Neue Handy-Aktion gestartet

19.05.2015

Neue Handy-Aktion gestartet

 Die Zinzendorfschulen und der „Laden Mittendrin“ nehmen gemeinsam an der bundesweiten Handy-Aktion vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) teil. Alte Mobiltelefone – egal ob noch funktionsfähig oder nicht – werden gesammelt und wenn möglich zugunsten der Deutschen Umwelthilfe e.V. verkauft.
Der größte Teil, etwa 90 Prozent der gesammelten Handys, funktioniert nicht mehr und wird recycelt, wobei derzeit die Edelmetalle Gold, Silber, Palladium, Platin und Kupfer herausgelöst werden können. Einige der Rohstoffe in einem Handy, unter ihnen Gold, das aus Coltan gewonnene Tantal, Zinn und Wolfram, gelten als Konfliktrohstoffe, weil ihre Gewinnung mit Umweltzerstörungen und Gewalt verbunden ist. Besonders problematisch ist die Lage im Ostkongo, wo durch den Handel mit den Rohstoffen Kriegsparteien finanziert werden.
Die Zusammenarbeit von Zinzendorfschulen und dem „Laden Mittendrin“ soll sowohl bei Schülern als auch bei Erwachsenen das Bewusstsein für Ökologie und Soziale Hintergründe schärfen. „35 Millionen neuer Handys werden jedes Jahr in Deutschland neu gekauft“, so der Schulpfarrer Br. Fischer, „das ist eine gewaltige Zahl.“ Und jedes dieser Telefone wird im Schnitt nur 18 Monate lang genutzt.
Es ist angedacht, dass sich die Schüler im Unterricht mit der Problematik auseinandersetzen, beispielsweise im Technik-Unterricht. Auch soll die gemeinsame Aktion eine Nähe der Schüler zum Ort schaffen. „Viele kennen den ‚Laden Mittendrin‘ noch nicht“, hat der Schulpfarrer festgestellt. „Wir werden sie dann mit den in der Schule gesammelten Telefonen in die Friedrichstraße schicken, um so auch einen Bezug herzustellen.“ Das habe den gewünschten Nebeneffekt, dass auch die Schüler den Second-Hand-Laden, der von der Evangelischen Gesamtgemeinde getragen wird, kennenlernen, so der Kassierer und Leiter des Laden-Teams, Kurt Rittinghaus.
Im „Laden Mittendrin“ steht ab sofort eine Sammelbox. „Die Handy-Aktion entspricht unserem Grundgedanken des Recycling, weshalb wir uns gerne daran beteiligen“, sagt der Vorsitzende Thomas Elser. „Außerdem bildet sie ein Bewusstsein für die Strukturen, die hinter der Technik stehen.“ Ohne Tantal funktioniert beispielsweise kein Handy und die Bedingungen, unter denen es gefördert wird, sind sehr schlecht, oft sind es Kinder, die das dafür benötigte Erz Coltan aus ungesicherten Minen holen.
Wer auch eines der mehr als 106 Millionen ungenutzter Handys, die laut einer Umfrage von Bitkom liegen in Deutschlands Schubladen liegen, besitzt, kann es an Schultagen an den Zinzendorfschulen abgeben oder im „Laden Mittendrin“. Der Second-Hand-Shop in der Friedrichstaße 7 ist Montag bis Samstag von 10-12 Uhr und Montag bis Freitag  von 15-18 Uhr geöffnet. Hintergründe zu der Aktion gibt es unterwww.handy-aktion.de.

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