„Die Physiker“ – Ein Theaterabend zwischen Genie, Wahnsinn und Verantwortung
09.03.2026
Während dreier gut besuchter Aufführungen verwandelte sich das Haus des Gastes in Königsfeld in eine Bühne voller Spannung, Witz und philosophischer Tiefe: Das Zinzendorf-Theaterensemble präsentierte Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ – und begeisterte das Publikum mit einer Inszenierung, die unterhielt und gleichzeitig zum Nachdenken anregte.
Das Stück, das 1962 uraufgeführt wurde, stellt eine der zentralen Fragen unserer Zeit: Was passiert, wenn wissenschaftliches Genie auf menschliche Schwäche trifft? Dürrenmatt erzählt die Geschichte des Physikers Johann Wilhelm Möbius (Br. Schiffer) und der Agenten Joseph Eisler (Br. Bumb), alias Ernst Heinrich Ernesti alias Einstein sowie Alec Jasper Kilton (Sr. Mack-Amanatidis) alias Herbert Georg Beutler alias Newton – die in einer psychiatrischen Anstalt leben und vorgaukeln, verrückt zu sein. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein tödliches Geheimnis: Möbius hat eine Entdeckung gemacht, die die Welt zerstören könnte, die Agenten haben sich einweisen lassen, um ihn auszuspionieren.
Die klug kalkulierende Ärztin Mathilde von Zahnd (Laura Lindemann) nutzt ihre „Patienten“ für eigene Zwecke, während der Kriminalinspektor Richard Voß (Br. Hering) und der Oberpfleger Uwe Sievers (Br. Hudek) versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. Am Ende bleibt die Frage: Kann die Menschheit mit der Verantwortung umgehen, die wissenschaftlicher Fortschritt mit sich bringt?
Unter der Regie der erfahrenen Theaterfrau Sr. Milbradt gelang es dem Ensemble, die absurde, aber hochaktuelle Handlung Dürrenmatts mit viel Esprit und Tiefgang auf die Bühne zu bringen. Alle Darsteller*innen blieben stets in ihren Rollen und vermittelten die komplexen Charaktere mit beeindruckender Glaubwürdigkeit. Die Kunst der Maskenbildnerinnen tat dabei das Ihrige, auch das stimmige Bühnenbild vom Kunst-Leistungskurs und der Kunstlehrerin Sr. Saurer schuf eine perfekte Atmosphäre, die die Charaktere lebendig werden ließen.
Das gemischte Ensemble aus Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern überzeugte mit einer homogenen Leistung, welche die Aufführungen zu einem echten Erlebnis machte.


























