Mäuse im Christoph-Blumhardt-Haus

17.11.2011

Mäuse im Christoph-Blumhardt-Haus

Zinzendorfschüler erklären Bewohnern den Umgang mit Computern
„Sie nehmen die Maus und klicken damit auf das Fenster.“ Wie bitte? Wo ist eine Maus? Für einige der Senioren öffnete sich nicht nur ein Fenster, sondern eine ganz neue Welt, als sie die ersten Schritte am PC wagten. Eine verwirrende Welt, in der es zu Anfang nicht leicht war, sich zurecht zu finden. Doch sie haben gute Lehrer, die sie in einer 1:1-Betreuung ganz langsam in die Welt der Computer einführen: Es sind Internatsschüler der Zinzendorfschulen. Seit diesem Schuljahr ist für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-9, die in einem derVollzeitinternatewohnen oder das Tagesinternat besuchen, ein Sozialpraktikum imChristoph-Blumhardt-Haus Pflicht.
Die Schüler können zwischen einer Lese-Spiel-Gruppe und dem Computer-Kursus wählen, die meisten Jungs entscheiden sich dafür, Menschen, die ihre Groß- oder Urgroßeltern sein könnten, den Umgang mit dem Computer nahe zu bringen. Was mit wenigen Teilnehmern und einem Rechner begann, hat sich inzwischen zu einem Internet-Café ge-Maus-ert und was die vermeintlichen Tiere da zu suchen haben, ist den erwachsenen Computerschülern längst klar.
In vielen der Zinzendorf-Schüler schlummern pädagogische Talente. Jeremy Egbuche zum Beispiel, Schüler der 8Ra, lässt seine Schülerin, Dr. Elisabeth Friedmann, jedes Mal ein Lerntagebuch schreiben. So übt sie ganz praktisch, Dateien anzulegen, abzuspeichern und wiederzufinden – was für viele PC-Neulinge eines der größten Probleme ist. Die Fortschritte vermerkt die Seniorin nach jeder Unterrichtseinheit und fasst zusammen, was sie gelernt hat. Irgendwann möchte sie mit ihren Enkeln, die in München und Heidelberg wohnen, Kontakt per E-Mail halten.
Jeremy konnte ein paar Mal nicht kommen und lobte die Fortschritte, die die Senioren in der Zeit gemacht haben. Diese wiederum gaben das Kompliment gern zurück. „Die Schüler sind zu bewundern, dass sie so geduldig mit uns sind“, meinte Dr. Elisabeth Friedmann.
Das übergeordnete Ziel der Zusammenarbeit zwischen Schule und Altersheim – Brücken zu bauen – ist also mehr als geglückt. Aber auch das Ziel des Computerkurses rückt in greifbare Nähe. „Bis Weihnachten möchten die Kursteilnehmer eine E-Mail-Adresse haben und eine Gruß-Mail verschicken können“, erklärte der Heimleiter Jürgen Lieberum.
Gemeinsam mit dem Leiter des Jungeninternats Haus Früauf, Br. Sendlbeck, hatte er das Konzept für diesen Kursus erarbeit, bei der Eröffnung des Internet-Cafés bedankten sich beide auch bei der Königsfelder Volksbank, die einige der Computerarbeitsplätze gesponsert hat, der Firma N-T-U aus Villingen, die sich um die Vernetzung kümmert, und den Mitarbeitern, die für das gemütliche Ambiente des Internet-Cafés im obersten Stock des Sonnenwinkels gesorgt haben.
Bei der Zusammenarbeit zwischen Schule und Altersheim ist der Internet-Kursus erst der Anfang, noch einige weitere Projekte sind in Planung.


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