Philosophieren mit Kindern - Workshop für angehende Erzieher

21.11.2016

Philosophieren mit Kindern - Workshop für angehende Erzieher

Wer, wie, was – wieso, weshalb warum? Kinder haben viele Fragen, von denen einige nicht mit Fakten oder im Sinne von „richtig oder falsch“ beantwortet werden können. Diese Fragen können Ausgangspunkte für spannende philosophische Gespräche sein. Die MünchenerAkademie Kinder philosophieren versteht Philosophieren als Kulturtechnik – vergleichbar dem Lesen und Schreiben – die von jedem Menschen erlernt und genutzt werden kann und schult pädagogische Fachkräfte darin, Kindern zum kritischen, kreativen und ergebnisoffenen gemeinsamen Nachdenken zu animieren.
Die Trainerin Ute Mangold zeigte den angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Fachschule für Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen in einem Schnupperworkshop verschiedene Techniken und wie sie diese bei ihrer späteren Arbeit in den Kindertagesstätten und ähnlichen Einrichtungen einsetzen.
Anhand der Frage „Was macht den einzelnem Menschen aus?“ führte die Klasse 2BKSP1 ein facettenreiches Gespräch und reflektierte anschließend darüber. In kleinen Gruppen erarbeiteten die angehenden Erzieher die verschiedenen Kompetenzen, die Menschen beim Philosophieren erwerben – auch schon im Kindergartenalter. Sie lernen unter anderem, andere ausreden zu lassen, tolerant und kritikfähig zu werden, sich zu konzentrieren und eine eigene Meinung zu bilden. 
Dass sich diese im Laufe des Gesprächs ändern kann, zeigte Ute Mangold anhand eines Gesprächs, das sie einst mit einer Gruppe kleiner Kinder führte. „Wie kommen eigentlich die Gedanken in den Kopf?“ hatte die Frage gelautet und ein Junge, der zunächst davon ausging, dass sie alle ohnehin schon im Kopf seien, meinte später, dass sie wohl doch zu seinen Ohren hineinkämen. „Es geht beim Philosophieren nicht um richtig oder falsch“, sagte die Trainerin. Auch das müssten die Kinder lernen.
Im Unterschied zu philosophischen Gesprächen unter Erwachsenen müssten lediglich die Fragestellungen je nach Alter etwas konkreter sein. Das Thema „anders sein“ wäre beispielsweise für sehr kleine Kinder zu komplex, Fragen wie „Wohin geht Opa, wenn er gestorben ist?“ oder „Darf ich mein Kaninchen essen?“ sind da schon konkreter. „Oft werfen einzelne Fragen andere auf, wie etwa, ob wir überhaupt Tiere essen dürfen“, erklärte Ute Mangold. Sich solche und andere Fragen zu stellen trage zur Menschwerdung bei, weshalb sie gefördert werden sollten.
Die zertifizierte Ausbildung an der Akademie Kinder philosophieren besteht aus verschiedenen Modulen, in denen Themenkomplexe wie „ich“, „ich und die anderen“, „Werte“ und „Wahrnehmung der Welt“ erarbeitet werden. „Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass Kinder eigene Denkprozesse durchlaufen“, sagt die Trainerin. Das Projekt „Mit Kindern philosophieren“ wird von der Karl-Schlecht-Stiftung unterstützt.

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