
Von Königsfeld in die Wildnis
Br. Hofmann bei 7 vs. Wild
Erste Aufgabe: Bau eines wasserfesten Nachtlagers. Fotos: Amazon Prime
Die Tagestemperatur lag bei regnerischen 2 Grad, das Wasser im See war nicht wirklich wärmer - was lag da näher als ein erfrischendes Bad nach einer Nacht im Freien?
Der Englisch- und Erdkundelehrer Br. Hofmann hatte in den Osterferien die Chance, an der Wildcard-Folge der Survival-Reality-Show 7 vs. Wild teilzunehmen. Gemeinsam mit 29 weiteren Teilnehmenden wurde er an einen See im schwedischen Värmland gebracht, wo es galt, verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Außer der Kleidung, die sie am Leib trugen, durften alle außer einem obligatorischen Schlafsack und einer Trinkflasche noch fünf weitere Gegenstände mitnehmen. Br. Hofmann hatte sich für einen Topf, ein Messer, eine Säge, Feuerstahl und Paracord entschieden. Eine gute Wahl, denn gleich am ersten Tag mussten alle einen wasserdichten Unterschlupf bauen, ein Feuer entzünden und Trinkwasser aufbereiten.
Das Feld der Teilnehmenden wurde danach um ein Drittel gekürzt – der Lehrer hatte Glück und durfte auch am zweiten Tag starten. Der Sprung ins Wasser gehörte nicht zur Challenge, der war freiwillig. Während seine Mitbewerber mit Handschuhen und tief in die Stirn gezogener Kapuze ihn kopfschüttelnd beobachteten, meinte er nur, man müsse auch in der Wildnis auf Körperhygiene achten.
Nachdem alle Feuerstellen gelöscht und die Lagerplätze aufgeräumt wurden, ging es an eine andere Stelle des Sees, wo alle Steine stapeln mussten. An dieser Stelle kam das Aus für den Lehrer – sein Turm fiel kurz vor dem Messen ohne ersichtlichen Grund in sich zusammen. „Das ist Pech. Mit Pech ausscheiden ist doof. Wenn die Höhe nicht ausgereicht hätte, wäre ich vielleicht glücklicher“, sagte Br. Hofmann. „Aber ich war zufrieden, dass ich bis zum Schluss alles gegeben habe.“
Der Lehrer, Pastor und Naturfreund geht in seiner Freizeit oft tagelang wandern und übernachtet dabei im Freien. Die Show verfolgt er schon seit vielen Jahren. Die Teilnehmenden sind meist Influencer mit großer Reichweite in den Sozialen Netzwerken. In diesem Jahr gab es erstmalig eine Wildcard-Challenge für Nicht-Influencer, deren Gewinner im Herbst an der 6. Staffel teilnehmen darf.
Als klar war, dass die Challenge in den Osterferien sein würde, fragte er zunächst vorsichtig im Kollegium und in seinen Klassen nach, wie sie es fänden, wenn er sich bewerben würde. Von allen Seiten kam Unterstützung, auch die pädagogische Gesamtleiterin Sr. Terno gab ihr Okay zu dem Projekt. Also drehte er ein Bewerbungsvideo, besprach es seiner zehnten Klasse und einem Abitur-Kurs und lud es schließlich auf dem entsprechenden YouTube-Kanal hoch. Die Follower der Serie durften abstimmen, wer zu den 30 Teilnehmenden gehören würde. „Es gab 156 Bewerbungsvideos“, erinnert sich Br. Hofmann, „und meines kam auf Platz 2.“ Das sei zum Großteil seinen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern und seinem Kollegium zu verdanken, die seine Bewerbung auf ihren Social-Media-Kanälen teilten. „Die fanden es alle cool und haben richtig mitgefiebert.“ Nachdem feststand, dass er dabei sein würde, war kaum noch Zeit, um sich vorzubereiten. „Ich bin nur gedanklich noch einmal durchgegangen, wie ich einen Shelter bauen würde und habe nochmal ein paar Knoten geübt.“ Außerdem machte er im Vorfeld eine Diät. „Dadurch machte es mir nichts aus, dass es im Wald nichts zu essen gab.“
Auch wenn er es nicht bis nach Panama geschafft hat – Br. Hofmann ist dankbar, dass er an dem Abenteuer teilnehmen durfte. „Es war ein spannender Wettbewerb.“ Auch in Bezug auf seinen Lehrerberuf habe die Teilnahme etwas gebracht. „Ich hoffe, meine Teilnahme inspiriert meine Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Träume und Ziele zu verfolgen.“