Imkern – ein cooles Hobby

14.06.2011

Imkern – ein cooles Hobby

Imker-AG seit beihnahe 30 Jahren aktiv

Es summt unablässig in der ruhigen Ecke hinter dem Schulhaus, aus ihren grünen Magazinbeuten fliegen fleißige Bienen hin und her, immer auf der Suche nach Nektar. „Seit ich mich mit Bienen beschäftige, denke ich beim Honigessen immer an die ganze Arbeit, die dahinter steckt“, sagt Thomme Dannert. Der Siebtklässler der Zinzendorfschulen ist einer von derzeit acht Teilnehmern der Imker-AG am Königsfelder Schulwerk. Unter der Leitung des Biolehrers und passionierten Hobby-Imkers Br. Möller versorgen die Schüler sechs Bienenvölker.
Zwei Jungvölker sind neu hinzugekommen, Br. Möller hat aus seinen eigenen Beständen zwei Königinnen mitgebracht. Weil die Jungtiere in den ersten Wochen noch nicht oft genug ausfliegen, müssen sie zusätzlich gefüttert werden. Aus einem großen Kanister gießt der Lehrer zähflüssigen Zuckersirup in einen Behälter, in den er zuvor eine Kletterhilfe aus Grasbüscheln gesteckt hat. „Damit die Bienen nicht darin ertrinken“, sagt er zwischen zwei Zügen an seiner aromatischen Pfeife, die auch dazu dient, die Bienen ruhig zu stellen. Nichtraucher nehmen hierfür einen Smoker. Kein Handgriff bleibt unerläutert, ganz nebenbei erklärt der Biologie-Lehrer seinen Schülern Begriffe wie Invertzucker, Fructose und Glucose.
„Man kann anhand der Imkerei unheimlich viel Wissen anschaulich vermitteln“, so Bernd Möller. Auch sei die Beschäftigung mit den Bienen so wichtig, weil sie zum Erhalt der Umwelt beitragen. Schon Einstein soll gesagt haben: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“
Dazu, dass dies nicht geschieht, trägt auch die Imkerei-AG der Zinzendorfschulen bereits seit beinahe 30 Jahren bei, in diesem Jahr bekam sie sogar die silberne Ehrennadel vom Deutschen Imkerbund. Oft kommen ganze Freundeskreise, manchmal sind auch die Eltern dabei. Aaron Potschaske aus der elften Klasse imkert bereits seit mehreren Jahren. Zusammen mit seinem Vater hat er mittlerweile mehrere Bienenvölker, die ihm im vergangenen Jahr rund 200 Kilo Honig gesammelt haben.
Weil die Arbeitsgemeinschaft immer mit dem neuen Schuljahr beginnen, startet sie meistens mit Theorie, der Herstellung von Imker-Zubehör und dem Basteln von weihnachtlichen Geschenken wie Wachskerzen.
So wird Geduld gefördert und Ausdauer. Br. Möller gibt zu bedenken: „Die Imkerei ist ein Hobby, das auf den ersten Blick nicht so beeindruckend ist wie etwa Kitesurfen oder Snowboarden. Wer aber erst einmal Feuer gefangen hat, kann sich der Faszination nicht mehr entziehen.“ Das bestätigt auch Thomme Dannert. Gefragt, warum er in der Imker-AG mitmacht, bekommt er glänzende Augen und sagt: „Es ist cool“, und korrigiert sich sogleich: „Ich meine, es macht Spaß.“

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