Mit Zivilcourage gegen Extremismus

15.05.2018

Mit Zivilcourage gegen Extremismus

Rechte Parolen hört man derzeit nicht nur an Stammtischen. Sie begegnen einem im Gespräch mit Kollegen oder der Familie, beim Einkaufen oder im Bus. Deshalb haben die Zinzendorfschulen Trainer des Team meX (Mit Zivilcourage gegen Extremismus) der Landeszentrale für politische Bildung eingeladen. An zwei Tagen übten sie mit verschiedenen Klassen der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik, wie die angehenden Erziehern bzw. Jugend- und Heimerzieher auf populistische Hetze reagieren können. Dabei nutzen sie Elemente des Argumentationstrainings, das Professor Klaus-Peter Hufer von der Fakultät Bildungswissenschaften der Universität Duisburg entwickelt hat.

Zunächst sammelten die Kursteilnehmer Phrasen, die ihnen schon einmal begegnet sind, und mögliche Situationen. Sie erfuhren, wie sich die Parolen mittlerweile in der Gesellschaft verbreitet haben und lernten die 13 verschiedenen Abwertungen gegenüber bestimmten Menschengruppen kennen, die in der jüngsten Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) als Facetten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit analysiert wurden. Laut FES hat jeder zweite Bundesbürger eine abwertende Einstellung gegenüber Asylbewerbern und Langzeitarbeitslosen.

Fünf der angehenden Erzieher übernahmen bei einem Rollenspiel verschiedene Positionen gegenüber Langzeitarbeitslosen, während die anderen sie dabei beobachteten und auf Rhetorik, Körpersprache sowie Inhalt achteten.

„Es ist viel anstrengender zu argumentieren, als einfach nur Parolen zu verbreiten“, hatte eine der Akteurinnen festgestellt und hätte am liebsten die Runde verlassen. „Man redet wie gegen eine Wand und kommt nicht durch.“

Zwei ihrer Tischnachbarn wiederholten permanent die gleichen Sprüche, während sie versuchte, zu argumentieren. Ihr Gegenüber dagegen hinterfragte die Phrasen der Populisten. Die fünfte am Tisch hatte die Aufgabe, sich aus der Diskussion weitestgehend herauszuhalten.

„Es ist wichtig, selbst aktiv zu werden und eigene Visionen vorzutragen“, meint der Historiker Andreas, der gemeinsam mit einer Kollegin den Workshop leitete. Auch könne gezieltes Nachfragen helfen, Phrasen zu entlarven.


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