
Projektchor und Profimusiker begeistern mit Albert-Schweitzer-Oratorium
Publikum spendet fast 3000 Euro für Lambarene
Lea-Sophie Decker (Sopran) und Sebastian Walser (Bass) waren die Solist*innen.
Nach der Uraufführung von Traugott Fünfgelds Albert-Schweitzer-Oratorium im vergangenen Jahr war den Besuchern aus Königsfeld klar: Das gehört hier her. War der Nobelpreisträger dem Ort doch über Jahre eng verbunden – wenn auch weniger aus Leidenschaft, sondern vor allem aus gesundheitlichen Gründen, wie die pädagogische Leiterin der Zinzendorfschulen, Sr. Terno, erläuterte.
Gemeinsam mit der Herrnhuter Brüdergemeine organisierte das Schulwerk die Aufführung des Werkes. Möglich war dies nur durch die finanzielle Unterstützung der Barbara-Schadeberg-Stiftung, die mit der Unterstützung von Kooperationen zwischen evangelischen Schulen und Gemeinden einen neuen Förderschwerpunkt gesetzt hat.
So konnten mit den Solisten Lea-Sophie Decker (Sopran) und Sebastian Walser (Bass) sowie einem zum Großteil aus Profimusikern bestehenden Instrumentalensemble hochkarätige Musiker gewonnen werden. Unter der Leitung von Br. Michel führten sie gemeinsam mit dem rund 40-köpfigen Projektchor das knapp 2-stündige Werk im Königsfelder Kirchensaal auf.
Vor dem einleitenden Orgelspiel von Klaus Schüller wurden Fotos von Albert Schweitzer an die Wand projiziert und eine Original-Tonaufnahme des Nobelpreisträgers eingespielt. Damals wie heute, so Sr. Terno, liefere der Zustand der Welt Grund für Verzweiflung. Albert Schweitzer, der nicht nur Theologe und Mediziner, sondern auch leidenschaftlicher Musiker war, fand in den Werken Johann Sebastian Bachs besonderen Trost.
So waren in dem aus 20 Abschnitten bestehenden Oratorium des badischen Kirchenmusikdirektors Traugott Fünfgeld mit Texten des Pfarrers Thomas Weiß auch immer wieder Stücke von Bach als Zwischenspiele zu hören. Dazwischen wechselten sich Chorlieder mit Solo-Gesängen ab und ein Sprecher (Gunther Schwarz) lieferte Hintergrundinformationen zu Albert Schweitzer.
Das Oratorium greift wichtige Kernpunkte aus dem Leben und Denken Albert Schweitzers auf. Sie „beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit die Ethik und das Handeln eines Theologen, Philosophen, Arztes und Musikers vor über 100 Jahren für uns heute nachdenkenswert sind oder gar als Vorbild dienen können“, so Fünfgeld.
Das Publikum war sichtlich angetan von der Aufführung und spendete nach dem kostenfreien Konzert beinahe 3000 Euro für die Busch-Ambulanz des Krankenhauses in Lambarene, die sich um Mütter und Kinder kümmert.