Großes Interesse an den beruflichen Gymnasien

14.11.2014

Großes Interesse an den beruflichen Gymnasien

Die beruflichen Gymnasien der Zinzendorfschulen werden immer beliebter: Gut 130 Schüler und ihre Eltern waren am Freitag nach Königsfeld gekommen, um sich über dasSozial- und gesundheitswissenschaftliche oder dasWirtschaftswissenschaftliche Gymnasium zu informieren. „Mein Vater war auch schon an den Zinzendorfschulen“, begründete Alicia Kersting aus Villingen ihr Interesse.
Bevor sich die Besucher in verschiedenen Gruppen die Profilfächer der beiden Schulzweige in den Unterrichtsräumen erklären ließen, erläuterte Schulleiter Br. Treude das Schulwerk und seine Besonderheiten, zu denen neben dem angenehmen Lernumfeld mit modernster technischer Ausstattung auch die Erziehung zur Selbstständigkeit gehört.
„Fast täglich werden in der Presse Universitäts-Dozenten und Ausbilder zitiert, die sich über die Unselbstständigkeit der Abiturienten beklagen“, sagt Br. Treude. „An den Zinzendorfschulen  fördern wir daher auf verschiedene Weise das selbstständige Denken, Lernen und Arbeiten.“
Einer der Ansätze dafür ist das Lernen nach dem Daltonplan, den Br. Sauer vorstellte. Diese Form des selbstständigen Lernens wurde vor 100 Jahren von der amerikanischen Pädagogin Helen Parkhurst entwickelt und jetzt wieder neu entdeckt. In den Niederlanden wird das Lernen nach Dalton schon seit Jahren in allen Schularten von Grund- bis Hochschulen erfolgreich umgesetzt, auch an der beruflichen Oberstufe der  Zinzendorfschulen ist dieses Konzept inzwischen fest verankert.
Die drei Jahre zum Abitur würden nicht leicht werden, erklärte Br. Treude den Schülern. „Andere gehen gleich nach der Mittleren Reife in die berufliche Ausbildung und arbeiten den ganzen Tag. Ihr müsst für die schulische Ausbildung die gleiche Zeit investierten.“ Ums Lernen käme keiner herum, der Weg zur allgemeinen Hochschulreife erfordere Einsatz, „aber wird dazu bereit ist, der findet bei uns Unterstützung. Die Lehrerinnen und Lehrer begleiten euch, die Anrede ‚Bruder‘ und ‚Schwester‘ signalisiert, dass sie auf eurer Seite sind.“
Vom Stundenplan her haben die Zinzendorfschulen mehr zu bieten als der staatliche Lehrplan vorsieht. Im ersten Halbjahr der Eingangsklasse gibt es wöchentlich eine zusätzliche Mathestunde als verpflichtenden Förderkurs für alle. Im zweiten Halbjahr entscheidet ein Test, ob der Förderkurs weiterhin nötig ist.
„Die beruflichen Gymnasien der Zinzendorfschulen stehen nicht für sich, sondern gehören zu einem großen Schulwerk mit mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern verschiedenster Schularten“, erklärte der Abteilungsleiter der beruflichen Gymnasien, Br. Dassler, der den Stundenplan und die Zugangsvoraussetzungen erklärte.  
Die Größe der Schule ermöglicht eine Vielzahl an Angeboten neben dem Unterricht, von Theater über Musik, Kunst und Sport. Wie wertvoll Bühnenerfahrungen sind, machte Schulleiter Treude den Zuhörern deutlich: „Fast jeder muss irgendwann einmal vor einer größeren Menschenmenge reden. Theaterspiel ist eine hervorragende Möglichkeit, dies im Schutz der Rolle zu üben.“
Im Unterschied zu den staatlichen Schulen ist das Bewerbungsverfahren an den Zinzendorfschulen nicht an bestimmte Fristen gebunden: „Es gibt bei uns keinen Stichtag“, erklärte Johannes Treude, „Interessenten können sich bei uns das ganze Jahr überbewerben.“ 

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