburg gekommen, um den Schülerinnen und Schülern mehrerer Klassen mit Praxisübungen das Thema Migration nahezubringen.   

Zunächst ging es um Vorurteile: Menschen unterschiedlicher Herkunft und Bildungsgrade sollten anhand von Fotos charakterisiert werden, wobei es immer wieder zu Fehleinschätzungen kam. „Jeder von uns hat bestimmte Vorstellungen von seinen Mitmenschen, die oft vom Aussehen beeinflusst werden“, sagte Maite von Waldenfels. Anhand dieser Vorurteile stecken wir uns gegenseitig in Schubladen, die wir einerseits auch brauchten, um uns in der Welt  zurechtzufinden, denn die Vorurteile gäben uns Sicherheut in unserem Verhalten. „Vorurteile werden jedoch problematisch, wenn sie zu Diskriminierung und damit abgeschlossenen Schubladen führen, indem Menschen bestimmte Verhaltensweisen zugeschrieben werden, ohne dass diese auf den Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.“ 

Ein weiterer Schwerpunkt der Workshops war das Thema Flucht. Das Vorurteil, dass alle Flüchtlinge nur wirtschaftliche Fluchtmotive haben, wurde kritisch betrachtet: So sollten in einem Planspiel die Teilnehmer gegen die Regierung demonstrieren. Sie landeten kollektiv im Gefängnis, wo sie ein Papier unterschreiben sollten, dass sie im Tausch gegen Freiheit bereit seien, Rechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit etc. aufzugeben. Sie unterschrieben und flohen anschließend.
Für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher, beziehungsweise Jugend- und Heimerzieherinnen und –erzieher sind „Flucht“ und „Vorurteile“  Themen, die in ihrem späteren Berufsalltag eine immer größere Rolle einnehmen werden. Daher hat die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik an den Zinzendorfschulen, Sr. Schoo-Schemmann, den Workshop organisiert.
Sabine Agel      

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